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Rückschau auf das Wochenende

Neben der für Deutschland vielleicht interessantesten Veranstaltung von Universum und Sauerland in Hamburg gab es in Europa keinerlei größere Events mit Spitzenkämpfen zu sehen. Selbst in Großbritannien war am Samstag keine Veranstaltung angesagt. Im Gegensatz dazu gab es wenigstens in den USA ein paar nennenswerte Events und Kämpfe mit halbwegs prominenter Beteiligung.

Das Bemerkenswerteste an der Hamburger Veranstaltung war eigentlich die Zusammenarbeit vom neu gegründeten Universum-Boxteam und Sauerland (SPAG Nisse Sauerland). Vor 10 Jahren waren beide Unternehmen anders aufgestellt und erbitterte Konkurrenten. Ansonsten lief diese Veranstaltung, die unter dem Motto „Vereinte Kräfte“ stand ab, wie man es von beiden Seiten her kennt. Eigene Boxer bekamen passgenaue Gegner in den Ring gestellt. So ist es kein Wunder, dass in den beiden Haupkämpfen die Heimboxer Abass Baraou und Artem Harutyunyan ihre Gegner aus Mexiko und Argentinien vorzeitig abfertigen konnten. Beide Hauptkämpfer sind mit jetzt 9 Profikämpfen noch im Karriereaufbau und die Gegnerschaft war durchaus vertretbar. Man muss sehen, wo beide Boxer in einem Jahr oder 18 Monaten stehen werden. Lediglich der in Hamburg lebende Kubaner Jose Larduet musste eine schwere Schlappe hinnehmen. Der Schwergewichtler verletzte sich am Bein und musste den Kampf schon in Runde 2 aufgeben.

In Minneapolis / Minnesota stieg nach 9 Monaten Pause der 36-jährige Supermittelgewichtler Caleb Truax wieder in den Ring. Plant kämpfte zuletzt im April 2019 gegen Peter Quillin. Dieser Kampf um Listenplatz 1 im IBF-Ranking wurde allerdings schon in Runde 2 wegen einer Cutverletzung abgebrochen und als No Contest gewertet. Im IBF Ranking sind die Plätze 1 und 2 nicht besetzt. Auf #3 steht Vincent Feigenbutz, der am 15. Februar gegen IBF-Champ Caleb Plant kämpfen wird. Caleb Truax (IN`BF #4) war 2017/18 kurzzeitig IBF-Champ, verlor den Gürtel aber wieder im Rematch an James DeGale. Er wird bereits in 3 Wochen wieder im Ring stehen und in Nashville gegen einen Boxer aus Ghana kämpfen.

Truax will sich seine Chance auf einen erneuten Titelkampf bewahren. Was man bei diesem Kampf gegen den 41-jährigen David Basajjamivule aus Uganda allerdings nicht sehen konnte, war boxisches Können. Sollte es Vincent Feigenbutz tatsächlich gelingen, den IBF-Titel nach Deutschland zu holen, braucht er diesen Herausforderer gewiss nicht zu fürchten. Truax siegte mit 97:91, 95:93 und 94:94 und profitierte dabei noch von 2 Punktabzügen für den Boxer aus Uganda wegen Hinterkopfschlägen. Wer sich das Gewürge ansehen will: (Klick). Leider ist es nur ein Handyvideo, aber man sieht trotzdem recht deutlich, dass eine WM-würdige boxerische Klasse einfach nicht vorhanden ist. 

Weit aus mehr wurde am Samstag im New Yorker Barcleys Center geboten. Hier gab es einen Kampf zwischen Danny Garcia und Ivan Redkach zu sehen, der mit einem Garcia Sieg (117:111, 117:111und 118:110 endete. Dabei ging es um einen Eliminator für einen Kampf um den WBC Titel im Weltergewicht. Weltmeister Errol Spence jr dürfte dem wohl gelassen entgegen sehen.

In einem weiteren Kampf dieser Showtime-Veranstaltung von Tom Brown kämpfte Ex-Champ Jarrett „Swift“ Hurd gegen Francisco „Chia“ Santana: Das Ganze war wohl als Aufbaukampf gedacht und so war der Sieg von Hurd vorhersehbar. Auch dieser Kampf ging über die Runden, endete aber mit einem eindeutigen Sieg für Hurd (97:92, 99:90, 99:90). Jarrett Hurd ist in allen 4 großen Verbänden in den Top 5 gelistet und wird gewiss demnächst eine Chance auf einen weiteren Titelfight bekommen.

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5 Kommentare

  1. 27. Januar 2020 at 12:20 —

    Universum fehlen meiner Meinung nach gute Boxer. Kraft würde ich komplett rausnehmen, langweilig und taugt nichts. Hartunian ist gut aber es fehlen noch locker 10 bis 15 Kämpfe bis er vorne anpacken kann. Ich verstehe die Ziele nicht ganz von dem Stall.

    • 27. Januar 2020 at 13:52 —

      Das ist gut gesagt, aber wo willst du die Talente her nehmen? Es wird wieder so “erfolgreich” laufen, wie man es von deutschen Promotern aus der Vergangenheit kennt: Ein paar Leute mit machbaren Gegnern “hochbringen”, irgendwie zu einem Titel kommen und dann gegen ausgesuchte Gegner erfolgreich verteidigen lassen.

      Im Moment gibt es eben auch mehrere kleine Promoter in Deutschland ,die neben Sauerland und SES nach Talenten suchen… Petko, ARGON, ECB und anderen versuchen sich zu etablieren. Eigentlich ist das auch gut so, aber wenn die Nachwuchstalente fehlen, was will man machen …

      • 27. Januar 2020 at 15:03 —

        andererseits musste sich GGG seinerzeit bei Universum hinter Sturm und Zbik einreihen. Trifft da derselbe noch die Entscheidungen? 😀

        • 27. Januar 2020 at 15:54 —

          Es ist nur noch der Markenname “Universum”, der etwas mit dem alten Universum-Boxstall von Klaupe Kohl zu tun hat.

          • 27. Januar 2020 at 16:03

            Hey, sollte nur ein unbedeutender Spaß sein.

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