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Roy Jones jr vs Bobby Gunn – full fight

Die alternde Ringlegende Roy Jones jr ist mit einem Sieg über Bobby Gunn noch einmal „Weltmeister“ geworden. Er besiegte Gunn, weil der nach 7 Runden nicht mehr weiter kämpfen wollte und wenige Sekunden nach der Glocke zur 8. Runde aufgab. Bei diesem Kampf in Wilmington /Delaware ging es um den vakanten Gürtel des Verbandes WBFound, der seit fast 4 Jahren nicht vergeben war und jetzt überhaupt zum ersten mal einen bekannten Träger hat.

Roy Jones WBFoundFür Jones jr war es der 74 Kampf seiner Karriere und einer der, rein optisch gesehen, „glänzenden“ Siege. Das Bobby Gunn (21(18)-7(5)-1) wie maßgeschneidert für ihn war, steht auf einem anderen Blatt. Der 43-jährige gebürtige Kanadier konnte vor 8 Jahren seinen letzten Sieg feiern und hatte 2013 seine Handschuhe an den Nagel gehängt. Zuvor hatte er noch einmal mit Niederlagen gegen Tomasz Adamek, James Toney und Glen Johnson etwas Kasse gemacht. Der Kampf gestern gegen Roy Jones jr war auch nichts Anderes, als ein Aufbessern von Gunns Boxer-Rente.

Gegen diesen Gegner konnte Jones jr nur gut aussehen. Nach 6 Runden fast reinem Showkampf, in denen Jones jr es sich leisten konnte, teilweise mit hängender Führhand im Rückwärtsgang zu kämpfen, gab es in Runde 7 eine richtig gute Kombination an Gunns Kopf. Wenn Jones jr gewollt hätte, wäre das das Ende von Gunn gewesen. Er hätte nur nachsetzten brauchen. Doch er lies seinen Gegner die letzte halbe Minute dieser Runde stehen, setzte ein paar mal zu Alibischlägen an und genoss fast schon arrogant seine Ringdominanz.

Wie bereits erwähnt, gab Gunn kurz nach dem Glockenklang zur 8. Runde auf. Das Urteil: TKO8. Er blutete aus der Nase und hatte offenbar genug. Jones jr konnte sich von seinem Publikum feiern lassen.

Die Frage nach dem Sinn dieses Kampfes ist schnell beantwortet. Der bereits 48-jährige Roy Jones jr hängt am Boxsport und genießt den Ruhm seiner Siege. Die Blamage der Niederlage gegen Maccarinelli in Moskau scheint vergessen zu sein. Für Jones jr ist wichtig: Er kann, zumindest gegen handverlesene Gegner, noch siegen und bekommt nach dem Kampf einen Gürtel umgehängt. Das er inzwischen nur noch ein müdes Revival seiner glänzenden Vergangenheit ist, wird er wohl selbst wissen. Es bleibt bei jedem weiteren Jones-Kampf bei den gleichen Fragen. Will oder muss er noch in den Ring steigen? Und: Tut er es für sich selbst oder für seine Fans? Ein Karriereende ist für Roy Jones jr jedenfalls noch nicht in Sicht. Der russische Promoter Vlad Hrunov postete auf Facebook, dass Jones nächster Kampf in Weissrussland stattfinden wird.

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1 Kommentar

  1. 19. Februar 2017 at 13:26 —

    Roy Jones Jr. kann nur noch gegen Boxer gewinen die er in seinen besten Zeiten noch nicht mal als Sparringspartner akzeptiert hätte!
    Bestmmt will er seinen neuen “WM”-Titel gegen eine weitere Pfeife auch verteidigen!?

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