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Ruiz vs Joshua II in Saudi-Arabien

Das, was wir von Boxen.de schon vor einigen Tagen vermutet hatten (KLICK), hat sich nun bewahrheitet: der Rückkampf zwischen Andy Ruiz jr und Anthony Joshua wird in Saudi-Arabien stattfinden.

Wie Matchroom Boxing-Chef Eddie Hearn weiter bekannt gab, soll das Rematch am 7. Dezember in  Diriyah ausgetragen werden, einem Vorort der Hauptstadt Riad mit rund 33.000 Einwohnern. Weitere Details will der Promoter am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz in London verlauten lassen.

Interessant ist nun vor allem, zu welcher Uhrzeit der Kampf startet. Bei einem Beginn um 0:00 Uhr Ortszeit, ist in Los Angeles früher Nachmittag und in New York früher Abend. Für Pay-per-View-Zuschauer in den USA nicht sonderlich attraktiv. In Großbritannien wäre der “Clash on the Dunes” dagegen in den frühen Morgenstunden live zu sehen.

Der Grund für die Wahl des Austragungsortes dürfte wohl vor allem ein pekuniärer gewesen sein: seriöse Quellen wissen zu berichten, dass finanzstarke Unternehmen in Saudi-Arabien rund 100 Mio. US-Dollar bereitgestellt haben, damit das Rematch in Diriyah ausgetragen werden kann. Der Kampf soll in einem Outdoor-Stadion stattfinden, das extra für diesen Event errichtet wird.

 

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Die Wahl des Austragungsortes stieß bei Amnesty International auf Kritik. Felix Jakens, ein Sonderbeauftragter von Amnesty UK, nannte die Austragung des Rückkampfes in Saudi-Arabien eine “weitere Gelegenheit für die saudischen Herrscher, ihr stark angeschlagenes Image über den Sport reinzuwaschen”.

Zwar ist der Wüstenstaat zuletzt mehrfach Schauplatz größerer Boxkämpfe gewesen und auch verschiedene Wrestling-Events hatten in Saudi-Arabien stattgefunden, aufgrund der dortigen Menschenrechtssituation, der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi und des anhaltenden Krieges im Jemen, hagelte es aber immer wieder Kritik, auch an den westlichen Sportkooperationspartnern.

Wie die Tageszeitung “The Sun” berichtet, kam die Mitteilung, dass das Rematch in Saudi-Arabien stattfindet, auch bei vielen britischen Boxfans nicht sonderlich gut an.
Hier nur ein Bespiel:

Auf Deutsch: “Wenn das wahr ist, ist es eine Schande, es ist ein Tritt in die Eier für alle AJ-Fans und Boxinteressierten. Wer möchte schon in die Wüste gehen, um einen Kampf zu sehen.”

Box-Insider Mike Coppinger weiß zu berichten, das Eddie Hearn den Austragungsort Saudi-Arabien finanziell extra “versüßt” bekommen hat:

Frei ins Deutsche übersetzt: “Unsere Quellen berichten, dass Eddie Hearn eine (Extra-) Zahlung von mehr als 40 Millionen US-Dollar erhalten hat, um Andy Ruiz vs Anthony Joshua 2 nach Saudi-Arabien zu bringen. Die Höhe von Ruiz Börse war in der Rückkampfklausel vereinbart – eine feste Summe – er hat also nichts von diesem Geld, aber er bekommt seinen neutralen Ort.”

 

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2 Kommentare

  1. 10. August 2019 at 10:16 —

    Boxen ist wie eine Edelhure, man geht dahin wo es die meiste Kohle gibt. Was interessieren da schon Menschenrechtsverletzungen?
    Und der Boxfan im allgemeinen bleibt da auch eher auf der Strecke.
    Mal gespannt wie die Stimmung dort sein wird?

    • 12. August 2019 at 11:42 —

      … die Stimmung wird eher verhalten sein, die Zuschauer sind “gesiebt”, die Karten nicht frei verkäuflich, sondern werden vermutlich über die Firmen, die das sponsern, an gute Kunden und verdiente Mitarbeiter verteilt … wie ein Rockkonzert einer Westband in der DDR … so wird die Stimmung wohl sein …
      .
      … und Menschenrechte haben (aus meiner Sicht zurecht) im Sport nichts zu suchen, weil Du auf dem Wege dann locker 75% aller Nationen vom Sport ausschliessen kannst … und wenn Du aus Deutschland kommst, musst Du ein veganer Radfahrer sein und die Grünen wählen … sonst wirst Du nicht nominiert …
      .
      Sport soll verbinden und nicht trennen … und große Events sind auch immer eine Gelegenheit zu zeigen, schaut mal, so machen wir das … oder … so kanns auch laufen …

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