Top News

Shawn Porter bleibt Weltmeister

Der WBC-Titel im Weltergewicht bleibt bei seinem bisherigen Besitzer: Shawn Porter bekam von den Punktrichtern ein SD-Urteil, das nicht den Beifall aller Fans findet. Zwei der Punktrichter hatten Porter mit 116:112 bzw. 115:114 vorne und sicherten ihm damit einen womöglich unverdienten Sieg, während der dritte den Kampf mit 117:111 für Yordenis Ugas bewertete. Einmal mehr wurde deutlich, dass es für einen Kubaner in den USA nicht leicht ist, einen WM-Titel zu bekommen.

Die ersten beiden Runden kann man gut und gerne an Porter geben. Die folgenden 3 gingen an Ugas. Dann kam der Titelverteidiger wieder etwas auf, überzeugte aber nicht wirklich und schon gar nicht weltmeisterlich. Die Runden 7 bis 9 waren dann wieder eher Ugas-Runden. Das merkte wohl auch Porter und gab in Runde 10 etwas mehr Gas. Trotzdem hätte Ugas nicht nur auf den Punktrichterzetteln, sondern auch vom ganzen Eindruck her vorne sein müssen. Er bestimmte das Kampfgeschehen, während sich Porter zunehmend auf den Rückwärtsgang und gelegentliche Konter verlegte. Wie viele seiner Konter dabei ins Ziel kamen, sei mal dahingestellt. Vielleicht kann man ihm noch die 10. Runde zuschreiben, aber es sah auch in den letzten Runden wenig überzeugend für Porter aus.

In Runde 12 gab es einen kurzen Bodenbesuch von Porter. Es war eine Schlagwirkung zu sehen. Allerdings schien an dieser Stelle der Ringboden etwas nass zu sein. Ringrichter Jack Reiss wertete das dann nicht als Niederschlag. Trotzdem müsste diese Runde bei Ugas gewesen sein, der nach dem Schlussgong siegessicher die Arme hob. Um so erstaunlicher war dann das Punkturteil für Porter. Falls Ugas und sein Team gegen dieses Urteil Protest einlegen, sollten sie wenigstens die Chance auf ein Rematch bekommen. Vielleicht wär es salomonisch gewesen, diesen Kampf als Daw zu werten. Allerdings nur unter Berücksichtigung eines Weltmeisterbonus.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Auf der recht langen Undercard dieser Freiluftveranstaltung gab es u.a. einen Kampf im Schwergewicht zwischen dem 24-jährige Nigerianer Efe Ajagba (9(8)-0-9 und dem 46-jährigen Amerikaner Amir Mansour (23(16)-4(3)-1) zu sehen. Mansour machte dabei keine all zu gute Figur. Noch vor 5 Jahren posaunte er, dass er duchaus noch fit genug für einen WM-Kampf wäre.

Das hat sich mittlerweile sehr geändert. Nachdem er in seinem letzten Kampf in Zagreb gegen Filip Hrgovic schon nach 3 Runden hinüber war, wurde es auch in diesemKampf nicht besser. Gegen Ajagba war er bereits in der ersten Rude 2x am Boden und kämpfe im 2. Durchgang schon im Überlebensmodus. Es gelang Masur zwar immer wieder ein paar einzelne Treffer durchzubringen, aber er selbst kassierte einen Volltreffer nach dem anderen. Nach dieser zweiten Runde war dann schon Schluss, weil das Masour-Team aufgab. Der Kampf war einfach zu einseitig und Ajagba zu überlegen.

Der Nigerinaner stieg damit im BoxRec-Liste auf #27, während Masour nun auf #155 zu finden ist. Vielleicht macht er noch en paar solche Kämpfe um Geld zu verdienen. Es gäbe bestimmt immer wieder mal eine Gelegenheit dazu. Den Namen Efe Ajagba kann an sich merken. Er gehört zu der neuen Generation im Schwergewicht, die als nächste um die großen Titel kämpfen werden.

Voriger Artikel

Dmitry Bivol siegt einstimmig über Joe Smith jr.

Nächster Artikel

Box-Fragebogen: Sarah Bormann

4 Kommentare

  1. 11. März 2019 at 17:32 —

    hmm…ich sah das aber etwas anders als wie es hier im bericht wiedergegeben wird.
    zugegeben ich bin kein fan von porter und seinem rumgehobse ,allerdings bin ich der meinung das ugas viele runden mit seiner inaktivität verschenkt hat und als herausvorderrer hätte er meiner meinung nach mehr tun müssen um zu gewinnen.vor allem hätte er mehr bei seiner größe , mit dem jab arbeiten müssen und brachte nur einzelne schläge .ein draw maximal .
    fand den kampf aber auch nicht besonders berauschend

  2. 11. März 2019 at 21:33 —

    Ich würde nur die 1,2, 6 und die 10. Runde klar an Porter geben. Zwischendurch gab es ein paar enge Runden. Was mit dem Bodenbesuch in der 12.war, kann man vom Bildschirm aus schlecht beurteilen. Auf jeden Fall war Schlagwirkung im Spiel. Ein Rematch würde ich auf jeden Fall gerne sehen.

  3. 12. März 2019 at 02:08 —

    Hatte es 115:113 Ugas – 117:111 ist natürlich zu krass, aber der Kubaner hat diesen Kampf ohne wenn und aber gewonnen, bessere Treffer in fast jedem Schlagabtausch, Ringmitte beherrscht, Porter sah bei den Brawls, sonst immer seine Spezialität, schlecht aus. Typische Homedecision imo. Allerdings hat das Herumgepose von Ugas ziemlich genervt, aber kein Grund, den Kampf 116:112 für Porter zu werten. Wenn man sich die letzten vier Runden auf den Punktzetteln anschaut, da waren drei ziemlich deutliche Ugas-Runden dabei, aber DeLuca und Morrow haben ihm jeweils nur eine davon gegeben, so wird das Urteil verständlich.

  4. 12. März 2019 at 08:34 —

    Ich habe Porter immer gerne boxen gesehen, aber dieser Porter…
    Er rannte nur rückwärts während Ugas unwillig war oder sich nicht traute in den Dunstkreis von Porter so wirklich einzurdringen.
    und dann dieser halb vorgeschobene “Jab” zwischendurch.
    Das Beste waren immer die letzten 10 Sekunden jeder Runde, wo dann Ugas aufwachte, um die Punktrichter zu überzeugen.
    Sehr schlechter Kampf.

Antwort schreiben