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Sergio Mora schlägt Grzegorz Proksa nach Punkten

In einem wegweisenden Duell für beide Boxer setzte sich am Freitagabend Sergio Mora überraschend gegen Grzegorz Proksa durch. Der 32-jährige US-Amerikaner siegte in Florida nach 10 Runden verdient nach Punkten, da Proksa nie wirklich ein Rezept fand um den boxerisch überlegenen Mora aus seinem Rhythmus zu bringen.

Beide Boxer begannen energiegeladen, doch versuchten anfangs vor allem in der Mitte des Rings den Jab zu etablieren. Mora gelang das etwas besser, und nach etwa einer Minute konnte er auch schon die ersten rechten Geraden ins Ziel bringen. Proksa ließ seine Fäuste charakteristisch tief hängen und versuchte überfallartig zu attackieren, doch Mora zeigte sich schnell auf den Beinen und wich Proksas Attacken oft mit ein paar schnellen Schritten zurück aus. Gleichzeitig bereitete Moras deutlich bessere Beinarbeit auch in der folgenden Runde die eigene Offensive gut vor. Der US-Amerikaner suchte sich die Momente aus, in denen er den Schlagaustausch einging und timte diese gut. Proksa war zwar in dieser Runde deutlich aktiver und aggressiver, fand jedoch kaum sein Ziel mit seinen häufig wild wirkenden Attacken.

In der dritten Runde fand Proksa etwas besser in den Kampf und landete die ersten ordentlichen Treffer zum Kopf von Mora. Dieser antwortete mit guten Körpertreffern in derselben Runde und einer Steigerung im vierten Durchgang. Doch vor allem in Runde Fünf drehte Sergio Mora richtig auf und trieb Proksa mit rechten Geraden zum Kopf durch den Ring. Der Pole wirkte zunehmend frustrierter, da Mora ihn regelmäßig erwischte und Proksa enorme Probleme hatte ihn sauber zu treffen.

Proksas Beinarbeit war schlichtweg ungenügend, und Mora nutzte dies weiter aus. Auch in der sechsten und siebten Runde dominierte er das Geschehen klar und schien Proksa teilweise sogar mit seinen Schlägen ein wenig zu beeindrucken, obwohl Mora nicht als harter Puncher bekannt ist. Immer wieder bereitete er seine Kombinationen mit dem Jab vor, während Proksa mit wilden Schwingern versuchte den Kampf zu drehen, aber dabei Grundlegendes vernachlässigte.

In Runde Acht handelte sich Mora eine Verwarnung ein, als Proksa ausrutschte ohne zu Boden zu gehen und Mora sofort nachsetzte und ein paar harte Treffer setzte. Kurz schien diese Aktion Proksa wütend zu machen, doch schon kurz darauf wirkte er erneut zu lethargisch und abwartend. Mora hingegen ließ nichts mehr anbrennen und bestimmte auch die restlichen Runden. In der neunten Runde war es erneut der US-Amerikaner der sich im Vorwärtsgang befand und seinen frustrierten Gegner durch den Ring jagte. Proksa fand keinen Plan B mehr und seine letzte Aktion, als er zu einem wilden Schlag ansetzte, der weit sein Ziel verfehlte, und zu Boden stolperte, versinnbildlichte seine gesamte Leistung. So verlor er am Ende verdient nach Punkten. Die Punktrichter sahen Sergio Mora mit 96-94, 96-94 und 98-92 vorne.

Durch seine dritte Profiniederlage steckt Grzegorz Proksas Karriere, die vor anderthalb Jahren noch viel versprechend wirkte, in der Krise. Nachdem er letztes Jahr bereits gegen Kerry Hope und Gennady Golovkin verloren hatte, stehen für den ehemaligen Europameister nun gerade mal drei Siege in seinen letzten sechs Kämpfen zu Buche. Sergio Mora hingegen brachte sich mit einer starken Vorstellung wieder ins Gespräch für größere Kämpfe. Zuvor hatte er zwei seiner letzten drei Kämpfe gegen Brian Vera umstritten nach Punkten verloren. Der Ex-Weltmeister, der seinen vierundzwanzigsten Profisieg einfuhr, darf jetzt wohl wieder auf einen weiteren Titelkampf hoffen.

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15 Kommentare

  1. dalein
    29. Juni 2013 at 09:39 —

    europameister oder waldmeister, zu mehr scheints bei proksa nicht zu reichen. Würde ihn trotzdem gerne gegen Catic sehen 🙂

  2. BOB
    29. Juni 2013 at 10:00 —

    wirklich schade, dass Proksa so früh gg Golovkin boxte.
    Es schein, dass Proksa psychisch noch am dieser Niederlage hängt. Er brauch mehr Zeit und zwei Jahre Aufbaukämpfe so dass er richtig Lust auf Siegen kriegt.

  3. PPS
    29. Juni 2013 at 10:03 —

    na komm, nach dem golovkin fight war er nichtmehr der selbe. vor dem kampf war er megamäßig gut, sehr selbstbewusst

  4. Florian
    29. Juni 2013 at 10:12 —

    Proksa war wirklich überbewertet. Ich will mich nicht rausreden ich habe ihn nach dem Sylvester Kampf auch für den kommenden WM gehalten aber dass hat sich endgültig erledigt.

  5. Carlos2012
    29. Juni 2013 at 11:43 —

    Wie Schlecht muss Slyvester gewesen sein,das er von Proksa deklassiert wurde.

  6. Allerta Antifascista!
    29. Juni 2013 at 12:10 —

    Nicht wirklich eine Überraschung! War klar, wenn Mora sein Potenzial, schlägt er ihn locker! Wie manche sich von der, zugegebenermaßen schön anzusehenden aber sportlich wertlosen, Vorstellung gegen den abgehalfterten Silly Sebi blenden lassen! Schon der erste Kampf gegen Kerry Hope hat doch gezeigt, dass er ratlos ist wenns mal nicht läuft! Von Golovkin brauchen wir gar nicht erst anfangen, da hat er zwar tapfer mitgekämpft, aber tapfer mitkämpfen reicht nunmal nicht gegen einen Mann von GGG’s Klasse! Und das er gegen einen unbequem zu boxenden Mora kein Mittel finden würde, war mir klar, er hatte von vornherein nur die Lucky-Punch Chance, aber das ist gegen Mora kaum zu schaffen! Nichtsdestotrotz mag ich Proksa aber man sollte eben sich nicht von seinem oftmals spektakulären Boxstil täuschen lassen, Kämpfe gegen Leonidas & Konsorten wären interessant und angebracht, das ist sein Niveau!

  7. Lennox Tyson
    29. Juni 2013 at 13:54 —

    Die Beinarbeit war schon mal besser. Der hat zu früh zu gute Leute geboxt und anscheinend bleibende (mentale?) Schäden davon behalten.

  8. Allerta Antifascista!
    29. Juni 2013 at 14:06 —

    …Potenzial “ausschöpft” habe ich vergessen! 😡

  9. Ferenc H
    29. Juni 2013 at 14:44 —

    @Allerta guter Kommentar ich habe zwar erst viel von Proska gehalten ihn sogar zu getraut GGG auszuboxen das Talent hat er meiner Meinung nach aber der Sieg gegen einen völlig verängstichen Sylvester war schon immer mit vorsicht zu geniessen. Ich hoffe denoch das noch was aus ihn wird.

  10. Allerta Antifascista!
    29. Juni 2013 at 14:54 —

    @Ferenc
    Ich wünschs ihm auch, ein Kampf gegen Leonidas würde mir gefallen! Aber vorher soll er noch 1-2 Busfahrer verprügeln, damit er ein bisschen Selbstvertrauen auftankt!

  11. Milanista82
    29. Juni 2013 at 15:05 —

    DiBellas Aussage kam nicht von ungefähr: “Proksa ist eine Flasche!”. Die Niederlage war abzusehen. Wer schon gegen einen Hope Probleme hat, der hat in der (erweiterten) Weltspitze nichts zu suchen.

  12. Werner Möller
    29. Juni 2013 at 15:18 —

    Proksa hat kaum einmal in seiner polnischen Heimat geboxt. Immer im Ausland. Immer gegen hammerschwere Gegner. Jetzt ist die Quittung gekommen.

  13. larrypint
    29. Juni 2013 at 16:26 —

    proksa muß endlich sein team wechseln…der man hat talent und reflexe,vernachlässigt aber seine defensivarbeit und boxt total unökonomisch

  14. Viki12
    29. Juni 2013 at 17:15 —

    Proksa war wirklich überbewertet!!! Adnan Catic , es ist eine ganz andere Ebene- Level!!!!

  15. 300
    29. Juni 2013 at 18:16 —

    Proksa ist nur Euro-Niveau

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