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Sergey Kovalev vs Eleider Alvarez 2.0 – Rematch um den WBO Gürtel

Das kommende Wochenende ist nicht gerade mit all zu vielen bedeutenden Events „gesegnet“. Am Freitag passiert nicht viel und am Samstag gibt es zwar eine große Zahl von Veranstaltungen, aber bedeutende Namen sucht man vergebens. Einzige Ausnahme ist das Rematch zwischen Sergey Kovalev und Eleider Alvarez. Dieser Kampf findet bei einem Event in Frisno / Texas statt und ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Bob Arum (Top Rank) und Kathy Duva (Main Events). Es geht selbstverständlich wieder um den WBO-Titel im Halbschwergewicht.

Vorausgegangen ist eine Begegnung der beiden Boxer im August 2018. Kovalev hatte den vakanten WBO Gürtel nach 2 umstittenen Niederlagen gegen Andrè Ward in einem Kampf gegen Vyacheslav Shabaranskyy zurück erobert. Es folgte eine Verteidigung gegen den Hamburger Igor Mikhalkin. Diese beiden Kämpfe gewann Kovalev souverän und vorzeitig. Offenbar unterschätzte er deswegen etwas zu siegessicher den nächsten Herausforderer Eleider Alvarez.

Die erste Kampfhälfte sah auch ganz danach aus, als würde Kovalev wieder einem Sieg entgegen steuern. Er war 6 Runden lang der aktivere Boxer, der im Vorwärtsgang punktete und sich die Mehrzahl der Runden holte. Dabei fiel allerdings auf, dass er seine Deckung schleifen ließ und Alvarez immer wieder mit zermürbenden Einzelhänden ungehindet zum Kopf durch kam. Das schien Kovalev nicht weiter zu beeindrucken. Doch wie sagt man so schön? „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ So ganz spulos schienen die Treffer von Alarez nicht geblieben zu sein. In Runde 7 schlug es etwas heftiger an Kovalevs Kopf ein und er musste runter. Nachdem Anzählen nutzte Alvarez seine Chance und setzte entschlossen nach. Kovalev war noch nicht wieder ganz fit und musste erneut runter. Das gleiche Spiel wiederholte sich nur Sekunden später ein drittes mal und Ringrichter David Fields beendete den Kampf. Ohne jedes „Wenn und Aber“: Sergey Kovalev wurde zum ersten mal regulär geschlagen und verlor seinen Gürtel an Herausforderer Eleider Alvarez. Man verständigte sich auf ein Rematch.

Sergey Kovalev wurde bei dieser Niederlage mit seiner eigenen Kampfstrategie geschlagen. Sonst war er es in der Regel selbst, der seine Gegner langsam zermürbte und dann, wenn sie „sturmreif“ waren, mit harten Treffern attackierte. Er hatte selbst in den gewonnenen Runden viele Treffer kassiert, die ihn in der Summe anfällig für eine harte Aktion von Alvarez machten. Man weiss nicht, ob er es selbst realisiert hatte oder ob er nicht glaubte, dass er sich besser schützen muss. Er wusste offenbar, dass er bei den Punktrichtern gut vorne liegt und den Kampf normalerweise zumindest nach Punkten gewinnen würde. Dass ihn Alvarez, der nicht unbedingt als KO-Schläger bekannt ist, dann so zur Strecke gebracht hat, war nicht absehbar.

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Am Samstag wird man sehen, was beide Boxer aus dem ersten Kampf gelernt haben. Für Kovalev würde eine weitere Niederlage bedeuten, dass er seinen Zenit überschritten hat. Es dürfte dann schwer werden, so schnell wieder an einen WM-Fight zu kommen. Dieses Rematch ist für den mittlerweile 35-jährigen richtungsweisend. Für den ein Jahr jüngeren Alvarez, der in seinen 24 bisherigen Kämpfen immernoch ungeschlagen geblieben ist, würden sich auch im Falle einer Nieerlage noch einige weitere Türen leicht öffnen.

Die Undercard ist relativ gut besetzt, auch wenn die ganz großen Kracherkämpfe fehlen. Am interessantesten dürfte die Begegnung zwischen den beiden ungeschlagenen Oscar Valdez (Mexiko, 24(19)-0-0) und Carmine Tommasone (Italien,19(5)-0-0) um den WBO-Titel im Federgewicht werden.

Was glauben die Boxen.de Fans? Schafft es Kovalev noch einmal „die Kurve zu kriegen“ und sich seinen Titel zurück zu holen? Welche Optionen hätte er im Falle einer Niederlage noch?

Hier noch einmal der erste Kampf:

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4 Kommentare

  1. 31. Januar 2019 at 07:41 —

    Mal sehen, ob Buddy McGirt in der Lage ist Kovalev nochmal zu motivieren. Wenn man von Vorkommnissen abseits des Sports hört, scheint die Hoffnung allmählich zu schwinden. Mal schauen was am Samstag passiert.

    Schlechte Nachrichten von den WBSS, Ivan Baranchyk hat laut ESPN das Turnier verlassen. Nach wie vor ist die Fortsetzung des Wettbewerbs ungewiss.

  2. 31. Januar 2019 at 09:16 —

    Ist es denn sicher, dass er eine Frau geschlagen hat? Scheint mir sehr frustiert zu sein oder einfach nur ein Arschloch.
    Ich glaube, dass er psychisch einen Knacks bekommen hat, nach der Sache mit Ward.
    Würde mich kein bisschen wundern, wenn er wieder was die Fresse bekommt.
    Manch einer kann mit Niederlagen einfach nicht umgehen. Kennt jemand Ronda Rousey von der UFC? Die hat’s auch nicht verkraftet. Bekam Depressionen wie viele Hochleistungssportler. Ist wohl zu viel Druck.

  3. 1. Februar 2019 at 17:38 —

    Kovalev sollte man nicht zu früh abschreiben, allein schon wegen seiner Schlagkraft. Sehe den Kampf eher 50/50.

  4. 3. Februar 2019 at 17:01 —

    Na hat der Krusher doch gut gemacht. Gürtel zurückgewonnen. Mal schauen wie es bei ihm weitergeht. Er sollte schauen, dass er einen der anderen drei Champs fordert. Alles andere würde für ihn in seiner jetzigen Karriere keinen Sinn machen.

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