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Sauerlands „Nordic Fight Night“ – 21. Januar Stuer / Dänemark

Beitragsbild: Dina Thorslund / Team Sauerland

Den Auftakt der diesjährigen Sauerland-Events machte Nisse Sauerland (SPAG) mit einer Veranstaltung in Stuer / Dänemark. Neben einem Juniorinnen-Titelkampf um den WBC-Youth im Superbantam im zwischen der Dänin Dina Thorslund (8(5)-0-0) und der in München lebenden Rumänin Xenia Jornaerc (7(2)-2-0) gab es weitere 5 Fights zu sehen. In Deutschland konnte man ab 19:00 Uhr auf ranfighting.de live dabei sein.

Für das größte Interesse zumindest beim Hallenpublikum in Stuer dürfte der Frauenkampf gesorgt haben. Dina Thorsland ist in Stuer beheimatet und kämpfte zum ersten mal vor heimischer Kulisse. Zwischen den beiden 23-jährigen Boxerinnen schien es von Beginn an klar zu sein, wer die Favoritenrolle hat. Der Kampf ging mit 3x 100:90 an die Lokalmatadorin. Es wurde bei diesem Junioren-WM-Kampf allerdings auch klar, dass es für Thorsland bis zur Weltspitze noch ein weiter Weg ist. Mehr als ein lockeres Sparring war es nicht, was man da sehen konnte.

Der bekanntste und hochrangigste Boxer dieser Veranstaltung war der Däne Patrick Nielsen (29(14)-1-0). Er bekam es im Supermittelgewicht über 10 Runden mit dem Kolumbianer Beibi Berrocal (17(16)-4(2)-0) zu tun. Auch dieser Kampf verlief recht unspektakulär und ging mit 3x 98:91 an den 25-jährigen Dänen. Man wird abwarten müssen, wohin die Reise mit Nielsen geht und wie weit es reichen kann für ihn. Gegenwärtig tritt er in der 2. Reihe seiner Gewichtsklasse auf der Stelle. Nielsen ist in den Verbänden WBC (#11) und WBA (#4) recht gut gelistet. Ob es aber jemals zu einem Duell zwischen ihm und z.B. Tyron Zeuge kommen wird, ist offen. Erinnert man sich einige Jahre zurück, wurde es vom Sauerland – Imperium vermieden, Arthur Abraham und Mikkel Kessler gegeneinander kämpfen zu lassen. Sie hätten bestenfalls im Super-Six-Turnier aufeinander treffen können, aber dazu kam es nicht.

Eine große Ankündigung gab es vor dem Kampf von Stefan Härtel (13(1)-0-0) . Der 28-jährige Berliner will laut Sauerland – News 2017 um seinen ersten internationalen Titel Boxen. Das kann man gerne erst einmal so stehen lassen. Die SAT1 Boxexperten machten in der Kampfankündigung daraus, dass Härtel in diesem Jahr „seinen ersten WM-Titel“ holen will. Darüber muss man wohl nicht weiter nachdenken. Der Berliner hatte vor dem Kampf gegen den Polen Tomasz Gargula (18(5)-5(4)-1) 12 Siege auf seinem Konto. Allerdings waren das alles Punktsiege, kein einziger vorzeitiger Erfolg. Im 13. Kampf sollte nun ein KO her. Es gelang Härtel, seinen Gegner in Runde 1 auf den Boden zu schicken. Gestoppt wurde der Pole aber erst in Runde 8 durch den Ringrichter, der den sichtlich überforderten Gargula stehend aus dem Kampf nahm. Zuvor konnte Härtel zwar -zig mal gute Kopftreffer landen, aber zum KO-Sieg reichte es eben nicht. Will man Härtels Leistung postiv bewerten, kann man seine technische Klasse loben. Will man unbedingt kritisch sein, könnte man sagen, dass er die Hilfe des Ringrichters brauchte, um endlich mal einen vorzeitigen Sieg in seinen Kampfrekord zu bekommen. Ein Kampf um einen internationalen Titel ist 2017 gewiss möglich, wenn das Sauerland-Team in gewohnter Manier einen maßgeschneiderten Gegner und einen freien kleinen Titel auftreibt. „Seinen ersten WM-Titel holen“, wie es die SAT1- Berichterstattung im Vorfeld posaunte, fällt wohl eher unter die nette Umschreibung #alternativeFakten, wie wir seit Neuestem wissen. Leider war von diesem Kampf auf den ersten Blick auf youtube Nichts zu finden.

Für eine kleine Überraschung sorgte der Kampf im Mittelgewicht zwischen dem in Dänemark lebenden Palästinenser Abdul Khattab (15(4)-2(2)-0) und dem in Berlin lebenden Armenier Arman Torosyan (18(15)-3(1)-1). Der Heimboxer musste bereits in Runde 1 runter und konnte sich während der gesamten Kampfdauer nicht gegen den Berliner durchsetzen. Khattab unterlag dann in Runde 6 durch KO. Torosyan konnte sich mit diesem weiteren Sieg für nächste gute Fights empfehlen. Selbst wenn es für ihn vielleicht nicht für Reihe 1 des internationalen Mittelgewichts reichen wird, ein sehr guter Prüfstein für aufstrebende Boxer und ein guter Herausforderer ist er schon mal auf jeden Fall.

In 2 weiteren Kämpfen wurden der Däne Mikkel Nielsen (Halbmittel, 2(1)-0-0) mit einem Punktsieg und der Frankfurter Leon Brunn (Halbschwer, 2(2)-0-0) mit einem KO 2 Erfolg ihren Aufgaben gerecht.

Am kommenden Wochenende sollte es im “hohen Norden” einen weiteren Boxsport-Höhepunkt geben. Der Kampf  um 5 Titel im Weltergewicht zwischen der Norwegerin Cecilia Braekhus und der Schwedin Kara Svensson in Oslo wurde wegen einer Grippeerkrankung von Braekhus auf den 24. Februar verlegt.

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2 Kommentare

  1. 24. Januar 2017 at 18:30 —

    A. Torosyan ist ein recht solider Boxer der 2. Reihe, der die für ihn wichtigen Kämpfe in Deutschland gegen Lawal und Gutknecht zwar verloren hat, aber in Dänemark jetzt zum 3. Mal gegen die vermeintlichen Favoriten jeweils durch Ko gewonnen hat!
    Hätte er einen starken Promoter im Rücken wäre sein Weg wohl etwas anders verlaufen und er hätte bestimmt auch eine kleine Titelsammlung, auch wenn es zum WM-Titel nicht gereicht hätte!

    Patrick Nielsen ist der Pflichtherausvorderer von Stieglitz um die EBU-EM, mal sehen wie lange Stieglitz ihm aus dem Weg gehen kann!?

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