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Sergey Kovalev wird bezwungen – Dmitry Bivol siegt souverän

Damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet: WBO/IBA- Champ Sergey „Krusher“ Kovalev geht gegen Eleider Alvarez KO! Eine eventuelle Punktniederlage hätte man vielleicht für möglich gehalten. Aber KO? Das ist schon eine Hausnummer, die Kovalev und seine Fanbase erst einmal verdauen müssen. Ausgerechnet gegen Alvarez, dem bisher zwar boxerisches Können, aber keine besondere Physis und Schlaghärte nachgesagt wurden.

In den ersten 6 Runden des Kampfes war der Weltmeister nach Punkten vorne. Man kann 4 Runden an Kovalev und 2 an Alvarez geben. Diese Runden waren geprägt davon, dass Kovalev eine Gelegenheit für eine vorzeitigen „Abschuss“ suchte. Alvarez entzog sich dem geschickt und setze dabei seinen Jab gut ein. So langsam wurde Kovalev ungeduldig und ähnlich wie in den Kämpfen gegen Ward schlichen sich Nachlässigkeiten ein. Über Konditionsmängel will man dabei noch gar nicht spekulieren. Trotz des Punktevorsprungs war der Kampfausgang nach 6 Runden noch offen. Kovalev bestimmte nach wie vor die Ringmitte. Er kam aber nicht so zum Zuge, wie er es sich vielleicht erhofft hätte. Alvarez war zu keinem Zeitpunkt schwer beeindruckt oder angeklingelt.

Dann kam die alles entscheidende 7. Runde. Kovalev wurde schwer getroffen und landete auf dem Hosenboden. Das sah im ersten Moment noch nicht so schlimm aus, aber nachdem der Kampf wieder frei gegeben war, wurde Kovalev noch mehrmals am Kopf getroffen. Seine Deckung war löchrig und seine Reaktionsfähigkeit war verlangsamt. Er musste nach einer Kombi von Alvarez wieder runter. Ringrichter David Fields schenkte ihm sogar noch ein paar Sekunden, aber auch das half nicht mehr. Alvarez schickte zwei flinke Hände zum Kopf und Kovalev war wieder unten. Diesmal beendete der Ref den Kampf. Es hatte keinen Zweck mehr. „Game over“ für den Krusher.

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Damit wurde Kovalev zum ersten mal zweifelsfrei besiegt. Keine Diskussion um gekaufte Punktrichter. Keine Diskussion über Tiefschläge. Diesmal war die Niederlage deutlich sichtbar. Kovalevs Plan ging nicht auf und er wurde mit seinen eigenen Waffen geschlagen: Gegner weich klopfen und dann bei einer günstigen Gelegenheit abschießen. Alvarez Nadelstiche mit der Führhand hatten Kovalev langsam weich geklopft. Er vernachlässigte seine Deckung und wurde langsamer. Der erste Niederschlag hatte verheerende Spuren hinterlasen. Danach dauerte es weniger als eine Minute, bis es vorbei war. Wer den Kampf und dieses KO gesehen hat, wurde womöglich Zeuge davon, dass Kovalev „übern Berg“ ist. Der Zenit seiner Karriere scheint jetzt überschritten zu sein. Zumindest wenn er in solchen Fights keinen „Plan B“ hat. Es wäre wohl besser für ihn ausgegangen, wenn er versucht hätte, seinen sicheren Punktevorsprung über die Runden zu bringen. Auch wenn es laut Vertrag eine Rückkampfklausel gibt: Kovalev wurde gestern entzaubert. Und das mit glasklaren Treffern und fairen Mitteln.

Wesentlich besser kam WBA-Weltmeister Dmitry Bivol mit seinem Herausforderer Isaac Chilemba zurecht. Das Urteil: 116:112 und 2x 120:108 sagt allerdings wenig darüber, dass Chilemba von Beginn an bis zur letzten Runde ein würdiger Gegner war. Es war in jeder Runde spannend zu sehen, ob Bivol doch noch den KO-Hammer landen kann. Immerhin hatte er seine letzten 5 Gegner vorzeitig besiegt. Zuletzt finshte er Sullivan Barrera sogar noch in Runde 12. Chilemba überstand alle 12 Runden und war dabei sogar in den letzten Durchgängen der bessere Mann im Ring. Das es im November oder Dezember zu einem „Vereinigungskampf“ zwischen Bivol und Kovalev kommen kann, ist nun erst einmal Schnee von vorgestern. Falls es ein Rematch zwischen Alvarez und Kovalev kommt, hat das Vorrang vor einer Titelvereinigung. Viel eher kann man davon ausgehen, dass Dmitry Bivol seinen Titel demnächst gegen WBA #1 Badou Jack verteidigen muss. Wie es überhaupt mit Kovalev weiter geht und ob er das Rematch gegen Alvarez will, muss man abwarten. Falls es dazu kommt, muss er auf jeden Fall seine Stategie ändern und an einem “Plan B” arbeiten.

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7 Kommentare

  1. 6. August 2018 at 08:07 —

    Huuuiiiii!!! da hat sich aber jemand einlullen lassen und den Gegner nicht mehr ganz so ernst genommen. Kova hatte schon immer seinen Gegnern keinen Respekt entgegengebracht, wie er sollte, sonst hätte er mit einer Deckung gekämpft.
    Auf dem Weg zurück nach Oben ist er voll auf die Fresse gefallen.

  2. 6. August 2018 at 10:11 —

    Ich hatte schon vorher Zweifel ob Kovalev nochmal der Alte wird..und es roch für mich nach Überraschung….Kova wird nie wieder der Alte, und sollte in würde abtreten bevor er der nächste Roy Jones Jr. wird ….er ist auch nicht mehr mit Herz dabei ….wenn er selber sagt dass er schon gegen Ward 4 Monate gar nicht trainiert hat, und nur zwei Monate davor , dann sagt das alles ….er ist nicht mehr voll dabei und sollte es lassen bevor es schlimm für ihn endet …als Fan von ihm rate ich ihn zurück zu treten

  3. 6. August 2018 at 10:54 —

    Kova boxt mit falscher Strategie gegen Alvares.Er braucht mehr Kondition und einen guten Trainer,der ihn gut auf die Gegner einstellt.Ich fürchte Kova ist zu fest eingefahren,als dass er noch auf einen Trainer hört.

  4. 6. August 2018 at 11:26 —

    Ich fürchte auch, dass er seine Prime überschritten hat.

    Er hat in der Zeit von 2013 bis 2017 das Halbschwer dominiert. Dann kamen die Kämpfe gegen Ward, die möglicherweise dazu geführt haben, dass er da auch irgendwo nen Knacks wegbekommen hat. Wäre der erste Fight anders gelaufen von der Wertung, hätte er da möglicherweise heute nen anderes Standing.

    Dass er den WBO Titel nochmal gewonnen hat, war gut, aber nicht außergewöhnlich. Er sollte jetzt zurücktreten und sich nen chilligen Lebensabend mit seiner Familie machen. Kohletechnisch hat er einiges verdient und sich darüber freuen, wenn er in ein paar Jahren ggf. auch noch in die HoF aufgenommen wird.

  5. 6. August 2018 at 13:08 —

    Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

    Sah ja nach 6 Runden so aus als ob Kovalev das Ding locker zu Ende boxt und nach Punkten gewinnt, aber wenn man dann so ganz ohne Deckung da steht…….
    Aus der Sicht von Alvarez…alles richtig gemacht! Mal sehen wie es mit ihm weiter geht!?

  6. 6. August 2018 at 23:14 —

    “I lost my mind when I started to get famous” Kovalev hat es selbst erkannt. Der Boxzirkus, das Geld und der Erfolgsdruck können Sportler ruinieren. So kann es kommen, das ein erfahrener Powerpuncher wie Kovalev derart den Fokus verliert, das er sich ohne Deckung erwischen läst. Diese Fahrlässigkeit hat ihm die Zukunft gekostet. Jeder Boxer weiß, das man nach einer solchen Niederlage nie wieder glänzen wird. Hart schlagen können ist die halbe Miete. Kovalev boxte immer spektakulär, wenn jedoch Plan A nicht aufgeht und Plan B gleich Plan A ist, gehen die Lichter schnell von allein aus. Seine Deckung war katastrophal, ein Problem, das auch Golovkin irgendwann zum Verhängniss wird. Er wirkte müde und abwesend. Er sollte aufhören.

  7. Nachdem ihn Ward komplett zerstört hatte nun also auch Alvarez.

    Nun ist die Zeit für Pretty Boy Brähmer gekommen, er würde Kovalev den Kopf abschlagen und den Kopf per Fallrückzieher an die Hallendecke zimmern.

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