Top News

Schwergewichtler Roman Gorst boxt sich nach oben

Ein Beitrag von FW

Schwergewichtler Roman Gorst boxt sich nach oben

 

4 Kämpfe, 4 Siege. Eine lupenreine Bilanz. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite: 4 Namen, die man noch nie gehört hat: Samir Barakovic, Nenad Letic, Jan Hrebik, Archil Gigolashvili.
4 Männer aus Georgien, Bosnien-Herzegovina, Serbien, Tschechien. Oder sollte man Boxer sagen? Egal. Zum Verlieren eingekauft. Oder anders gesagt: nicht, um zu gewinnen. Aufbaugegner, so lautet ein anderes Wort dafür. Klingt schöner, macht es aber nicht besser.

 

Aber das ist Boxeralltag und immer schon so gewesen. Auch für die Männer auf der anderen Seite des Rings. In diesem Fall für Roman Gorst. Der Mann aus der 15.000-Seelen-Kleinstadt Pockingen im Landkreis Passau hat sich viel vorgenommen: er will vorne mitboxen. Ganz vorne. Und dafür braucht man sie nun mal zu Karrierebeginn, die Aufbaugegner.

Giorgi Tamazashvili heißt der nächste, den Gorst vor die Fäuste bekommt. 24 Jahre alt, Georgier. 7 Kämpfe, 3 Siege, 4 Niederlagen. Immerhin. Fast schon eine ausgeglichene Bilanz. Etwas merkwürdig allerdings, dass alle Siege und auch alle Niederlagen durch KO erfolgt sind. Ein Boxer ohne Deckung, der harte Hände schlagen kann? Wir reichen die Frage an Roman Gorst weiter.

Boxen.de:

Tamazashvili ist – wie Du uns erzählt hast – erst sehr kurzfristig als Gegner verpflichtet worden. Ich vermute mal, es gibt keine Videos von seinen bisherigen Kämpfen. „Hauen“ kann er möglicherweise … Du hast 170 Amateurkämpfe auf der Uhr, bist also der erfahrenere Mann, kann Dich das trotzdem abschrecken?

Roman Gorst:

Ich denke schon, dass er „hauen“ kann. Aber vermutlich fehlt ihm die Erfahrung, das so einzusetzen, dass er mich ernsthaft in die Bredouille  bringen könnte. Ich war lange bei den Amateuren aktiv und habe gelernt,  mit schwierigen Gegnern und schwierigen Situationen klar zu kommen. Sagen wir`s  mal so: ich denke, ich kann damit umgehen.

Boxen.de:

Taktik und Marschroute in einem Kampf hängen ja immer vom jeweiligen Gegner ab. Wenn man über den nichts weiß, wie Du jetzt, dann heißt es quasi „erstmal sehen, was der so draufhat“ und dann entscheidet man intuitiv im Ring, wie es weitergeht?

Roman Gorst:

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Ja, so in etwa läuft das ab. Klar, man setzt sich sozusagen ein paar „Aufgaben“, überlegt sich, wie man in den Kampf reingeht  und schaut dann erstmal, wie der Gegner agiert oder reagiert. Und daraus ergibt sich meistens der Rest.

Boxen.de:

Am Samstagabend stehst Du im Ballhaus Forum in Unterschleißheim gegen Giorgi Tamazashvili im Ring, dein fünfter Profikampf seit Ende September vergangenen Jahres. Grob überschlagen boxt Du also einmal im Monat … wie lange soll das so weitergehen?

Roman Gorst:

Gerne erstmal so weiter, wie bisher. Die “10” würde ich gerne 2019 noch vollmachen. Im Augenblick sind das ja alles noch auf nur wenige Runden angesetzte Kämpfe, aber das wird sich im Laufes des Jahres noch ändern und dann werde ich nicht mehr so oft in den Ring steigen: ab 10 Runden werden es dann definitiv weniger Kämpfe.

Boxen.de:

Obwohl Du ja erst seit einem guten halben Jahr Profi bist, hast Du ja auch schon Kubrat Pulev als Sparringspartner unterstützt … was sagst Du zum aktuellen „Kuss-Skandal“? Möchte die geküsste Journalistin nur etwas “Kasse machen”. Ist das ein Marketing-Trick von Pulevs Management? Oder traust Du Pulev solch unbedachtes Handeln zu?

Roman Gorst:

Kubrat habe ich als total netten Typen kennengelernt und ich denke, dass die beiden sich schon länger kennen. Kubrat war dann nach dem Kampf so gut drauf, dass das einfach passiert ist. Wenn man sich das Video ansieht, wirkt sie nach der „Kussattacke“ ja auch nicht sonderlich  „abgeneigt“. Und jetzt macht sie einen Skandal daraus? Das verstehe ich nicht, aber das ist nur meine eigene Meinung dazu.

Boxen.de:

Zurück zu Roman Gorst: 4 Kämpfe, 4 KO-Siege, wie lautet Deine Prognose für den Kampf Nummer 5 gegen Tamazashvili? Und kann man den Fight  irgendwo sehen?

Roman Gorst:

Meine Vorbereitung war so gut, wie noch nie. Ich habe viel gesparrt, unter anderem mit Peter Milas und ich werde alles geben, um den Ring als Sieger zu verlassen. Zu sehen ist mein Kampf gegen Giorgi Tamazashvili am Samstag  kostenfrei ab 17:30 Uhr auf Ranfighting.

Boxen.de:

Dann drücken wir dir die Daumen! Danke für das Interview.

Voriger Artikel

Wojcicki trifft VfL Wolfsburg Fußball-Stars

Nächster Artikel

Wladimir Klitschko – Comeback oder weiter im Ruhestand?

6 Kommentare

  1. 5. April 2019 at 10:30 —

    Hmmm…wenn Gorst ganz nach oben will, dann hat er mit jetzt 29 Jahren so viiiiiel Zeit auch nicht mehr, da sollten die Gegner eigentlich auch schon besser sein als bisher!
    Vermutlich wird er nur einer von vielen Schwergewichtlern sein/bleiben!?

    @ Schreiberling

    Der kommende Gegner hat 3 Siege und 4 Niederlagen und nicht umgekehrt wie es in deinen Bericht steht!

  2. 5. April 2019 at 11:24 —

    Oops … Danke, ändere ich gleich.

    Und immer dran denken: im Boxen ist alles möglich 😉

    • 5. April 2019 at 17:58 —

      Jaaaaaaaaa, da bin ich ganz deiner Meinung, im Boxen ist alles möglich!
      Nur, ich sehe in Deutschland derzeit keinen Schwergewichtsboxer der es mal ganz nach oben an die Weltspitze schaffen könnte!

      Vielleicht schafft es mal Agit Kabayel der amtierende EBU-EM, meiner Ansicht nach der wirkliche EM, wenn er weiter an sich arbeitet und vor allen Dingen an seiner Deckung feilt, gegen die erweiterte Weltspitze mitzuhalten!?
      Aber auch der EBU-EM-Titel ist schon ein sehr guter Gratmesser!

  3. 5. April 2019 at 11:38 —

    Hauptsache er, oder jemand hinter ihm, hat eins genug. Nämlich Geld. Das brauchst du um es nach oben zu schaffen. Siehe zb Mario daser

    Als gatekeeper hingegen dürfte auch, wenn man es schlau macht bzw anständig gemaged wird, mal was vom Geld hängen bleiben.

    Fazit: weg nach oben. Geld rein stecken. Weg nach unten.. Geld raus ziehen.

  4. 5. April 2019 at 13:35 —

    Habe gerade ein sehr interessantes Interview geführt … als Randnotiz taucht da auch ein Boxtrainer auf, der mal gesagt hat:
    “Im Boxen gibt es keine Gewinner und keine Verlierer. Es gibt nur Verdiener!”

  5. 6. April 2019 at 21:57 —

    … mit 29 Jahren und 1,86m Größe im Schwergewicht der heutigen Zeit zu beginnen, das wird nicht mal für eine Einbauküche für die Mama reichen.
    .
    PS. gewonnen hat er wohl heute durch KO. Die neue 579 der unabhängigen Rangliste.

Antwort schreiben