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Rückschau auf das Wochenende

Das vergangene Wochenende war nicht gerade besonders gut mit interessanten oder besonders großen Fights besetzt. Trotzdem, hier ein paar Eindrücke:

+++ Mit mehr Glück als Verstand hat Yuriorkis Gamboa in Cancun / Mexiko einen knappen Punktsieg gegen Alexis Reyes zugesprochen bekommen. Die Wertung ging mit 94:94 und 2x 95:94 hauchdünn an den Kubaner. Ein Unentschieden wäre wohl genau so durchgegangen. Der Name Gamboa spielt scheinbar nur noch unter „ferner liefen“ eine Rolle. Die blamable Niederlage in Las Vegas gegen Castellanos und jetzt dieser knappe Sieg gegen Reyes machen wohl oder übel deutlich, dass von Gamboa leider nicht mehr viel zu erwarten ist. +++

+++ Mit 2x 96:93 und 97:92 konnte sich der Mexikaner Roberto Garcia überraschend gegen seinen 10 Jahre jüngeren Landsmann Omar Chavez im Kampf um den vakanten WBC-Silverbelt im Mittelgewicht durchsetzen. Mit dem Sieg Garcias hatten wohl nur die wenigsten Fans gerechnet. Garcia bekam in Runde 2 sogar noch einen Punkt wegen wiederholtem Tiefschlag abgezogen. Dieser Gürtel ist für den 37-jährigen der größte Erfolg seiner Karriere. Für viel mehr wird es wohl allerdings auch nicht reichen. +++

+++ Mirco „The Comet“ Martin hat am Samstag seinen internationalen deutschen Meistertitel im Fliegengewicht erfolgreich gegen den Philippino Robert Onggocan verteidigt. Mit diesem Sieg schob sich der 25-jährige Feierabendboxer in die Top 20 der BoxRec-Liste. Sein Trainer und Manager Dominik Junge sagte nach dem Kampf, dass Martin vor solchen Kämpfen 2 Monate intensives Krafttraining fehlen, um seine Schlaghärte zu erhöhen. Man muss sehen, wo die eise mit dem 25-jährigen in Zukunft hingeht und ob er auch zu Erfolgen kommt, wenn es um größere internationale Titel geht. +++

***Frauenboxen***

+++ Eine WBC-WM im Schwergewicht der Frauen gab es am Samstag in Cancun als Hauptkampf der Veranstaltung zu sehen, wo auch Gamboa vertreten war. Die mexikanische Weltmeisterin Alejandra Jiminez verteidigte durch einen TKO 3 – Sieg ihren Gürtel gegen die Kanadierin Vanessa Joanisse. Selbst als Frauenboxfan muss man ganz offen sagen, dass dieser Kampf gruselig anzusehen war. Es fehlt in den hohen Gewichtsklassen der Frauen einfach an wirklich durchtrainierten Boxerinnen. Die haushoch überlegene Jiminez drosch so lange auf ihre überforderte Gegnerin ein, bis der Ref nach 2 ½ Runden genug gesehen hatte. Auch wenn man es bei allem Respekt nur ungerne sagen will, aber das sah eher nach Rummel-, als Profiboxen aus. Einmal mehr gießen solche Kämpfe bei den Frauenbox-Hatern Öl ins Feuer. Eine Werbung für das Frauenboxen sind solche Vorstellungen tatsächlich nicht. +++

+++ Auch in Montevideo / Uruguay gab es WM-Fights im Frauenboxen. Lokalmatadorin Chris Namus wollte endlich Weltmeisterin werden. Nach ihrer glatten Niederlage (3x 90:100) gegen Cecilia Braekhus im Weltergewicht und einem 6-Runden Aufbaukampf zog sie in ihrer Heimatstadt gegen die handverlesene Argentinierin Yamila Reynoso in den Kampf. Es ging dabei um den IBF-Titel im Halbmittelgewicht. Reynoso war völlig überfordert und man sah im Ring, was man schon von der Ansetzung her glasklar wusste: Die Argentinierin war nicht zum gewinnen eingekauft worden. Namus konnte sich am Ende mit einem 99:90, 98:91 und 100:89 Punktsieg als neue Weltmeisterin feiern lassen. Welchen Wert ihre Leistung und dieser Titel tatsächlich hat, steht auf einem anderen Blatt. +++

+++ Auch WBA-Halbfliegen-Weltmeisterin Yesica Bopp stieg in Montevideo in den Ring und verteidigte ihren Titel gegen eine Boxerin, die sie bereits 2011 durch TKO 2 bezwungen hatte. Auch das war ein recht ungleicher Kampf, wenn auch besser anzusehen. „La Tuti“ Bopp, wie sie genannt wird, ist seit ihrer Babypause einfach nicht mehr die gleiche Boxerin, die sie zuvor war. Offenbar nimmt sie ihre Rolle als Mutter sehr in Anspruch und sie geht bei ihrer Gegnerwahl keine großen Risiken mehr ein. Sie besiegte die Kolumbianerin Olga Julio erwartungsgemäß locker mit 3x 100:90. +++

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7 Kommentare

  1. 14. August 2017 at 09:17 —

    Das Wetter interessiert mehr als die Frauenboxerei !

  2. 14. August 2017 at 10:43 —

    “„La Tuti“ Bopp, wie sie genannt wird, ist seit ihrer Babypause einfach nicht mehr die gleiche Boxerin, die sie zuvor war. Offenbar nimmt sie ihre Rolle als Mutter sehr in Anspruch und sie geht bei ihrer Gegnerwahl keine großen Risiken mehr ein. ”

    Ohje…

  3. 14. August 2017 at 15:21 —

    Gamboa ist anscheinend über seinen Zenit….oder aber er hat bei den scheinbar einfachen Gegnern nicht die richtige Einstellung und evtl. Trainingsrückstand!?

    Omar Chavez ist ne Wundertüte, mal Top mal Flop…selten einen Kampf gesehen in der der Favorit so vermöbelt wird!

  4. 14. August 2017 at 15:47 —

    „La Tuti“ Bopp, wie sie genannt wird, ist seit ihrer Babypause einfach nicht mehr die gleiche Boxerin, die sie zuvor war. Offenbar nimmt sie ihre Rolle als Mutter sehr in Anspruch

    Naja ein Blick auf die Augenringe sagt ja schon alles Mütter sollten allgemein nicht boxen

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