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Sauerland-Veranstaltung in Neubrandenburg

 

Bildmontage: SKY

Wie bereits im Vorfeld dieses Events absehbar war, bekamen es nur die Hauptkämpfer Brähmer und Kölling mit ernsthaften Gegnern zu tun. Die Undercard dieser Veranstaltung war maßgeschneidert für die Sauerland-Boxer. Das lässt man zumindest bei den jungen Nachwuchsboxern auch gerne durchgehen.

Havnaa, Bauer, Peil und Davis lösten ihre Aufgaben erwartungsgemäß bereits in der ersten oder zweiten Runde. Bei Cruisergewichtler Artur Mann hatte man wohl nicht mit der Leistungsfähigkeit und dem Siegeswillen seines Gegners Pavela Nevedomskis gerechnet. „Thunder“ Mann gab zwar nur 2 Runden ab (3x 78:74) musste aber in den 8 Runden ständig durchziehen um den Gegner aus Littauen in Schach halten.

Wie sich das Sauerland-Team die Zukunft von David Price vorstellt, liegt für die „Außenwelt“ im Nebel. Jeder Boxfan weiß, dass Price nicht die Härte besitzt, gegen gute Gegner zu bestehen. Er fertigte Ivica Perkovic in 2 Runden ab, was bei so einem Journeyman kein Kunststück ist. Perkovic war offensichtlich zum Verlieren eingekauft. Jedes mal, wenn der Kroate leicht getroffen wurde, schaupielerte er schwere Wirkungstreffer. Nachdem er in der ersten Runde nach Kopftreffern runter ging, hatte er im 2 Durchgang zwei Körpertreffer zu verschmerzen. Das war ihm dann wohl zuviel und er krümmte sich. Ringrichter Jörg Milke beendete den Kampf, da der Kroate nicht mehr weiter machen wollte. Man kann gespannt sein, gegen wen Price beim nächsten mal kämpfen wird, falls sein Vertrag nicht sowieso demnächst endet. Zu mehr als Undercard-Kämpfen kann man den Briten nicht gebrauchen. Schade um die Börsen, die Sauerland dabei verschwendet. Hier der Kampf: (Klick)

Etwas anders sieht es bei Vincent Feigenbutz aus. Nach einem enormen Höhenflug wurde der Karlsruher vom Italiener Giovanni de Carolis „eingebremst“ und ist dabei, seinen Boxstil vom „Haudrauf“ in Richtung besserer Technik zu verändern. Er bewies im Kampf gegen den Argentinier Guilliermo Andino, dass er dazu gelernt hat und kämpfte diesmal ohne Brechstange. Feigenbutz zermürbte den Argentinier, der mit zunehmender Kampfdauer vollkommen überfordert war. In Runde 6 kam das Handtuch aus der argentinischen Ecke. Für Feigenbutz war dieser Kampf eine Zwischenstation zum Fight gegen Mike Keta vor heimischem Publikum im Dezember.

Halbschwergewicht WBA-Inter-Conti Enrico Kölling hatte den Südafrikaner Ryno Liebenberg als Gegner. Das war der erste Kampf auf Augenhöhe bei dieser Veranstaltung. Über die Bewertung dieses Fights kann man genau so geteilter Meinung sein wie die 3 Punktrichter. Weder Kölling noch Liebenberg konnten eindeutig überzeugen. Das Urteil (116:112, 111:117 und 117:111) will nicht recht zu dem passen,was man zu sehen bekam. Zwischen 116:112 und 112:116 war vielleicht Alles möglich, aber weshalb 2 Punktrichter solche gegensätzlichen Ausreisser gesehen haben wollen, ist unklar. Ein salomonisches Unentschieden wäre vielleicht angebrachter gewesen, als ein geschmeichelter Sieg für den Sauerland-Boxer. Kölling hätte seinen Gürtel behalten und sich nicht beschweren können. Was er gezeigt hat, war verhältnismäßig gut, aber der Südafrikaner war nicht viel schlechter. Das ihm zumindest von 2 Punktrichtern ein guter Sieg zugestanden wurde, wiegt ihn womöglich in trügerischer Sicherheit, dass er bereits genug kann.

Der Hauptkampf zwischen Brähmer und Cleverly hatte eine lange Vorgeschichte, weil Beide bereits vor 5 Jahren gegeneinander kämpfen sollten. Das Ergebnis war für Brähmer, seine Fans und das Sauerland-Team ernüchternd. Nach 6 Runden stieg der WBA-World-Champ wegen Schmerzen im Ellenbogen aus. Bis dahin konnte man einen relativ ausgeglichenen Kampf sehen, der noch nicht entschieden war. Von den ersten 6 Runden kann man jeweils 3 an Brähmer und den Briten geben. Es wurde aber deutlich, dass Brähmer mit Cleverly kein leichtes Spiel hatte. Will man einen Queervergleich zum Kampf zwischen Cleverly und Kovalev anstellen, wird schnell klar, dass zwischen den boxerischen Fähigkeiten von WBA-World Brähmer und WBA-Superchamp Kovalev ein erheblicher Unterschied besteht. Während der „Krusher“ sich von Cleverly kaum beeindruckt zeigte und dem Briten von Beginn an seinen Kampf aufzwang, hatte Brähmer ganz schön zu rudern, die Angriffe Cleverlys abzuwehren und ausreichend Paroli zu bieten. Ob nun die Ellenbogenverletzung tatsächlich so schlimm war, muss Brähmer selbst wissen. Es war allein seine Entscheidung, nach der ersten Kampfhälfte den Notausgang zu wählen. Nach Angaben des Schweriners gibt es eine Rückkampfklausel. Mit einem Rematch ist allerdings in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Hier der Kampf zwischen Brähmer und Cleverly: (Klick)

Brähmers Titel istdamit erst einmal futsch. Ob ein Rückkampf besser für ihn ausgeht, sei dahingestellt. Damit geht es ihm nicht alleine so. Vielleicht kommen ja SAT1 und die verschiedenen deutschen Boxställe 2017 auf eine ganze andere Idee: Ein Turnier zwischen Abraham, Stieglitz, Brähmer und Sturm würde vielleicht noch einmal mehr Interesse wecken, als aussichtslose WM-Kämpfe, ominöse Punkturteile oder Fights gegen gekaufte Verlierer. Ist dieses Turnier abgeschlossen, könnten alle 4 in den Ruhestand gehen. Sie dürften in ihren Profijahren genug verdient haben, um mit ihren Familien auch in Zukunft ein gutes Leben zu führen. Man soll je bekanntlich aufhören, wenn es “am schönsten” ist. Diesen Punkt haben alle 4 bereits überschritten. Aber viellecht kriegen zumindest 3 davon ja noch die Kurve, bevor es nur noch peinlich und beschämend wird.

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4 Kommentare

  1. 4. Oktober 2016 at 16:44 —

    Wie siehts denn mit Culcay v Andrade aus? Soweit ich weiss hat Sauerland die Versteigerung gewonnen.. Kommt raus aus euren löchern ihr Insider

  2. Abraham vs Sturmic wird kommen, aber der kampf muss erst noch aufgebaut werden.

    2054 ist es dann soweit!

  3. 4. Oktober 2016 at 23:27 —

    ”’ Ob nun die Ellenbogenverletzung tatsächlich so schlimm war, muss Brähmer selbst wissen.”’hatte Brähmer ganz schön zu rudern, die Angriffe Cleverlys abzuwehren und ausreichend Paroli zu bieten.””Ob ein Rückkampf besser für ihn ausgeht, sei dahingestellt.”’..na, hat da jemand Geld verloren weil er auf den Falschen gesetzt hat?

    ”’Diesen Punkt haben alle 4 bereits überschritten. Aber viellecht kriegen zumindest 3 davon ja noch die Kurve, bevor es nur noch peinlich und beschämend wird.”’Fights gegen gekaufte Verlierer.”’ …..Objektive Berichterstattung ist was anderes.

  4. 5. Oktober 2016 at 09:57 —

    Abraham soll am 12.11 im monaco gegen murray boxen.

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