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Rückschau auf das Wochenende (KW 5)

Eigentlich kann man sich diesmal eine breite Rückschau auf das Wochenende schenken. Die einzige wirklich bedeutende Veranstaltung gab es in Kalifornien, mit dem Rematch zwischen Alvarez und Kovalev, worüber bereits berichtet wurde. Die Undercard zu diesem Event war interessanter, als es die Namen bei den Ansetzungen vermuten ließen.

Wer die Kämpfe live per Stream verfolgt hat, konnte ein paar recht auffällige Fights sehen. Die Zeit bis zum Mainevent zog sich lange hin, weil der Hauptkampf erst kurz vor 7:00 Uhr deutscher Zeit losging. Schuld daran sind immerhin 7 Std Zeitverschiebung zwischen unserer MEZ (Mitteleuropäische Zeit) und der CST (Central Standard Time) im Mittelteil der USA. In der Zeit bis zum Hauptkampf sind es ein paar der Undercard-Kämpfe wert, noch einmal besonders erwähnt zu werden.

Der Mittelgewichts-Kampf von Janibek Alimkhanuly (Kasachstan, 5(2)-0-0) gegen Steven Martinez (USA, 18(13)-5(1)-0) sollte nur der Standortbestimmung beider Boxer dienen. Dass der 25-jährige Kasache dann so eine Überlegenheit zeigte, war kaum absehbar. Der 3 Jahre ältere Martinez machte nur in den ersten beiden Runden einen halbwegs guten Eindruck. Er versuchte, die Ringmitte zu übernehmen und den Kampf mit Hilfe seines Jabs zu bestimmen. Das gelang aber nicht so, wie er sich das vielleicht erhofft hatte. Alimkhanuly traf einfach besser, öfter und zunehmend härter. In Runde 3 musste Martinez nach einem Bodyshot auf die Knie und wurde angezählt. Es gelang dem Kasachen aber nicht gleich, den „Sack zu“ zu machen. Er traf zwar noch ein paar mal hart, aber Marinez kam über die Runde. Die Überlegenheit von Alimkhanuly wurde dann in Runde 4 immer deutlicher. Man hatte fast den Eindruck, er spielt mit Martinez wie eine Katze mit einer todgeweihten Maus. Das hatte schon fast sadistische Züge. In Runde 5 kam aus Martinez Ecke das Handtuch. Eine richtige Entscheidung, weil für Martinez bei dieser Vorstellung „absolut kein Blumentopf” zu holen war. Den schlagstarken Janibek Alimkhanuly sollte man im Auge behalten, auch wenn er nicht gerade ein all zu großer Sympaticus ist.

Leider war zu diesem Kampf kein Clip aufzutreiben. Top-Rank hat die 5. Runde mit der Aufgabe per Twitter verbreitet. Das lässt sich hier allerdings nicht einbinden.

Im Leichtgewicht ging es zwischen Richard Commery (IBF#1, Ghana, 28(25)-2-0) und Isa Chaniev (IBF#3, Russland  13(6)-2(1)-0) um den vakanten IBF-Gürtel im Leichtgewicht. Der 31-jährige aus Accra bewies echte Klasse und hatte mit seinem 26-jährigen Gegner aus Russland keinerlei Probleme, ihn schon in Runde 1 auf den Boden zu zwingen. Nur die Pausenglocke rettete Chaniev vor dem Aus in Runde 1. Aber lange sollte der Kampf dann nicht mehr gehen. Commery machte im 2. Durchgang genau so heftig weiter und nach 2 weiteren Bodenbesuchen wurde der Kampf beendet. Richard Commery rutschte mit diesem Sieg im Handumdrehen in den Fokus der Boxsportfans. Seine Aussage, er wolle noch in diesem Jahr gegen Vasyl Lomachenko antreten, unterstreicht das gesunde Selbstbewusstsein des Afrikaners.

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Um den WBO-Gürtel im Federgewicht kämpften Titelträger Oscar Valdez (Mexiko, 25(20)-0-0) und Herausforderer Carmine Tommasone (Italien, 19(5)-1(1)-0). Nachdem die ersten 3 Runden recht ausgeglichen zu sein schienen, musste der Italiener in Runde 4 zweimal zu Boden. In Runde 6 dann noch einmal. Das „Aus“ kam dann gleich zu Beginn der 7. Runde: Ein klassischer „Abschuss“ zum Körper, worauf der Ref den Kampf sofort beendete.

Um 3 kleinere Gürtel im Leichtgewicht ging es zwischen dem erst 21-jährigen Teofimo Lopez (12(10)-0-0) aus Brooklyn und dem 32-jährigen Diego Magdaleno (31(13-3(2)-0) aus Las Vegas. Die Ringdominanz von „El Brooklyn“ nahm von Runde zu Runde zu. All die Kampferfahrung von „Mr. Superb“ war Schall und Rauch gegen die Überlegenheit des 11 Jahre jüngeren Boxers. Während die erste Runde noch knapp war, begann es in der 2. Durchgang heftig bei Magdaleno einzuschagen. Was Lopez austeilte, war nicht von schlechten Eltern. Was Magdaleno einsteckte, war alles andere als gesund. Bereits ab der 2. Runde hatte er eine blutende Cutverletzung auf der Nase. Er kassierte in jeder Runde mehr, als gut für ihn sein konnte. In Runde 7 konnte man das kaum noch mit ansehen. Eigentlich hätte der Ref den Kampf abbrechen können ooder die Ecke das Handtuch werfen müssen. Doch Magdaleno zeigte durch Gesten an, dass es ihm scheinbar nicht viel ausmacht, getroffen zu werden. Genau das wurde ihm dann zum Verhängnis. Mittlerweile sah das Gesicht des Herausforderers aus wie eine Pizza. Lopez, der kaum Spuren des Kampfes im Gesicht hatte, legte noch einmal an Schlaghärte nach und traf 2x zum Kopf. Das war das Ende für den Mann aus Las Vegas. KO – Sieg in Runde 7. Lopez war in seiner Siegesfreude kaum zu halten und absolvierte einen Luftsprung mit Rolle Rückwärts. Er zeigte keine Spur von der Anstrengung in den hinter ihm liegenden 7 Runden. Den Namen Teofimo Lopez kann man sich merken. Dieser Sieg war auf jeden Fall eine Empfehlung für höhere Aufgaben.

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2 Kommentare

  1. 5. Februar 2019 at 09:29 —

    ich wäre vorsichtig mit Aussagen wie “unterstreicht das gesunde Selbstbewusstsein des Afrikaners”

    Sehr oft ist es einfach nur “ungesunde Selbstüberschätzung” wie es üblicherweiser in der Jugend oder beim pathologischen Narzissmus vorkommt.

  2. 6. Februar 2019 at 14:55 —

    Die Veranstaltung war nicht in Kalifornien sondern in Frisco (Texas). Besser gesagt im Trainingszentrum der Dallas Cowboys. Der Mann heißt übrigens Richard Commey und nicht Commery.

    Teofimo Lopez sah in den letzten Kämpfen sensationell aus. Der Junge hat verdammt viel zu bieten. Handspeed, Power, Timing, Präzision… alles vorhanden. Meiner Meinung ist er jetzt schon bereit für einen Titelkampf. Erbärmlich war seine Geste in Richtung Magdaleno, hoffe er lernt daraus. Magdalenos Trainer sowie der Ref müssten aus dem Verkehr gezogen werden. Unglaublich was sich in der 7. Runde abgespielt hat.

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