Top News

Schwerin wird vorzeitig Deutscher Mannschaftsmeister

Sieben Kämpfe, davon fünf Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage und der BC Traktor Schwerin ist vorzeitig deutscher Box-Mannschaftsmeister der Saison 2018/19 geworden.

Schon beim vorletzten Kampfabend der Box-Bundesliga am 23. Februar in der heimischen Palmberg-Arena haben die BCT-Fighter alles klargemacht. Gegen den amtierenden Titelverteidiger, den BSK Hannover-Seelze, siegte das selbstbewusst auftretende Schweriner Team überraschend deutlich mit 12:8.

Gut 1.100 begeisterte Zuschauer, darunter die Schweriner Box- Olympiasieger Andreas Zülow und Andreas Tews sowie Box-Vizeolympiasieger Richard Nowakowski, feierten – teils mit stehendem Applaus – ihren Mannschaftsmeister. Es war der erste Teamtitelgewinn seit 1998 für die traditionsreiche Box-Hochburg.

Vielversprechend war schon der Auftakt des Boxevents. Da bezwang der flinke Federgewichtler Arslan Khataev in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm seinen Hannoveraner Gegner Remi Bojani. Meist geschickt aus der Defensive agierend.

Nach dem Punktsieg schlussfolgerte der eloquente Ringsprecher Jan Müller ein wenig voreilig: „Der Grundstein ist gelegt!“ Tatsächlich bezwangen auch die Traktor-Boxer Deniel Krotter (bis 63 Kg) gegen Timur Beliak und der brillante Techniker Yaroslav Samofalov (69 Kg) gegen Muzamiru Kakande per Punktsieg ihre Gegner. Zwischenstand: 6:3 für die Traktor-Zugmaschine.

Nach der 20-minütigen Pause des Kampfabends unterlag jedoch der erfahrene Traktor-Mittelgewichtler Andrii Tereheria (75 kg; 165 Kämpfe/123 Siege) knapp dem starken BSK-Kämpfer Nikita Yakimchuk. Tereheria hatte sich allerdings die Hand heftig verletzt. Es sollte die einzige Niederlage für die Traktor-Zugmaschine sein.

Denn anschließend stieg Stepan Hrekul für Schwerin in den Ring. Der Halbschwergewichtler (bis 81 kg) und zweifache U22-Europameister trieb seinen Gegner Hasan Özer erbarmungslos mit permanenten Schlagserien vor sich her.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

In Runde drei warf die Rote Ecke (Hannover) nach schweren Treffern das Handtuch. „Es ist passiert!“, rief Ringsprecher Müller einmal mehr euphorisch. Und in der Tat: Der BC Traktor Schwerin führte mit 9:6 Punkten uneinholbar. Der Mannschaftstitelgewinn stand quasi fest.

Als dann BCT-Schwergewichtler Nadir Ünal seinen tapferen Kontrahenten Dmitri Lovchynskyi mit ungestümen Angriffen, doch ziemlich mühsam, nach Punkten bezwang und Publikumsliebling Nelvie Tiafack im Superschwergewicht dem routinierten Riesen Oleksandr Babych ein Unentschieden abtrotzte, kannte die Zuschauerbegeisterung keine Grenzen mehr.

„Wir wollen ganz nach oben“, sang die Band Sconehead (diesmal vom Band anstatt live) die Traktor-Hymne, Ringsprecher Müller rief: „Es ist vollbracht!“. Und ein sichtlich erleichterter Traktor-Beiratsvorsitzender Prof. Dr. Jens Hadler konstatierte: „Dank an alle, die das alles ehrenamtlich möglich gemacht haben! Dank an den Vorstandsvorsitzenden Frank Kleinsorg, der vieles im Hintergrund gemanagt hat, Dank an Sportdirektor Paul Döring, an unseren Trainer Sebastian Zbik und das gesamte Team.“

Cheftrainer Zbik, vor zwei Jahren beim Schweriner Neustart in die Box-Bundesliga nach eigenem Bekenntnis „noch echt skeptisch“, ist „ein bisschen ergriffen und echt stolz auf die tolle Mannschaftsleistung und auf unser Publikum, das dazu beigetragen hat.“

Am Traktor-Titelgewinn kann auch der letzte Kampf nichts mehr ändern. Am 30. März tritt der frisch gekürte Meister noch einmal an. Zum finalen Fight der Saison 2018/19 gegen Hertha BSC in Berlin.

Foto und Quelle: BC Traktor Schwerin

 

Voriger Artikel

SES-Veranstaltung mit geteiltem Echo

Nächster Artikel

Bauer boxt in Wolfsburg

Keine Kommentare

Antwort schreiben