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Ruiz vs Joshua – Arena noch Baustelle

Ruiz vs Joshua – Arena noch Baustelle

Am 7. Dezember sollen Andy Ruiz jr und der entthronte Ex-Weltmeister Anthony Joshua im saudi-arabischen Diriyah aufeinandertreffen. Seit dem vergangenen Wochenende sind Karten für den Fight erhältlich und auch 90-Tage-Touristenvisa – so berichtet zumindest die Tageszeitung ‚Arab News‘ – können von Reisenden aus 49 Ländern weltweit in nur sieben Minuten online beantragt werden.

Nun fehlt eigentlich nur noch der Austragungsort. Zwar hat Promoter Eddie Hearn angekündigt: „Dies ist das größte Boxspektakel der Welt und es wird an einem der einzigartigsten Austragungsorte aller Zeiten stattfinden.“, doch bislang ist von der Arena, die extra für den Event in die Wüste gestellt wird, nicht viel zu sehen.

Auf Videos, die Matchroom Boxing CEO Frank Smith ins Netz gestellt hat, kann man erkennen, dass an der Baustelle bislang wohl nur der Boden geräumt wurde, rund 50 Tage vor dem Kampf sind lediglich erste Fundamente und eine Stahlkonstruktion erkennbar. Kein Wunder, dass viele Fans befürchten, dass aus der nackten Baustelle bis zum Kampftag kein fertiges Stadion wird.

Erwartet werden am 7. Dezember rund 15.000 Zuschauer. Bis Joshua und Ruiz Jr. allerdings die erste Glocke hören werden, muss noch eine ganze Menge passieren.

So soll das fertige Stadion am Ende aussehen: an drei Seiten sind die Sitzplätze der Zuschauer, die vierte Seite ist für VIP-Gäste, Sendestudios und die Umkleidekabinen der Kämpfer reserviert.

Bild: Matchroom Boxing

Auch wenn Eddie Hearn nicht müde wird, von der „großen Leidenschaft für den Boxsport“ zu schwärmen, die es angeblich im Wüstenstaat gibt, dürfte die Realität eine andere sein. „Sportswashing“ heißt das geflügelte Wort für das, was Hearn da unterstützt: die Imagepolitur durch Einsatz finanzieller Mittel im Sport. Zu sehen zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Doha. Tagelang blieb das Stadion leer, erst bei Gratiseintritt füllten sich die Ränge. Leichtathletik interessiert in Katar niemanden.

Wird im Dezember in Diriyah ein leeres Stadion  zu sehen sein? Ist weiblichen Zuschauern der Zutritt erlaubt? Als die WWE Professional Wrestling Show im Mai 2018 im saudi-arabischen Jeddah Station machte, durften weder Sportlerinnen antreten, noch waren Frauen im Publikum. Die örtlichen Behörden entschuldigten sich sogar dafür, dass weibliche Stars wie Sasha Banks im Rahmen einer Werbung auf einer großen Leinwand im Stadion zu sehen waren.

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Man darf gespannt sein, unter welchen Rahmenbedingungen der erste Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf im Nahen Osten ausgetragen werden wird, auch wenn es schon jetzt inhaltsschwangere Vergleiche zum ‚Rumble in the Jungle‘ und dem ‚Thrilla in Manila‘ gibt.

Währenddessen bereiten sich die beiden Hauptakteure – Andy Ruiz jr und Anthony Joshua – auf ihren großen Tag vor. Hier der deutlich erschlankte Andy Ruiz bei der Pratzenarbeit.

 

Anthony Joshua sparrt – so wie es heißt – mit Timothy Moten, den seine Fans mittlerweile schon ‚the black Andy Ruiz‘ nennen.

 

Und mittlerweile nimmt auch die Undercard des Fights Gestalt an. So, wie es aussieht, könnten noch zwei weitere Begegnungen im Schwergewicht beim ‚Clash on the Dunes‘ am 7. Dezember stattfinden: Filip Hrgovic vs Eric Molina und Alexander Povetkin vs Michael Hunter. Karten für die Veranstaltung sind unter www.diriyahseason.sa erhältlich und liegen umgerechnet zwischen rund 120,00 und knapp 1.000,00 Euro.

 

Nun bleibt abzuarten, wie es in dem Vorort von Riad vorangeht. Sollte der Bau in Diriyah auch nur annähernd so schnell voranschreiten, wie in dieser Animation, dann müssen sich die Freunde des Faustkampfs, die zum Fight nach Saudi-Arabien reisen möchten, keine Sorgen machen.

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1 Kommentar

  1. 16. Oktober 2019 at 18:49 —

    Unabhängig von der Baustelle habe ich eh schon die ganze Zeit das Gefühl das die Veranstaltung nicht wie geplant am 7.12. statt findet, zumindest nicht so wie es geplant ist!?

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