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Sergey Kovalev siegt im Rematch gegen Eleider Alvarez

  • Die WBO hat einen neuen alten Weltmeister im Halbschwergewicht. In einem auf den ersten Blick unspektakulären Gefecht über 12 Runden holte sich Sergey Kovalev „seinen“ Gürtel zurück. Der zwischenzeitliche Besitzer Eleider Alvarez sah fast über die volle Distanz „keinen Stich“ und verlor mit 120:108 und 2x 116:112. Als unparteiischer Zuschauer kann man bestenfalls 2 ausgeglichene Runden an Alvarez geben. Kovalev dominierte den Kampf in fast jeder Runde überzeugend genug, um sich nach den 12 Runden wieder Weltmeister nennen zu dürfen.

Man sah diesem Rematch mit gemischen Gefühlen entgegen. Die spannende Frage lautete, wer von beiden Boxern die Erfahrungen aus dem ersten Kampf besser umsetzen wird. Das gelang Kovalev ohne jeden Zweifel besser als Alvarez. Der Russe vermied es diesmal, all zu viele Treffer zu nehmen. Er hielt sich den gebürtigen Kolumbianer mit vielen Schlägen vom Leibe und sorgte für die richtige Distanz zum Gegner. Dass dabei viele Schläge eher nur Alibicharakter hatten und nicht ins Ziel kamen, war vielleicht aber vielleicht auch nicht so gewollt. Es reichte eben aus, um Alvarez in Schach zu halten und nicht zum Zuge kommen zu lassen.

Besonders spektakuläre Aktionen blieben aus, Kovalev punktete fleissig und sammelte so Runde um Runde auf seinem Konto. Er sagte nach dem Kampf von sich selbst, er habe in diesem Kampf zu seinem Amateurstil zurück gefunden, mit dem er sehr erfolgreich war. Als Erfolg kann man wohl hauptsächlich die Zusammenarbeit mit Trainer Buddy McGirt und Konditionstrainer Teddy Cruz bezeichnen. Kovalev schaffte es diesmal besser, über die volle Disztanz den Druck aufrecht zu halten und baute in den letzten Runden nicht ab, wie man es schon öfter beim „Krusher“ gesehen hatte. Selbst in Runde 12 war er noch fit genug, sich erfolgreich gegen Alvarez zur Wehr zu setzen und dabei selbst eine Bedrohung für seinen Gegner darzustellen. Für einige Boxfans mag dieser Kampf langweilig ausgesehen haben, weil man vergeblich ein vorzeitiges Ende erwartet hat. Letztendlich war es von Kovalev eine boxerische und konditionelle Meisterleistung. Er hat alles dafür getan, seinen Gürtel zurück zu holen und dabei seinen Gegner klar und deutlich ausgepunktet.

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Es fällt schwer etwas zu finden, was Alvarez im Rematch besser gemacht hätte als im ersten Kampf. Er hatte die gleiche Strategie wie beim ersten mal, setzte sie aber schlechter um. Es gelang ihm diesmal nicht, Kovalev mit Nadelstichen nach und nach zu zermürben und in einen Fehler zu treiben. Der Russe wehrte die meisten Angriffe offensiv ab und war auf der Hut, sich nicht noch einmal so einen „Fangschuss“ einzuhandeln wie beim ersten Kampf. Alvarez gelang es einfach nicht, in die richtige Positionen zu kommen, aus der er Kovalev hätte gefährlich werden können. Das er nun den Gürtel wieder zurück geben musste, ist der besseren boxerischen Leistung Kovales geschuldet. Das muss auch er neidlos anerkennen.

Die Rückeroberung des WBO-Titels ist für die weitere Karriere Kovalevs wichtig. Der fast 36-jährige hat nicht mehr all zu viel Zeit, um auf höchstem Niveau zu kämpfen. Mir diesem Titel, den er zum 3. mal geholt hat, öffnen sich noch einmal Türen zu ertragreichen Verdienstmöglichkeiten. Man kann gespannt sein, welche Wege Kovalev und sein Management einschlagen werden. Wird er jetzt als nächstes erst einmal einen halbwegs sicheren Kampf gegen einen für ihn leichten Gegner bestreiten? Oder wagt er sich womöglich an Titelvereinigungen, um auch die anderen Gürtel zurück zu holen, die er schon einmal in seinem Besitz hatte? Dann bekäme er es mit seinen Landsleuten aus Russland zu tun. Gegen WBA-Champ Bivol oder IBF-Champ Beterbiev anzutreten wäre boxerisch bestimmt nicht weniger risikoreich, als es die Kämpfe gegen Ward waren. Allerdings kann man davon ausgehen, dass es dabei fairer zugehen wird, als es bei den 2 Kämpfen gegen Andrè Ward der Fall war. Kein russischer Boxer hat in den USA so eine Lobby bei Punkt- und Ringrichtern wie der Homeboy Ward sie hatte, auch wenn seine Fans das nach wie vor vehement abstreiten.

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2 Kommentare

  1. 4. Februar 2019 at 08:55 —

    Ich muss zugeben, dass ich eine derartige Performance von Kovalev nicht mehr erwartet hätte. Der Jab war ausgezeichnet, starke Konter gesetzt, die Kombinationen waren gut und vor allem scheint man im Camp an seiner Ausdauer gearbeitet zu haben. Glückwunsch an Buddy McGirt, er hat den Mann perfekt vorbereitet. Bleibt zu hoffen, dass er sein Privatleben wieder in den Griff bekommt.

  2. 4. Februar 2019 at 10:04 —

    ich fand den Kampf superlangweilg. Alvarez hat den Kampf hinter seiner Doppeldeckung verpennt.
    Er hat anscheinend nur auf den einen entscheidenden Schlag gelauert, den er nicht anbringen konnte.
    Kova war konditionell super unterwegs, aber so richtig glänzen kann man nunmal nicht, wenn der andere so viel Energie in die Verteidigung legt.

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