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Ruslan Chagaev beendet seine Karriere

 

Mit einem Profi-Kampfrekord von 34 Siegen (21 KO), 3 Niederlagen (2 vorzeitig) und einem Unentschieden beendet der in Hamburg lebende Usbeke Ruslan Chagaev seine Karriere. In seinem letzten Kampf unterlag er Lucas Browne, doch die Siegesfreude des Australiers hielt nicht lange an. Weil sein Dopingtest positiv ausfiel, wurde ihm der WBA-Gürtel wieder aberkannt und Chagaev blieb vorerst Weltmeister.

Offizieller Grund für seinen Rückzug aus dem Boxgeschäft ist eine Augenverletzung, mit der er schon längere Zeit Probleme hat. Chagaev musste sich bereits vor 15 Jahren wegen einer Netzhautablösung einer Augen-OP unterziehen. Sein Manager Timur Dugazaev bestätigte den Rücktritt: „ Ruslan hat uns mitgeteilt, dass er nicht mehr boxen wird. Die Geundheit geht nun mal vor.“

Chagaev war vor seiner Profilaufbahn ein erfolgreicher Amateurboxer. Bei den Amateurweltmeisterschaften 2001 in Belfast wurde er Weltmeister im Superschwergewicht und setzte noch im gleichen Jahr seine Profilaufbahn fort. Er hatte bereits im Jahr 1997 erfolgreich 2 Kämpfe als Profi absolviert, wechselte dann aber wieder zu den Amateuren. In den folgenden 5 Jahren stieg er langsam aber beständig in den Rankings auf und holte für das Hamburger Universum / Spotlight – Team erste Titel. Seinen wohl größten Erfolg konnte er 2007 feiern, als er WBA-Weltmeister Nicolay Valuev in einem beherzt geführten Kampf nach Punkten (114:114, 117:111 und 115:113) besiegte.

Als beide Boxer 2009 erneut gegeneinander kämpfen sollten, kam es nicht dazu. Der 2. Fight sollte in Helsinki / Finnland stattfinden, doch Chagaev scheiterte wegen seiner chronischen Hepatitis an den strengen finnischen Reglements. Von vielen Fans wurde das allerdings als Kneifen des Sauerland-Teams verstanden. Nur kurze Zeit später boxte Chagaev in Gelsenkirchen vor 61 000 Zuschauern gegen Wladimir Klitschko. Diesen Kampf, der auf RTL von über 11 Mio Zuschauern gesehen wurde, verlor er. Chagaev wurde von Klitschko dominiert. Wegen einem Cut über dem Auge wurde er nach 9 Runden aus dem Kampf genommen. Es war die erste Niederlage seiner Karriere. Im nächsten Anlauf auf den WBA-Titel im Jahr 2011 scheiterte er an Alexander Povetkin.

Im folgenden Auf und Ab beim Niedergang von Universum-Boxpromotion gab es auch für Ruslan Chagaev einen kleinen Karriere-Knick. In den Jahren 2012/13 absolvierte er kleinere Kämpfe, die ihn aber in den Ranglisten oben hielten. Im Juli 2014 sollte es in Grozny gegen Fres Oquendo wieder um den WBA-Gürtel gehen. WBA-Superchamp war Klitschko, der „reguläre“ Titel war frei. Chagaev gewann umstritten und knapp mit 114:114 und 2x 115:113. In der Woche vor dem Kampf gab es Aufregung, weil Oquendo sich nicht entscheiden konnte, ob er in Grozny antritt oder nicht. Als Ersatzgegner war bereits Alexander Petkovic in Grozny eingetroffen. Oquendo wurde dann doch noch in letzter Minute eingeflogen. Später wurden Oquendo des Dopings überführt und der größte Teil seiner Börse nicht an ihn ausgezahlt. Von angeblich 1 Million gab es für ihn nur 150 000 Dollar direkt nach dem Kampf in bar. Der Amerikaner klagte erfolgreich dagegen und es sollte eigentlich ein Rematch geben.

Zu diesem Rematch wird es nun wohl nicht mehr kommen. Einige Internetseiten sagen, die WBA habe Chagaev vor einigen Tagen den Titel aberkannt, weil er angeblich unauffindbar und nicht bereit war, das Rematch gegen Oquendo zu boxen. Andere Internetseiten berichten, die WBA habe Chagaev den Titel aberkannt, weil er trotz mehrmaliger Aufforderung die Sanktionsgebühren vom ersten Kampf gegen Oquendo nicht gezahlt habe. Dabei geht es um eine Summe von 40 750 Dollar, die ausstehen würde. Chagaevs Manager spricht jetzt von gesundheitlichen Problemen, die Chagaev zum Karriereende bewogen haben. Man kann sich also einen Grund für Titelverlust und Karriereende aussuchen. Ob „The white Tyson“ jetzt die Handschuhe tatsächlich für immer an den Nagel hängt, steht noch auf einem anderen Blatt.

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9 Kommentare

  1. 27. Juli 2016 at 11:59 —

    Gute Besserung und alles gute.
    Er war ein toller HW und hatte ein erfolgreiche karriere außerdem war er immer sympatisch.

  2. Chagaev zeigt wie weit die Gentechnik fortgeschritten ist. Die CIA und NASA haben es geschafft einen Bulgarischen Tanzbär zu einem Menschen umzutransformieren. So beeindruckend, dass nie jemand gemerkt hat, dass Chagaev früher ein echter Bär war.
    Bin gespannt ob das auch wieder rückgängig gemacht werden kann?

  3. 27. Juli 2016 at 17:25 —

    bei boxrec steht jetzt
    ortiz vs ustiov
    interim WBA World heavyweight title

    ist das jetzt der titel den chagaev hatte?

    wenn man drauf klickt scheint es so zu sein?
    da ist die liste der wba titelkämpfe zusehen an denen auch chagaev beteiligt gewesen ist.
    zuletzt gegen browne

    aber andererseits

    steht bei den alten kämpfen von ortiz z.b gegen jennings ebenfalls

    interim WBA World heavyweight title

    was ist denn jetzt?
    warum ist das bei boxrec so schw.ul geschrieben

    und kämpfen die jetzt um den vakanten titel oder nicht?

    • 27. Juli 2016 at 18:10 —

      Ortiz ist Interim-, Chagaev (oder Ortiz, Browne, Ustinov?) Regular- und Fury einfach nur Champion (oder Super-?) – meine Güte, was ist denn daran so kompliziert? 🙂 🙂 🙂

    • 27. Juli 2016 at 21:47 —

      WBA – World und Interim WBA – World werden unter einer Anzeige geführt. WBA-Super-World wir extra aufgeführt.

      Ortiz und Ustinov kämpfen um den Interim.

      Das Umschreiben des Ergebnisses Chagaev vs Browne müsste eigentlich der Veranstalter also in dem Fall Kazbek Aslambekov (KA-Promotions) an Boxrec mitteilen und dann wird das geändert.

  4. 27. Juli 2016 at 17:28 —

    boxrec ist doch immer so aktuell
    wieso steht da jetzt immernoch

    WBA World Heavyweight Title
    Current Title Holder: Lucas Browne

    der wurde ihm doch eig schon lange aberkannt?
    und der kampf gegen chagaev wurde NICHT anuliert steht immernoch da?

    was ist jetzt mit dem anderen titel weiß das jemand?

  5. 27. Juli 2016 at 18:55 —

    „The white Tyson”….aua

  6. 28. Juli 2016 at 10:00 —

    ich hoffe ortiz – ustinov findet statt und danach boxt der sieger gegen oquendo um die wm.
    und mal sehen was der sieger klitschko fury macht. bei klitschko könnte ich mir ein karriereende durchaus vorstellen! dann gäbe es endlich wieder nur einen wm champ!

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