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Roy Jones jr vs Enzo Maccarinelli – 12. Dezember Moskau

 

Nachdem Roy Jones jr in den letzten Monaten eher durch Kampf- an- und -absagen in den News war, hat sich jetzt Einiges geklärt. Seine offen angesagte Sympatie für Russland wurde am Dienstag mit dem Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft gekrönt. Er traf sich mehrmals mit Präsident Putin, bekam nun seinen russischen Pass und ist jetzt ganz offiziell russischer Staatsbürger. Damit ist Teil 1 seines durchgeplanten Geniestreichs gelungen. Nebenbei sei erwähnt, dass Jones jr in Russland ein sehr hohes Ansehen genießt. Vielleicht sogar mehr als zuletzt in den USA.

Junior“, der schon seit 2 Jahren den WBU-WM-Titel im Cruisergewicht trägt und verteidigt, wollte in diesem Jahr noch einmal um einen anderen großen Titel kämpfen. Es gab Vorabsprachen mit Marco Huck. Beide waren sich grundsätzlich darüber einig, gegeneinander antreten zu wollen. Da Huck seinen Titel verloren hat, ist der Kampf für Jones jr uninteressant geworden.

Sein russischer Freund und Promoter Vlad Hrunov hat sich dann etwas besonderes einfallen lassen. Der Weltverband WBA hat sich (oh Wunder) dazu überreden lassen, einen „Super-Champ“ im Cruisergewicht ausboxen zu lassen. Das geht allerdings (nochmal: oh Wunder) völlig an dem aktuellen Ranking des Verbandes vorbei und soll scheinbar ein Titel werden, der nicht wegen der besonderen aktuellen Leistungsfähigkeit, sondern ehrenhalber, sozusagen “für das Lebenswerk” vergeben werden soll.

Sei es wie es sei: Jones jr und Antonio Tarver sollten darum kämpfen. Das wäre dann die 4. Begegnung zwischen beiden Boxern gewesen. Sie kämpften bereits 2003/04/05 gegeneinander. Es stand 2:1 für Tarver. Das war bis dahin ein gut ausgedachter Plan. Womit keiner gerechnet hatte: Tarver glänzte nach dem Cunningham-Kampf durch eine positive Dopingprobe und kam für diesen Super-Champ-Fight nicht mehr in Frage.

Ein neuer Gegner musste her. Die Wahl fiel auf den 35-jährigen Enzo Maccarinelli (40(32)-7(7)-0). Der Brite mit den italienischen Wurzeln hat nach seiner RTD-Niederlage gegen Jürgen Brähmer im April 2014 zwei leichte Kämpfe gemacht und vorzeitig gewonnen. Maccarinelli ist für Jones jr der ideale Gegner. „Macca“ geht viel zu arglos und offen in seine Kämpfe. Es sollte nicht wundern, wenn er ein weiters Opfer von Juniors blitzschnellem Leberhaken wird.

Auch außerhalb des Boxrings scheint der russische rote Teppich für Jones jr ausgerollt zu sein. Beispiele: Die medienwirksamen Auftritte mit Präsident Putin. Das Angebot von einem russischen Baulöwen für einen dauerhaften Wohnsitz: eine Villa, die nach seinen Wünschen für ihn kostenlos gebaut wird. Die Angebote von -zig russischen Bürgermeistern, ihm Grundstücke schenken zu wollen, wenn er sich da ansiedeln will. Und nicht zuletzt der offen gezeigte Schulterschluss mit Alexander Zaldostanow, dem Präsienten des russischen Biker-Clubs „Nachtwölfe“.

All das trägt dazu bei, dass Jones jr in seiner neuen Heimat auf einer Erfolgswelle getragen wird, wie er das in den USA wohl nie mehr geschafft hätte. Jones jr hat in Russland keinerlei Probleme. Während in den USA die Promi-Dichte sehr hoch ist und jeder ständig die Steuerbehörden im Nacken hat, braucht Russland solche Sympatieträger wie Roy Jones jr als Aushängeschilder. Gewinnt „Junior“ den WBA-Super-Champ Gürtel gegen Maccarinelli, kann er mühelos solange gegen machbare Gegner verteidigen wie er Lust auf Boxen hat. Mit dieser russischen Connection im Rücken ist das vielleicht der Geniestreich seines Lebens.

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6 Kommentare

  1. 29. Oktober 2015 at 15:46 —

    So,so….ein neu kreierter WBA-Super-WM-Titel, das ist ja ganz großes Kino!
    Die WBA hat sie doch nicht mehr alle……..bei dem großen Titelsalat der Boxverbände haben ja selbst die besten Boxfans keinen Durchblick mehr.
    Abgesehen davon, da verliert ja der “eigentliche” WBA-Super-WM-Titel auch an Bedeutung!
    Und wie kommt eigentlich Maccarinelli zu dieser “Ehre”, der war doch nie Champ bei der WBA, sondern bei der WBO!?
    Bin auch der Meinung, das wenn alternde Boxer die ihren Zenit längst überschritten haben unbedingt noch boxen müssen/wollen, dann sollen sie kleine Kämpfe bestreiten um unbedeutendere Titel.

  2. 29. Oktober 2015 at 16:18 —

    Es wird wohl doch “nur” um den WBU-Titel gehen den Jones Jr. inne hat!
    Bei boxen-Magazin.com ist zu lesen das die WBA mittlerweile wieder zurück gerudert hat, weil unter anderem der WBA-Champ Lebedev Jones Jr. vor 4 Jahren eindeutig besiegt hat und weil beide, Jones und Maccarenelli nicht in den Top-15 vertreten sind!

    Zu der Geschichte das Jones Jr. jetzt russischer Staatsbürger ist, hat wohl jeder eine andere Meinung!? Ich sehe es so, wenn man mir Grundstücke anbieten würde für lau und mir ein Baulöwe eine Villa nach meinen Wünschen bauen würde, auch für lau, warum nicht!?

  3. 29. Oktober 2015 at 16:22 —

    Roy hat alles richtig gemacht,
    als einer der ganz wenigen

  4. 29. Oktober 2015 at 18:04 —

    Gut dass Roy Jones Jr. jetzt Russe ist…..in Amerika gibt es noch 60 Millionen die gerne an Russland abgegeben werden…..bitte..nimmt das Angebot an…

  5. 30. Oktober 2015 at 13:09 —

    abwarten um was es bei dem kampf geht. wenn jones tatsächlich auch noch wm in CW werden sollte ist das wirklich eine ganz große sache. ich hätte die kämpfe gegen huck oder tarver gerne gesehen. wusste gar nicht, dass tarver schon wieder gedopt war. wie lange wurde er gesperrt?

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