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Rückblick: Das Sauerland Jahr 2010

 ©Sauerland Event.

© Sauerland Event.

Für den Berliner Boxstall Sauerland war 2010 ein recht turbulentes Jahr. Auf der positiven Seite stehen einige souveräne Titelverteidigungen, ein verlängerter TV-Vertrag und gute Leistungen der Hoffnungsträger. Im Super Six-Turnier lief es hingegen weniger rund, zwei knappe Punkturteile sorgten bei den Fans für hitzige Diskussionen.

Hier die wichtigsten Ereignisse im Zeitraffer:

Januar: IBF-Weltmeister Sebastian Sylvester hat bei seiner ersten Titelverteidigung in seinem “Wohnzimmer” keinerlei Probleme: Gegner Billy Lyell war kurzfristig als Ersatz eingesprungen und wird nach einer chancenlosen Vorstellung in der zehnten Runde aus dem Kampf genommen. Robert Helenius feiert gegen Ex-Weltmeister Lamon Brewster den bislang größten Sieg seiner noch jungen Karriere. Kubrat Pulev lässt in seinem erst fünften Profikampf mit einem vorzeitigen Sieg gegen Ex-Europameister Matt Skelton aufhorchen. Edmund Gerber schlägt Rene Dettweiler in nur zwei Runden K.o.

Februar: Sauerlands Vertrag mit der ARD wird bis 2015 verlängert. Promoter Wilfried Sauerland ist hocherfreut: “Wir freuen uns auf sechs weitere Jahre mit fantastischem Boxen in der ARD.”

13. März: Marco Huck verteidigt seinen WBO-Titel in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Gegner Adam Richards hat Hucks Schlaghagel nichts entgegenzusetzen und geht in Runde drei K.o. Alexander Povetkins zweiter Kampf mit seinem neuen Trainer Teddy Atlas endet mit einem K.o.-Sieg in der fünften Runde. Alexander Frenkel schlägt den erfahrenen Amerikaner Michael Simms nach Punkten.

27. März: Arthur Abraham erleidet gegen Andre Dirrell seine erste Profiniederlage. Gerade als Abrahams Schlussoffensive Dirrell zunehmend in Bedrängnis bringt, rutscht dieser aus, Abraham schlägt gegen den knieenden Amerikaner nach und wird disqualifiziert. Dirrell steigt in Folge dessen aus dem Turnier aus.

April: Mikkel Kessler gelingt mit seinem knappen Punktsieg gegen Carl Froch ein vielbejubeltes Comeback nach der bitteren Ward-Niederlage. Zudem kann sich der Däne über den WBC-Titel freuen.

Mai: Marco Huck bezwingt den aus dem Schwergewicht abgestiegenen Schulz-Bezwinger Brian Minto durch TKO in der neunten Runde. Minto muss mehrmals zu Boden und kommt zur zehnten Runde nicht mehr aus seiner Ecke. Karo Murat verteidigt seinen WBO-Interconti-Titel gegen den Amerikaner Tommy Karpency.

Juni: Sebastian Sylvester bleibt nach einem Unentschieden gegen den Russen Roman Karmazin Weltmeister. Kurios das Urteil der Punktrichter: einer hat Sylvester klar vorne, einer Karmazin, einer wertet den Kampf Unentschieden. Die Reaktion des Publikums ist gespalten, Rufe nach einem Rematch werden laut. Neuverpflichtung Steve Cunningham gewinnt mit einem Sieg gegen Troy Ross den vakanten IBF-Titel im Cruisergewicht.

Juli: Alexander Povetkin erscheint nicht zur offiziellen Pressekonferenz für den geplanten Kampf gegen Wladimir Klitschko. Offizieller Grund – Vertragsunstimmigkeiten. Samuel Peter springt schließlich als Gegner ein, Povetkin wird von der IBF als Strafe zurückgestuft.

21. August: Matt Godfreys “Rope-a-Dope”-Taktik funktioniert gegen Marco Huck nicht, der Amerikaner verliert durch technischen K.o. in der fünften Runde. Robert Helenius holt sich gegen den Franzosen Gregory Tony die EU-Meisterschaft im Schwergewicht.

25. August: Schocknachricht aus Dänemark – Mikkel Kessler steigt kurz vor seinem Kampf gegen Allan Green aus dem Super Six aus. Der Däne klagt seit einiger Zeit über Augenprobleme und legt seine Karriere vorerst auf Eis. Das Turnier geht ohne ihn weiter.

September: Sauerland geht mit einem Abstecher nach England ein großes Risiko ein, die Rechnung geht teilweise auf: Karo Murat wird in einem WBO-Ausscheidungskampf von dem starken Waliser Nathan Cleverly in zehn Runden systematisch auseinandergenommen, Alexander Frenkel wird gegen Ex-Weltmeister Enzo Maccarinelli Europameister. Das brutale Ende ist ein Kandidat für den K.o. des Jahres.

Oktober: Bei seiner dritter Titelverteidigung kommt der Greifswalder Sebastian Sylvester einem vorzeitigen Ende recht nahe. Herausforderer Mahir Oral zeigt jedoch ein großes Kämpferherz und beißt sich trotz mehrerer Niederschläge durch. Cecilia Braekhus feiert gegen Mikaela Lauren ihren dritten K.o.-Sieg, Kubrat Pulev bezwingt Dominick Guinn nach Punkten.

November: Arthur Abraham geht gegen Carl Froch gnadenlos unter, verliert auf den Punktzetteln zweier Richter jede einzelne Runde. Der Aufstieg ins Halbfinale ist ihm jedoch nicht mehr zu nehmen. Bei Sauerland schrillen angesichts des ins Haus stehenden Duells gegen Turnierfavorit Andre Ward die Alarmglocken. Robert Helenius feiert bei seinem Heimspiel in Finnland hingegen einen vollen Erfolg: Gegner Attila Levin hält nur knapp zwei Runden durch.

Dezember: Marco Huck kommt gegen WBO-Pflichtherausforderer Denis Lebedev mit einem blauen Auge davon. Heimvorteil und Weltmeisterbonus waren am Ende wohl ausschlaggebend. Der Russe, der mit seinem Verhalten innerhalb und außerhalb des Rings viele Fans hinzugewonnen hat, darf Dank seiner starken Leistung auf eine baldige weitere WM-Chance innerhalb des geplanten Cruisergewicht-Super Six hoffen.

© adrivo Sportpresse GmbH

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10 Kommentare

  1. carlos2012
    26. Dezember 2010 at 23:56 —

    @adrivo

    Dezember: Marco Huck kommt gegen WBO-Pflichtherausforderer Denis Lebedev mit einem blauen Auge davon. Heimvorteil und Weltmeisterbonus waren am Ende wohl ausschlaggebend. Der Russe, der mit seinem Verhalten innerhalb und außerhalb des Rings viele Fans hinzugewonnen hat, darf Dank seiner starken Leistung auf eine baldige weitere WM-Chance innerhalb des geplanten Cruisergewicht-Super Six hoffen.

    Bei so viel Schreibkunst,bleibt mir die Sprache weg.Boxen.de ist eigentlich eine gute Seite.Aber ein wenig Neutralität währ angebracht.Jeder Blinde hat gesehen das Lebedev hochhaus gewonnen hat.Da Nutzt ein Heimvorteil und Weltmeisterbonus auch wenig,wenn der Kampft Manipuliert wurde.Na ja was solls….Sauerland Event hat ihre glaubwürdigkeit verloren.Deswegen werde ich mir auch keine Kämpfe mehr von diesem Veranstalter anschauen….Mit ehrlichkeit hätten die mehr davon gehabt,als die jetzige Situation..Einfach Schade…

  2. Berlin Boxing
    27. Dezember 2010 at 01:34 —

    Be stechung war wohl ausschlaggebend. zu weihnachten dürfen wir ruhig mal ehrlich sein!
    “Der Russe” wird wie ein Bettler dargestellt, der jetzt auf das blö dsinnige Super Six hoffen darf. Zustände wie bei Idi Amin! Der Boxfan dreht sich mit Ekel weg.

  3. UpperCut
    27. Dezember 2010 at 02:45 —

    @adrivo

    super six wird super 4 ohne lebedev w w w.boxingnews24.com/2010/12/cruiserweight-tournament-likely-participants-huck-cunningham-wlodarczyk-jones-or-herelius/

    zudem koennt ihr das huck ergebnisn ruhig so nennen wie der rest der presse: einen skandal.

  4. ado
    27. Dezember 2010 at 16:41 —

    der einzige der mich aus sauerland event nicht enttäuscht hat ist frenkel

  5. Ali BlaBla
    27. Dezember 2010 at 17:42 —

    Oh man Sauerland, was ist das nur fürn Schweinestall geworden xD

  6. Ali BlaBla
    27. Dezember 2010 at 17:54 —

    @Carlos:

    Dezember: Marco Huck kommt gegen WBO-Pflichtherausforderer Denis Lebedev mit einem blauen Auge davon. Heimvorteil und Weltmeisterbonus waren am Ende wohl ausschlaggebend. Der Russe, der mit seinem Verhalten innerhalb und außerhalb des Rings viele Fans hinzugewonnen hat, darf Dank seiner starken Leistung auf eine baldige weitere WM-Chance innerhalb des geplanten Cruisergewicht-Super Six hoffen.

    ”Bei so viel Schreibkunst,bleibt mir die Sprache weg.Boxen.de ist eigentlich eine gute Seite.Aber ein wenig Neutralität währ angebracht”

    adrivo hat das eigentlich sehr Neutral verfasst, ich weiß ja nicht was du wieder rausliest aber Heimvorteil und Weltmeisterbonus spielen eine ganz grosse Rolle beim Boxen, und nicht nur bei Sauerlandveranstaltungen. Ich bin mir sicher er sieht in diesem Kampf auch einen Skandal aber jetzt eine Hetzkampagne Richtung Sauerland zu starten wäre alles andere als Neutral

  7. carlos2012
    27. Dezember 2010 at 18:48 —

    @Ali BLaBla

    Aha…Na gut.Sorry,ich werde nichts mehr böses gegen Sauerland Event schreiben.Ich finde der macht seine sache sehr gut.Auch sollte man sagen das HUck knapp gewonnen hat.Lebedev war aktiver aber hat weniger treffer gelandet.Huck hat bewiesen das er der wahre Champion ist…
    Glaubt mir das einer…:))))))))

  8. UpperCut
    28. Dezember 2010 at 00:26 —

    gutes interview mit doener zu genau dem thema: w w w.sportal.de/sportal/generated/article/boxen/2010/12/28/18563400000.html

  9. AlphaDogge
    28. Dezember 2010 at 14:29 —

    du bist etwas schwer von begriff wa carlito 😉

  10. Tom
    29. Dezember 2010 at 15:30 —

    @Carlos2012

    Natürlich war das ein krasses Fehlurteil, aber Fehlurteile gibt es in allen Boxringen der Welt, egal welcher Boxstall den Kampfabend veranstaltet.

    Das beste Ende ist immer noch ein Ko,da gibt es dann meistens keine Diskussionen!
    Ausser man heisst Rocchigiani!

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