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Ruben Varon bringt Matthew Macklin an den Rand der Niederlage

Der britische Mittelgewichtler Matthew Macklin entging am Freitagabend in Liverpool bei der Verteidigung seines europäischen Titels nur knapp einer Niederlage, die seine WM-Titelträume zerstört hätte. Der Spanier Ruben Varon, in Deutschland bekannt aus Niederlagen gegen Sebastian Zbik und Felix Sturm, machte Macklin das Leben zur Hölle, verlor aber im Endeffekt nach 12 Runden deutlicher als verdient nach Punkten.

Matthew Macklin fing den Kampf gut an und sicherte sich die anfänglichen Runden durch die höhere Workrate und die härteren Treffer. Beide Boxer arbeiteten viel in der Halbdistanz und zum Körper des Gegners. Varon zeigte eine gute Defensive und ein ordentliches Kinn, wenn er mal klar getroffen wurde von Macklin. Dieser hatte in der dritten Runde seine bis dahin besten Momente, und ließ sich kurz in Bedrängnis bringen, als Macklin einen harten linken Haken zum Kopf landen konnte. Doch auch die Treffer von Varon machten sich bereits bemerkbar, da Macklins rechtes Auge, welches zum Ende des Kampfes schwer wieder zu erkennen war, deutlich begann anzuschwellen.

Die vierte Runde war die Erste, in der der Spanier nun das Zepter in die Hand nahm, auch wenn Macklin eine starke letzte Minute hatte, in der er die Runde jedoch nicht mehr drehen konnte. Varon wurde zudem zum letzten Mal für Tiefschläge verwarnt, die er bereits in den voran gegangenen Runden gelandet hatte. In der fünften Runde war es dann soweit, dass ihm dafür ein Punkt abgezogen wurde. Besonders ärgerlich war das für ihn, da Varon die Runde eigentlich gewann, denn er drängte Macklin zunehmend in den Rückwärtsgang und war der Aggressor und landete die besseren Treffer.

Dieses Muster setzte sich in den nächsten Runden fort, in denen Varon nun stärker und frischer aussah als Macklin, der immer weniger schlug. Macklin begann in der sechsten Runde, die wohl seine schwächste Runde war, außerdem aus dem Mund zu bluten. Der Brite benutzte kaum mehr den Jab, und wurde erst in der achten Runde wieder aktiver, und fand so wieder zurück in den Kampf. Die neunte Runde war wieder ausgeglichener, als beide um die Oberhand im Kampf kämpften, aber Varon weiter im Vorwärtsgang blieb. Die Erschöpfung war nun Beiden anzusehen, doch die zehnte Runde ging noch einmal an Ruben Varon, der die besseren Treffer landen konnte.

Die letzten beiden Runden schienen kampfentscheidend zu sein, und Matthew Macklin nahm noch einmal alle seine Energie und seinen Willen zusammen, und sicherte sich durch erhöhte Aktivität die elfte Runde, doch Varon hatte in der letzten Runde mehr übrig und bestimmte sie noch einmal klar. Er landete einige harte Treffer, als Macklin sich etwa eine Minute vor Schluss an den Seilen stellen ließ. Der Brite war nun todmüde und nur noch darauf bedacht die Runde zu überstehen, was ihm auch gelang.

Es sah so aus, als wäre der Kampf unentschieden ausgegangen oder möglicherweise mit ein oder zwei Punkten Vorsprung an Macklin gegangen, doch die Punktrichter sahen es etwas zu deutlich für den Lokalfavoriten, der mit einem Urteil von 116-111, 117-111 und 116-113 gewann und seinen Titel verteidigte. Es wurde jedoch deutlich, dass Macklin wohl eher nicht die Klasse besitzt um wirklich um einen WM-Titel zu boxen, und auf europäischem Niveau möglicherweise ganz gut aufgehoben ist.

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