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Roy Jones jr – Wirklich der letzte Kampf ?

Man kann es kaum glauben, aber Roy Jones jr (65(47)-9(5)-0), Idol und Vorbild einer ganzen Generation von Boxern und Boxfans, hat seinen letzten Kampf angekündigt. Er will am Donnerstag, dem 8. Februar in seiner Heimatstadt Pensacola letztmalig in den Ring steigen und gegen Scott Sigmon (30(16)-11(5)-1) um den vakanten Cruiser-Gürtel der deutschen WBU kämpfen.

Die besten Zeiten von „Junior“ sind schon seit 15 Jahren Geschichte. Jones war Weltmeister in verschiedenen Gewichtsklassen vom Mittel- bis zum Schwergewicht. Er war in den 90ern einer der ganz großen Nummern im Boxsport. Seine Kämpfe aus dieser Zeit werden in Erinnerung bleiben. Was allerdings nach seinem letzten großen Sieg über Antonio Tarver (November 2003) kam, war ein langsamer boxerischer Gleitflug auf einer scheinbar nie enden wollenden Zielgeraden.

Nachdem Jones jr herbe Niederlagen erlitten hatte, glaubte man schon mehrmals, dass er die Handschuhe an den Nagel hängt. Zuletzt machte er im Jahr 2015 groß von sich reden, als er die russische Staatsbürgerschaft annahm und sich monatelang in Russland als Held feiern lies. Die Ernüchterung kam dann im Kampf gegen Enzo Maccarinelli, gegen den er im Dezember 2015 in Moskau gnadenlos mit einem KO 4 unterging. Danach war sein Russland – Abenteuer zu Ende. Es folgten danach noch einige Kämpfe gegen handverlesene Gegner. Jetzt scheint er mit 49 Jahren und dem 75. Profikampf die persönliche Ziellinie erreicht zu haben. So soll man es zumindest annehmen.

Was man allerdings kaum nachvollziehen kann: Jones jr hätte sich als Boxer und eigener Promoter für seinen Karriereabschluss gewiss eine andere und voll auf ihn selbst zugeschnittene Show einfallen lassen können. Zumindest hätte man wohl kaum erwartet, dass er mit seinem Abschiedskampf und 2 weiteren Boxkämpfen unter seiner Regie als Co-Events ausgerechnet MMA-Kämpfe aussucht. Sicher können MMA- und Boxkämpfe in einer Veranstaltung gezeigt werden, aber ob eine solche gemischte Show der würdige Abgang von einem Boxer ist, der 10 Jahre lang eine der Hauptfiguren des Boxsports war? Kaum zu glauben.

Neben dem Jones-Kampf gibt es 2 weitere Fights im klassischen Boxen zu sehen. Der 21-jährige Pensacola-Homeboy Davin Cushing (6(5)-0-0) trifft im Leichtgewicht auf Journeyman Tommy Bryant (3(1)-14(3)-3). In einem weiteren Boxkampf bekommt es die von Jones trainierte Ikram Kerwat (8(5)-1(1)-0) aus Deutschland mit der Amerikanerin Angel Gladney (9(6)-13(4)-1) zu tun.

Es kommen Zweifel auf, ob das ein würdiger Rahmen ist. Man könnte fast annehmen, Roy Jones jr bekommt nicht einmal mehr bei seiner Abschiedsveranstaltung in seiner Heimatstadt alleine eine Halle voll. Oder führt er etwas Anderes im Schilde? Gerüchten zu Folge wäre er einem Kampf gegen Ex-MMA-Star Anderson Silva nicht abgeneigt. So ganz scheint das mit den Handschuhen und dem berühmten Nagel noch nicht klappen zu wollen.

Roy Jones jr in seinen besten Zeiten:

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3 Kommentare

  1. 9. Februar 2018 at 20:16 —

    Jones jr siegt nach 10 Runden mit 3x 98:92. Der Kampf war allerdings mehr Gewürge als alles Andere: youtu.be/3DokDDaTvnk

    • 9. Februar 2018 at 22:01 —

      Schön das Jones Jr. seinen angeblich letzten Kampf gewonnen hat.
      Jones Jr. ist schon lange kein Bericht mehr wert. Das Kampfergebnis eigentlich auch nur noch eine Randnotiz zweier Boxer der unteren Regionen.
      Leider hat Jones Jr, vor 15 Jahren den Schlussgong nicht gehört.
      Er kann doch seither nur noch gegen Boxer gewinnen die er in seiner Prime nicht mal als Sparringspartner akzeptiert hätte. Boxer die in ihrer besten Zeit hauptsächlich mit Schnelligkeit und Reflexen geglänzt haben, sind spätestens mit Mitte 30 komplett durch.

  2. 9. Februar 2018 at 22:57 —

    Ikram hat gewonnen,
    den Kampf und mein Herz

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