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Russell jr verliert seinen Gürtel an Magsayo

Der WBC-WM-Gürtel im Federgewicht hat seinen Besitzer gewechselt. Gary Russell jr verlor den Kampf in Atlantic City gegen Markus Magsayo nach Punkten und damit war seine seit 2015 andauernbde Regentschaft beendet. Die Punktrichter fällten nach 12 Runden mit 114:114 und 2 Mal 115:113 ein enges Urteil, dass noch mehr als geschmeichelt für den Ex-Champ war. Ob dafür eine angebliche Schulterverletzung oder der Ringrost nach langer Ringabstinenz ausschlaggebend war, sei mal dahingestellt.

Von Beginn an ließ der 26-jährige Markus Magsayo keinen Zweifel daran, dass er den Kampf gewinnen wollte. Sollte tatsächlich eine Schulterverletzung Russell behindert haben, muss er diese Beeinträchtigung wohl schon vor dem Kampf gehabt haben, denn er machte von Anfang an einen „flügellahmen“ Eindruck. Ganz im Gegensatz dazu versuchte Magsayo den Kampf an sich zu reißen. Er schlug und traf fast doppelt so oft wie der Weltmeister.

Schon in den ersten beiden Runden kam von Russell nicht viel, während der Herausforderer munter loslegte. Nicht alle Schläge des Philippino kamen ins Ziel. Manche wirkten sogar unkontrolliert. Russell wurde damit aber trotzdem über weite Strecken des Kampfes in den Rückwärtsgang gedrängt und beantwortete die Angriffe von Magsayo meist nur mit Einzelschlägen. Es war einfach zu wenig, was man da „weltmeisterlich nennen konnte.

Während der Runden 3 bis 5 versuchte Russell noch, wenigstens mitzuhalten. Dann folgten vielleicht zwei oder drei engere Runden, doch spätestens in Runde 8 wurde deutlich, wer im Ring das Sagen hat. Schon vor der 10. Runde hätte Russell nur noch durch KO siegen können – so war zumindest der Eindruck. Der Weltmeister war im Rückwärtsgang und man wartete vergeblich darauf, dass er langsam mal die Initiative übernehmen und endlich loslegen würde. Doch da kam einfach nichts zustande. Russell war scheinbar doch durch eine Schulterverletzung beeinträchtigt. Anders kann man sich nicht erklären, was man da zu sehen bekam.

Magsayo hatte einfach nur Glück und konnte in der Summe mehr Schläge vorweisen, auch wenn vieles dabei unkoordiniert wirkte. Unterm Strich brachte ihm das den Sieg und nicht etwa, dass er besonders brillant geboxt hätte. Die Punktrichter gaben Russell dennoch mehr Runden, als er tatsächlich verdient hatte. Zu einem Sieg konnte es allerdings nicht reichen. Jetzt bleibt abzuwarten, was da nun mit der Verletzung wirklich war und vielleicht kommt es zu einem Rematch, bei dem Russell etwas fitter in den Ring steigt und seine volle Leistungsfähigkeit zeigen kann.

Nach dem Kampf konnte Mgsayo sein Glück kaum in Worte fassen. Er zeigte sich überglücklich, den WBC-Gürtel erkämpft zu haben. Besonders berauschend war dieser Kampf allerdings nicht gerade. Dafür fehlte einfach das “Feuer” von beiden Seiten. Den erwarteten harten Fight gab es nicht zu sehen.

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