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Rückschau auf das Boxsport – Wochenende (KW 50)

Neben dem vermeintlich wichtigsten Event des Wochenendes im Madison Square Garden gab es selbstverständlich in der 50. Kalenderwoche auch andere gute Veranstaltungen und Kämpfe, die eine Erwähnung wert sind.

Der 21-jährige SES-Boxer Jürgen Uldejaj erkämpfte sich in Tirana / Albanien einen Punktsieg über den 22-jährigen Argentinier Nicolas Leander Aranaraz und sicherte sich damit den WBO-Juniorentitel im Cruisergewicht. Das dürfte für zufriedene Gesichter bei Trainer Dirk Dzemski und Promoter Ulf Steinforth gesorgt haben. Auch die albanische Sportfachpresse feierte diesen Sieg. Das allerdings mit einem Foto von einem anderen Kampf und dem fachlich herausragenden Kommentar, dass der Gegner auch vorbereitet war, aber weniger Punkte bekommen hat.

WBO-Ex-Champ Joseph Parker konnte nach seinen beiden Niederlagen in Großbritannien wieder einen Erfolg verbuchen. Er besiegte in Christchurch / Neuseeland den Amerikaner Alexander Flores durch KO 3. Dieser Sieg ist etwas umstritten, weil Parker kurz vor dem Knockout einige Schläge „in Gürtelnähe“ landete. In einigen Clips, die unmittelbar nach dem Kampf auf youtube hochgeladen waren, konnte man das recht deutlich erkennen. Diese Clips sind heute bereits wie von Zaubererhand verschwunden. Man sah auch, dass Flores versuchte auf Tiefschlag zu reklamieren, aber beim Ref kein Gehör fand. Die neuseeländische Internetseite „newshub.co.nz“ berichtete darüber. 

Neben der ECB-Veranstaltung in Hamburg gab es auch in Kühbach / Augsburg eine gut besetzte Veranstaltung. Dabei gelangen den beiden Neuverpflichtungen im Petkovic-Team in den Hauptkämpfen gute Punktsiege. Leon Harth besiegte den Russen Ibragim Tsurov und nahm ihm dabei mit einem klaren 98:92 und 2x 99:91 Urteil den WBC Asian Boxing Council Gürtel ab. Das ist zwar nur einer der vielen kleinen WBC-Gürtel, aber immerhin ein guter Einstand für Harth. Im Hauptkampf konnte die Augsburgerin Tina Rupprecht ihren WBC-Gürtel im Minimumgewicht gegen die Venezuelanerin Niorkis Carreno verteidigen. Nach 10 Runden hieß es 97:91 und 2x 96:92 für Rupprecht. Beide Boxerinnen bekamen in diesem Kampf jeweils einen Punkt wegen Köpfstößen abgezogen.

Im Hauptkampf einer Boxveranstaltung in Kiew gab es eine Ringrichterentscheidung, die man im ersten Moment kaum nachvollziehen konnte. Der in der Ukraine lebenden Aserbaidschaner Artem Dalakian verteidigte seinen WBA-Titel im Fliegengewicht gegen Gregorio Lebron aus der Dom-Rep. Der Herausforder verlor nach einem Wischer in Runde 6 kurz das Gleichgewicht und stand sofort wieder auf. Der Ringrichter zählte bis 10 und nahm Lebron dann aus dem Kampf. Grund: Lebron war in dieser Runde schon 2x kurz unten, was nach WBA-Regeln beim 3. Bodenbesuch das ultimative Kampfende bedeutet. Sowohl der erste, als auch der 3. Bodenbesuch waren dabei allerdings diskutabel. Aber so sind die WBA-Regeln, auch wenn der Boxer zum Zeitpunkt des Abbruchs durchaus kampffähig war und der Abbruch unverständlich rüber kommen mag.

Über das ECB-Event wurde bereits in einen anderen Artikel berichtet. Ergänzend erwähnenswert ist dabei, dass der Verband WBO bei dieser Gelegenheit einen neuen Gürtel eingeführt hat. Neben den bisher bestehenden 18 Titeln gibt es jetzt neu einen WBO-Global Gürtel. Als erster Titelträger durfte sich Sebastian Formella nach seinem Sieg über Betuel Ushona diesen neuen Gürtel umschnallen. Damit hat der Weltverband WBO sich wieder eine neue Einkommensquelle erschlossen und die Boxwelt ist um einen weiteren unbedeutenden Titel reicher.

Bereits am Freitag verteidigte Mikaela Mayer (USA) als einzige Frau im Top-Rank Team von Bob Arum ihren NABF Gürtel im Super-Federgewicht. Sie konnte dabei die Kolumbianerin Calista Silgado über 8 Runden glatt mit 3x 80:72 abfertigen. Der Kampf fand auf der Ramirez vs Hart – Undercard in Corpus Christi / Texas statt. Für Mikaela Mayer war es bereits der 6. Kampf in diesem Jahr. Im neuen Jahr soll es temporeich weiter gehen. Sie peilt für 2019 einen Kampf um einen großen Titel an. Dabei stehen die Weltmeisterinnen Eva Wahlström (WBC), Maiva Hamadouche (IBF), Huyn Mi Choi (WBA) und Ewa Brodnicka (WBO) zu Auswahl.

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