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Scott Quigg kommt von Niederschlag zurück und stoppt Jamie Arthur in Runde Acht

Der 23-jährige ungeschlagene Brite Scott Quigg verteidigte am Samstagabend seinen britischen Titel im Superbantamgewicht. In Bolton besiegte er seinen Herausforderer Jamie Arthur durch technischen KO in der achten Runde, hatte jedoch am Anfang enorme Probleme und musste sogar zum ersten Mal in seiner Karriere zu Boden.

Beide Boxer begannen verhalten und schauten sich ihren Gegner erst einmal gründlich an. Vor allem der haushohe Favorit Quigg ließ in der ersten Runde seine Fäuste kaum fliegen und legte den Rückwärtsgang ein um auf Kontermöglichkeiten zu warten. Die höhere Aktvität von Jamie Arthur bescherte diesem wohl dann auch die ereignisarme erste Runde. Doch in der nächsten Runde gelangen Quigg endlich die ersten guten Treffer. Nach einer Minute bereitete er mit einem guten Doppeljab die rechte Gerade vor, die sauber am Kinn von Arthur einschlug. Zudem konzentrierte Quigg, der nun entspannter wirkte, seinen Jab jetzt vornehmlich auf die Bauchregion von Arthur, was nicht zuletzt dazu beitrug, dass er den zweiten Durchgang gewann. Auch stellte Quigg die bessere Defensivarbeit zur Schau, da er die meisten Schläge von Arthur mit seiner Deckung blockte, auch wenn dieser in der dritten Runde wieder etwas mehr Erfolg hatte und Quigg vor Probleme stellte.

Zwar sah es so aus, als würde Quigg einfach nur nicht richtig aufdrehen, doch die vierte Runde bewies, dass es an Jamie Arthur lag, dass Quigg nicht so glänzte wie zuletzt gegen Jason Booth. Wie aus dem Nichts heraus brachte der 32-Jährige eine Linke ins Ziel, die Quigg zum ersten Mal in dessen Karriere zu Boden schickte. Quigg wollte instinktiv möglichst schnell wieder aufstehen, doch entschied sich dann dazu noch einmal auf ein Knie nieder zu gehen um mit dem Aufstehen zu warten bis der Ringrichter beim Anzählen bei Acht angekommen war. Arthur setzte nach und landete einige weitere gute Treffer, doch Quigg erholte sich schnell und wollte sich nun noch in derselben Runde revanchieren. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Quigg mit einem linken Haken, der Arthur durchschüttelte, den besten Treffer landete. Doch obwohl er die Runde stark beendete, verlor er sie wohl auf den Punktkarten mit 10 zu 8.

Durch diese Ereignisse angeregt nahm der zuvor etwas enttäuschende Kampf urplötzlich an Fahrt und auch an Klasse auf. Beide ließen nun ihre Fäuste fliegen und punkteten mit starken Treffern. In der füften Runde hatten dabei beide Boxer ihre Momente, doch Quigg, der nach einer rechten Gerade Arthur ein wenig ins Wackeln brachte, leistete die etwas bessere Arbeit und sicherte sich so wohl die Runde. Er ging inzwischen auch mehr zum Körper und ging konstant nach vorne, während Arthur nun durch den Ring zirkelte und selber inaktiver wurde. Scott Quigg beherrschte die sechste Runde klar und behielt auch in der siebten Runde eindeutig die Oberhand. Arthur sah zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal im Kampf wie der deutliche Außenseiter aus, zu dem er vor dem Kampf gemacht worden war, und beeindruckte nun hauptsächlich damit, wie gut er die Treffer Quiggs wegsteckte. Zu allem Überfluss öffnete Quigg gegen Ende der dominanten siebten Runde einen Cut am rechten Auge von Jamie Arthur. Der Ringrichter deutete korrekterweise an, dass dieser durch einen unabsichtlichen Kopfstoß entstanden war.

Zwar war der Kampf zu Beginn der achten Runde nach Punkten in etwa ausgeglichen, doch das Momentum sprach ganz eindeutig für Scott Quigg. Und nur wenige Sekunden später kam es dann auch schon zum Ende. Quigg konterte Arthur mit einem linken Haken zum Körper ab, der diesem offensichtlich Schmerzen bereitete. Arthur drehte sich nach dem Treffer einmal um die eigene Achse und wich nach hinten weg. Scott Quigg ließ eine rechte Gerade folgen, doch Ringrichter Richard James Davies sprang bereits dazwischen und brach den Kampf verfrüht ab. Zwar beschwerte sich Jamie Arthur kaum über den Abbruch, doch man hätte den Kampf sicherlich noch etwas länger laufen lassen können, und Arthurs Ecke verschaffte ihrem Protest gegen das Ende um so lautstärker Gehör.

Für den hoch gehandelten Scott Quigg, der sich auf Kollisionskurs mit dem ebenfalls ungeschlagenen Briten Carl Frampton zu befinden scheint, war es die erste erfolgreiche Titelverteidigung des britischen Gürtels, den er letzten Oktober gegen Jason Booth gewonnen hatte, aber vor allem auch der bislang schwerste Kampf seiner Karriere. Er verbesserte seinen Kampfrekord damit auf 24-0 mit 17 KOs, während Jamie Arthur seine dritte Niederlage in seinen letzten vier Kämpfen kassierte und auf 18-6 abfiel.

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