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Schwergewicht – Welcher bei Olympia erfolgreiche Nachwuchsboxer wird ein WM-Anwärter ?

Beitragsbild: Cristiana Giustino

Es gibt bekanntlich so einige Boxer, die Ambitionen auf einen zukünftigen WM-Kampf haben. Darunter viele, die sich schon länger Zeit in der ersten Reihe des Schwergewichts zu behaupten versuchen und einige Nachwuchsboxer, die z.B. bei den Olympischen Spielen in Rio erfolgreich waren und nun auch als Profis ganz nach oben kommen wollen.

Die Medailliengewinner von Rio in der Superschwergewichtsklasse waren Tony Yoka (Gold, Frankreich), Joseph Joyce (Silber, GB) und Filip Hrgovic (Bronze, Kroatien). Die zweite Bronzemedaillie bekam Iwan Dytschko (Kasachstan). Wer von diesen 4 ins Profilager gewechselten Schwergewichtler ist der aussichtsreichste Kandidat um den Durchbruch an die Weltspitze des Profiboxens zu schaffen? Man kann sie selbstverständlich nur nach ihren bisherigen Leistungen beurteilen. Aber vielleicht ist es auch nicht ganz unwichtig, mit wem sie den Weg im Profiboxen gehen.

Filip Hrgovic ist seit September 2017 Profi. Der 26-jährige hat bisher 6 Profikämpfe erfolgreich absolviert und 5 davon vorzeitig gewonnen. Mit seinem letzten Sieg gegen Amir Mansour holte er sich den WBC-International-Gürtel und belegt im BoxRec-Ranking #16. Während er beim WBC und der IBF noch nicht weit oben anzutreffen ist, haben ihn die WBA und die WBO bereits in den Top 15 gelistet. Hrgovic kämpft am 8. Dezember in Zagreb gegen Kevin „Kingpin“ Johnson und bekommt damit den zweiten bekannten Namen in seinen Kampfrekord. Zu verdanken hat er das seinem Management, der Sauerland Promotion. Offenbar versucht das Sauerland-Team nach dem Weggang von Kubrat Pulev einen neuen Boxer im Schwergewicht zu etablieren. Dabei wird nach dem altbekannten Muster vorgegangen: Mit möglichst leicht schlagbarer Gegnerschaft in den Rankings nach oben steigen und zu einem kleinen Titel eines der 4 großen Verbände kommen. Man behandelt Boxer bei Sauerland wie rohe Eier und hält jedes Risiko fern. Man wartet geduldig ab, was sich ergibt. Pluspunkt bei Hrgovic ist seine Schlaghärte. Allerdings muss man auch sehen, dass sein letzter Gegner Amir Masour bei dem Kampf um den WBC-International wenig Ambitionen zeigte und die KO-Niederlage grinsend über sich ergehen lies. Hrgovic wurde als Profi noch von keinem ebenbürtigen Boxer angetestet.

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Iwan Dytschko (Im Bild oben rechts) erkämpfte wie schon zuvor bei den Olympischen Spielen in London auch in Rio eine Bronzemdedaillie. Er wechselte im September 2017 ins Profilager und hat bisher 7 Kämpfe absolviert, die er alle vorzeitig gewinnen konnte. Der 28-jährige hat seinen Wohnsitz von Kasachstan in die USA verlegt und wohnt jetzt in Florida. Seine Kämpfe fanden bei wechselnden Veranstaltern statt. Er war erst bei einem australischen Promoter, der Pleite ging. Dytschko brauchte jeweils maximal 3 Runden um seine Gegnerschaft aus dem Weg zu räumen. Besondere Herausforderungen oder große Namen als Gegner gab für ihn bisher noch nicht. In der BoxRec-Liste ist er international auf #92 zu finden. Folgerichtig sucht man seinen Namen in den Top 15 der 4 großen Verbände noch vergebens. Für ihn wäre es vielleicht angebracht, wenn er sich einem guten Promoter anschließt, der ihn richtig fördert und auf die Erfolgsspur bringt. Ob sein gegenwärtiger Vertragspartner, die „Heavyweight Factory“ dafür der richtige Partner ist, wird sich erst noch zeigen müssen. 

Joseph Joyce wird als Profi unter dem Namen Joe Joyce geführt. Der 33-jährige ist seit Oktober 2017 Profi und hat seit dem 7 Kämpfe absolviert, die er alle vorzeitig gewinnen konnte. In der BoxRec-Liste liegt er gegenwärtig auf #35. Der Brite kämpfte zuletzt 2x in den USA. Im letzten Kampf am vergangenen Samstag holte er den WBA-Continental Titel durch KO 1 gegen den Amerikaner Joe Hanks. Das reichte aus, um ihn im WBA-Ranking auf #10 zu bringen. In den anderen 3 großen Verbänden ist er noch nicht in den Top 15 angekommen. Joyce wird in GB von David Haye und in den USA von Richard Schäfer betreut. Haye und Schäfer arbeiten zusammen in der Firma „Ringstar-Promotions“. Joe Joyce geht zielstrebig seinen Weg und scheut von sich aus kein Risiko. Er hat am letzten Samstag seine Herausforderung gegen den Kubaner Luis Ortiz erneuert. Ortiz, der ebenfalls am Samstag in Los Angeles im Ring stand, scheint nicht abgeneigt zu sein und sagte, dass es ihm Vergnügen bereiten wird, Joyce die erste Niederlage beizubringen. Man wird sehen, was aus dieser Kampfansage wird.

Tony Yoka ist der Olympiasieger von Rio. Der 26-jährige wurde im Juni 2017 Profi und bekam in seinem ersten Profikampf den in 12 Kämpfen unbesiegten Amerikaner Travis Clark vor die Fäuste. Yoka gewann den Kampf durch KO 2 und danach weitere 4 Kämpfe (3 durch KO). Auch Tony Yoka unterschrieb einen Vertrag bei „Ringstar-Promotion“ von Haye und Schäfer. Er wird von deren französischem Ableger „Ringstar France“ (Jerome Abiteboul) betreut. Yoka wurde von der französischen Anti-Doping Agentur AFLP zeitweise gesperrt, weil er bei unangemeldten Dopingkontrollen 3x nacheinander nicht anzutreffen war. Der 2,01m Riese mit einer Reichweite von 2,08m wurde als Profi noch keinem wirklich hartem Test gegen einen soliden Gegner unterzogen. Er war 2015 Amateurweltmeister und hatte nach seinem Olympiasieg und dem Wechsel zu den Profis in Frankreich einen TV-Deal mit France – Canal Sport abgeschlossen, der ihm 8 – 10 Millionen Euro einbringen sollte. Sein erklärtes Ziel ist es angeblich, auch als Profi Weltmeister werden zu wollen. Seine bisherige Gegnerschaft war allerdings alles andere als geeignet, ihn auf die richtige Schiene zu setzen. In der BoxRec-Liste ist er erst auf #42 zu finden. In den Top 15 der großen Verbände sucht man ihn bisher auch noch vergebens. Ob er jemals zu den Erfolgen anderer Olympiasieger wie Povetkin, Klitschko oder Joshua aufschließen kann, ist noch nicht abzusehen.

Was sagen die boxen.de Experten? Wer von den genannte 4 bei Olympia dekorierten Nachwuchs-Schwergewichtlern hat das nötige Rüstzeug und die besten Bedingungen, im Ranking weit nach oben und am ehesten vielleicht sogar zu einem WM-Shot zu kommen?

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7 Kommentare

  1. 8. Dezember 2018 at 11:39 —

    Joyce muss wohl das größte Risiko gehen wenn er schnell nach oben will, mit 33 Jahren hat er soooo viel Zeit nicht mehr.

    @ reineckefuchs

    Ivan Dychko aus Kasachstan 7-0-0 ( 7 Ko ) . Profi seit 29.9. 2017 und der ist identisch mit dem der die 2. Bronzemedaillie gewonnen hat!

    • 8. Dezember 2018 at 12:55 —

      Ja du hast Recht. Da bin ich auf einem falschen Pfad gewesen. Ich werde den Artikel ändern.

      Wiki ist leider nicht auf dem neuesten Stand, daran hatte ich mich orientiert und nicht weiter gesucht (Klick)
      .
      Danke dir.

  2. 8. Dezember 2018 at 16:54 —

    Interessanter Artikel. Ich persönlich habe diese vier Herren bisher recht wenig verfolgt und ihre bisherigen Erfolge als Profis lesen sich auch alle noch recht überschaubar.

    Jemand der als Amateur erfolgreich war, kann durchaus eine gute Profikarriere hinlegen. Oft hat man aber auch gesehen, dass es für ganz oben bei den Big 4 nicht gerreicht hat.

    Mal schauen. Ich glaube in ein bis zwei Jahren wird man da mehr sehen und dann auch dazu sagen können.

  3. 8. Dezember 2018 at 23:13 —

    Diese Information darf von Johannes gelöscht werden, da sie eigentlich nicht auf diese Seite gehört.
    Man möge mir diesen einmaligen Fauxpas verzeihen.
    Trotzdem:
    Vitali und Wladimir Klitschko spenden bei der großen Spendengala “Ein Herz für Kinder” je 5000 Euro.
    Hut ab.

    • 9. Dezember 2018 at 00:24 —

      Schon gut globuli … Das ist ja aller Ehren wert, aber glaub mir, wenn du einem Patenkind in Ghana zu Weihnachten 100 € schickst, musstest du dafür mehr arbeiten, als die Klitschkos für 2×5000.

    • 9. Dezember 2018 at 15:47 —

      Vitali und Wladimir Klitschko spenden bei der großen Spendengala “Ein Herz für Kinder” je 5000 Euro.
      Hut ab.

      das ist doch nichts, das ist ein furz für die.
      finde ich eher geizig von denen
      war bestimmt voll erzwungen weil die dort waren und es nicht gepasst hätte nichts zu spenden

      erinnert mich i.wie an sankt martin
      der typ der zu geizig gewesen ist einem bettler seinen mantel zu schenken, ihn lieber kaputt gemacht hat und ihm nur die hälfte gab.

      absoluter geizhals.

  4. 9. Dezember 2018 at 22:52 —

    Freut mich, dass ich zu diesem Thema polarisiert habe, die Reaktionen darauf waren von mir bewusst beabsichtigt.

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