Top News

Sattelzug gegen Güterzug

Sattelzug gegen Güterzug

Das scheint wohl das „inoffizielle Motto“ zu sein, unter dem Tyson Fury und Deontay Wilder am 24. Juli in der T-Mobile Arena in Las Vegas zum dritten Mal aufeinander treffen. Viel verbales Ballyhoo wird es vor der Begegnung möglicherweise nicht geben. Wie Wilders Co-Manager Shelly Finkel gegenüber „Sports Illustrated“ erklärt hat, habe ihm der ‚Bronze Bomber‘ mitgeteilt: „Wenn Fury reden will, dann lasst ihn reden.“ Wilder wolle nicht reden, sondern nur kämpfen, führte Finkel weiter aus.

Ganz ohne eine Antwort auf Furys Provokationen ging es dann aber doch nicht: nachdem Tyson Fury auf der Pressekonferenz in Los Angeles verkündet hatte, er würde Wilder überrollen, als ob er ein „18-Wheeler“ (eine Zugmaschine mit Anhänger/n) wäre, ließ Wilder in einem Antwortvideo verlauten: „You say you’re a semi truck but I’m a freight train.“ … „Du sagst, Du bist ein Sattelzug, aber ich bin ein Güterzug!“

Ob es Wilder tatsächlich gelingen wird, „den Güterzug raushängen zu lassen“,  bleibt abzuwarten. Die Entscheidung des 35-jährigen, mit Malik Scott einen Mann zu seinem Trainer zu machen, den er im Jahr 2014 in der ersten Runde ausgeknockt hatte, ist in der Boxszene nicht unumstritten. Auch Chris Colbert, WBA-Interimsweltmeister im Superfedergewicht, glaubt, dass diese Entscheidung falsch war. Im Gespräch mit „FightHype“ sagte der 24-Jährige: „Fury wird ihn schlagen. Wie willst du von jemandem lernen, den du ausgeknockt hast?“

Wilder allerdings hält Malik Scott nach eigenem Bekunden für einen guten Trainer: „Im Kopf ist er ein Genie, er weiß, was zu tun ist. Aber er hatte einfach nicht den athletischen Körper, um das auszuführen, was er in seinem Kopf hat!“

Natürlich geht es ganz ohne Provokationen in der Vorbereitungsphase – zumindest für Tyson Fury – nicht und so hat Tyson Furys Kumpel Isaac Lowe nun ein Video online gestellt, in dem Fury beim Training den WBC-Gürtel trägt, der früher von Deontay Wilder gehalten wurde.

Der dazugehörige Dialog lautet wie folgt.

Lowe: „Tyson ist im Gym. Was trägst du, Tys?”

Fury: „Ich trage meinen Meistergürtel. Warum auch nicht? Jeder, der diesen Gürtel hätte, würde damit trainieren, oder?”

Eine Antwort vom ‚Bronze Bomber‘ steht bislang noch aus, ich könnte mir aber vorstellen, dass dieser Stachel Wilder tief getroffen hat.

Deswegen vermute ich, dass trotz Wilders „Schweigegelöbnis“, eine Fortsetzung folgt!

Voriger Artikel

Tippspiel KW 26/27 - 03.07.2021 – 07.07.2021

Nächster Artikel

Riddick Bowe - zurück in den Ring

3 Kommentare

  1. 4. Juli 2021 at 09:02 —

    Wilder hat es ja verdient, dass man ihn nirgendwo in der Boxgemeinde ernst nimmt; denn wenn man nicht boxen kann, dann hat man im Ring auch nichts zu suchen. Aber was ist, wenn man nicht boxen kann, aber dennoch in den Ring steigt und dort eigentlich alles durch KO gewinnt? Wie kommt es wohl an, wenn man mit nicht boxadäquaten Bewegungen, ohne besondere technische Ausbildung, schlechter Beinarbeit und Schwingern in Windmühlenqualität sogar ein technisches und physisches Boxgenie wie Ortiz zweimal durch KO besiegt?

    Und wie ist es, wenn man so unorthodox boxt wie Fury? Wie kommt es an, wenn man als übergroßes Pummelchen mit nur halber Schlagwirkung in den Ring steigt und dort trotzdem ebenfalls alles gewinnt, obwohl der wahrscheinlich stärkste jemals geschlagene Schwinger im eigenen Gesicht landete?

    Glaubt man dem aktuell medial inszenierten Fantenor, dann ist ersteres absolut frevelhaft und letzteres eher götterhaft. Und obwohl diese Auslegung total schwachsinnig ist, genügt es für viele nur schwach belichtete Medienkonsumenten, sich dem Fanhype um Fury oder dem Hatehype um Wilder anzuschließen. Je nachdem wie der Hype gerade ist, wird dabei auch gerne hin und her gewechselt.

    Bis zu seinem Kampf gegen Klitschko hat Fury mit seiner Physis keinen wirklich starken Gegner geboxt. Bis zum Klitschkokampf war Furys Mundwerk das größte, was er zu bieten hatte und nur recht Wenige hatten Furys Talent ernsthaft und real auf dem Schirm. Fury ging somit als Underdog in den Kampf gegen Klitschko, aber besiegte ihn recht eindeutig. Unmittelbar danach machte Fury den Nico Rosberg und flüchtete sich vom Boxsport in die Welt des Kokains und des überschwänglichen Luxus, was Rosberg allerdings nicht tat. Fury wurde vom Boxsport suspendiert, von den Medien verrissen und niemand glaubte mehr daran, dass er im Boxsport noch jemals etwas erreichen wird.

    Unterdessen wurden Wilders Gegner immer besser und stärker und mit jedem weiteren Sieg wurde deutlich, dass Boxen eben nicht nur eine Frage der hohen technischen Kunst, sondern in der obersten Gewichtsklasse auch eine Kunst des einmalig perfekt präsentierten Punchs sein kann. Stiverne war nicht der erste Boxer, der solange als Grenzstein in Wilders Karriere gegolten hat, bis er schlafend im Ring zu sehen war. Erst als Wilder Ortiz zweimal durch KO besiegte, wurde Wilder auch medial so richtig bei den Boxfans als Schwergewichtsweltmeister der WBC akzeptiert.

    Dann kam der medial erledigte Fury zurück, boxte zwei Kämpfe gegen Nonames und wollte gleich gegen Wilder ran, den er dann auch zweimal erfolgreich besiegte und schon steht Fury wieder an der absoluten Spitze des Schwergewichtes und das, obwohl er ja dem Hype nach zu urteilen nur den mit Abstand schlechtesten Boxer des Schwergewichtes besiegt haben soll.

    Haben soll? Fury hat Wilder besiegt, ja, aber Wilder ist nicht der schwächste, sondern viel mehr der gefährlichste Schwergewichtler dieser Zeit und vielleicht sogar aller Zeiten. Das Einzige was Wilder dafür noch fehlt, ist ein dominanter Sieg über Fury. Am besten zweimal, so wie gegen Ortiz!

    Allerdings steht der mediale Hype um Wilder wieder auf Hate und so ist es auch durchaus beliebt, sich diesem Hype anzuschließen und die Doktrin zu übernehmen, dass Wilder keine Chance gegen Fury hat, weil Fury plötzlich ein Megakinn und eine Megapower gefunden und Wilder sein Megakinn und seine Megapower verloren haben soll. Beides soll medialen Gerüchten zur Folge spätestens in Wilder vs. Fury 2 zusehen gewesen sein.

    Wilder hatte dazu einige Erklärung vorzutragen, was da in diesem Kampf passiert ist. Noch bessere Erklärungen haben aber natürlich die Fans von Fury und die Hater von Wilder. Beide Gruppen können bis heute zuverlässig diagnostizieren, dass Wilder schon immer völlig überschätzt wurde, dass er nur ein unterbelichteter Schwätzer sei, dass er nur Ausreden erfinden würde, dass er überhaupt nicht boxen könne, dass er nur eine Lucky-Punch-Chance hätte, dass er nicht mehr genügend Power habe, um Fury zu fällen, dass Wilder arrogant, selbstgefällig und trainingsfaul wäre, usw. Die Furyfans und die Wilderhater scheinen gar nicht Müde zu werden, wenn sie die Qualitäten von Fury und die Nichtqualitäten von Wilder aufzählen. Wilder hat es nun mal verdient, dass man ihn nirgendwo in der Boxgemeinde ernst nimmt; weil er eben nicht boxen kann.

    Diese These findet aber nur in den Medien ihre Wahrheit. In der wirklichen Boxwelt ist Wilder schon längst als der gegenwärtig gefährlichste Schwergewichtler bekannt, denn Wilder hat die außergewöhnliche Physis, zwölf Runden lang abzuwarten, bis er seinen zu ungefähr 95% zuverlässige Onepunchwonder plazieren kann. Das ihm das gegen Fury im ersten Kampf nicht gelungen ist schiebt man in Boxkreisen darauf zurück, das er sich von Fury hat seinen Stil aufzwängen lassen. Ähnlich wie im ersten Kampf gegen Ortiz, was ebenfalls beinahe in die Hose gegangen wäre.

    Aber was ist dann im zweiten Kampf gegen Fury passiert?

    Man weiß es nicht genau und auch Wilder findet keine Erklärung dafür, warum er sich zu Beginn der zweiten Runde schon um Längen schwächer fühlte, als nach zwölf Runden im zweiten Kampf. Offensichtlich ist nur das, was jeder im zweiten Kampf deutlich sehen konnte. Dort stand ein Wilder, den man zuvor noch nie im Ring gesehen hat. Wilder sah in der zweiten Runde beinahe so schlimm aus, wie in der sechsten Runde, als er von einem der schlagstärksten HW’ler, Louis Ortiz, einen beinah Volltreffer kassierte. Und im Gegensatz zu diesem Fast-KO-Treffer, konnte sich Wilder jedoch nicht von Furys Streicheleinheiten aus Runde eins erholen?

    Was immer im zweiten Kampf vorgefallen ist, was immer Wilder so geschwächt hat, man kann sich sicher sein, dass Wilder alles unternehmen wird, dass ihm das nicht noch einmal passiert. Und seine Trainerwahl mit Scott macht deutlich, dass Wilder auch nicht wirklich was Neues dazu lernen möchte, sondern er sich wieder auf das konzentrieren möchte, was er am besten kann. Und solange sich Wilder nicht von Fury seinen Stil auf diktieren lässt, wird er genügend Zeit für einen KO finden.

    Da sind sich so einige ganz, ganz sicher!

  2. Im zweiten Video sieht man eindeutig die Nebenwirkungen von AstraZeneca

  3. 4. Juli 2021 at 21:30 —

    Das zweite Video von oben, also dieser Bankdrückversuch, ist wirklich mit das Lächerlichste, das ich jemals von einem Profisportler freiwillig ins Netz gestellt gesehen habe. Nach meinem Dafürhalten sind das auf jeder Seite eine 25er (kann auch eine 20er sein), zwei Zehner und zwei 5er Scheiben, also großzügig gerechnet 55 kg pro Seite, gehalten von einer 20er Stange, macht insgesamt 130 kg. Da schaffe ich mit 60 Jahren noch erheblich mehr, und zwar mit vernünftiger Form und nicht wie Deospray Arsch von der Bank weg und die Beine in der Luft. Da merkt man echt, dass der zumindest von Krafttraining nicht die geringste Ahnung hat – ein solcher Versuch bringt gar nichts, außer vielleicht die Gefahr einer üblen Zerrung. Da lob ich mir das Video von Canelo, was vor einer Zeitlang viral ging, wo er mit geschätzten 160 – 170 kg Squats macht, 6 saubere Wiederholungen, ohne Gürtel und ohne Kniebandagen, tip-top ausgeführt. Da habe ich mir sofort gedacht, wenn der irgendwann mal keinen Bock mehr auf Boxen hat, kann er innerhalb eines Jahres ein Spitzen Powerlifter werden. Ebenfalls Joe Parker, der auch sehr sauberes und gezieltes Krafttraining als Vorbereitung auf seine Kämpfe betreibt, wie diverse Videos belegen.

    Natürlich ist das nicht unbedingt relevant für die Leistung eines Boxers im Ring, es zeigt aber, mit welcher Attitüde jemand eine Übung ausführt, die ja letztendlich zur Leistungserhöhung beitragen soll. Bei den Letzteren kompetent und unter fachgerechter Leitung ausgeführt, bei Deontay um des reinen Egos willen seinen Fans und Yesmen zur Schau gestellt, ohne Sinn und Verstand. Es bleibt der eigenen Fantasie überlassen, mit welcher Einstellung er an andere, nicht unmittelbar mit dem Boxen zusammenhängende Trainingseinheiten herangeht.

Antwort schreiben