Roy Jones jr – Geht da noch was?

Eine kleine Planänderung hält Roy Jones jr scheinbar nicht von seinem Ziel ab. Seit fast einem Jahr hat der mittlerweile 46-jährige davon gesprochen, noch einmal einen großen WM-Fight zu machen. Zu Beginn diesen Jahres erklärte er, er wolle gegen Marco Huck um dessen WBO-Titel kämpfen. So weit, so gut, könnte man denken. Manche Boxfans belächeln diese Idee, andere Sorgen sich um den Gesundheitszustand von Jones jr, der scheinbar nicht zu bremsen ist und auf den Pfaden von Bernard Hopkins wandeln will.

Seit März 2015 hat Jones jr 3 Kämpfe absolviert, die er alle vorzeitig gewann. Zwei weitere Kämpfe stehen demnächst an. Danach sollte es den Fight gegen Huck geben. Daraus wird nun nichts. Doch das irritiert Jones nicht. Es kam Junior schließlich darauf an, um den WBO-Titel zu kämpfen, nicht unbedingt gegen Huck. Das sich der bei seinem USA-Debüt unter eigener Flagge so blamiert und den Titel verliert, konnte ja keiner wissen. Die Vorbereitungen von Jones jr auf (s)einen großen Fight laufen trotzdem unvermindert weiter.

Man mag von Roy Jones jr halten was man will, doch wie er jetzt seinen Gegner Eric Watkins regelrecht „abgeschossen“ hat, sollte so manchen seiner Kritiker verstummen lassen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass er zumindest streckenweise noch über die gleiche Schnelligkeit und Schlaghärte verfügt, wie zu seinen besten Zeiten. Natürlich hat er sich für seine Kämpfe nicht gerade die erste Garde an Gegnern ausgesucht. Um so mehr kann er natürlich mit seinen Qualitäten glänzen.

Der „Abschuss“ von Watkins ist auf youtube unter „Roy Jones Jr. knocks out Eric Watkins with vicious hook“ zu sehen. In normaler Geschwindigkeit bekommt man kaum mit, weshalb Watkins plötzlich wie vom Blitz erschlagen zusammenbricht. Erst in der Wiederholung sieht man, wie präzise und routiniert Jones jr diesen KO-Schlag führt. Er schaut nicht einmal hin dabei und bleibt völlig cool. Die linken Haken von Jones jr sind legendär, das kann man nicht anders sagen.

Bereits nächste Woche will er wieder in den Ring steigen. Sein Gegner ist der 24-jährige Danny Santiago. „The Bronx Bomber“ hat einen Kampfrekord von 33(14)-7(7)-1 vorzuweisen und es scheint wohl ohne jeden Zweifel festzustehen, dass auch er lediglich eine Opferrolle hat. Nur zwei Wochen später soll es nach Liverpool gehen, wo Jones jr gegen den einheimischen Lokalmatador Tony Moran kämpfen will. Dabei geht es um die „Malta International“ und „WBF Intercontinental“ – Titel. Das sind gewiss Gürtel, die unter „ferner liefen“ einzuordnen sind, doch auch hier geht Jones jr als Favorit in den Kampf.

Sind diese beiden Kämpfe siegreich absolviert, will er nun gegen Glowacki um den WBO-Titel kämpfen. Ob dieser Fight genau so einfach für ihn sein kann, muss man erheblich bezweifeln. Der Pole hat gegen Huck gezeigt, aus welchem Holz er ist. Er hat einen schweren Niederschlag weggesteckt, anschließend selber ausgeteilt und Huck desaströs „entzaubert“. Kommt dieser Kampf zustande, kämpft ein erfahrener Boxer, der mit allen Wassern gewaschen ist gegen einen, er in seiner Prime steht und gerade einen grandiosen Sieg eingefahren hat. Eine Prognose für diesen Kampf ist schwer zu stellen, weil Herz und Verstand nicht einig sind. Was sagen die Boxexperten zum möglichen Ausgang? Ist Jones jr „durch“ und geht mit Pauken und Trompeten unter? Oder hat er eine berechtigte Chance, den Job gegen Glowacki besser zu machen als Marco Huck?

von Johannes Passehl

38 Gedanken zu “Roy Jones jr – Geht da noch was?

  1. Mal abgesehen davon das D.Santiago 42 Jahre alt ist und nicht 24 J. wie es im Bericht steht,bin ich erstmal der Meinung das Jones Jr. nur noch Gegner boxt die er in seiner Prime nicht mal als Sparringspartner akzeptiert hätte!

    Wenn alte/alternde Boxer nicht aufhören können oder nach ewigen Jahren im Ruhestand (wie zuletzt D.Ruddock) wieder ein Comeback starten,dann ist das zwar ihr gutes Recht,aber dann sollten sie es bei kleinen Kämpfen gegen eine überschaubare Gegnerschaft belassen und nicht versuchen nochmal einen großen Kampf um die WM an Land zu ziehen oder gar zu bestreiten!

  2. Glowacki ist nicht der Überboxer…trotzdem wird es für Roy2015Jones reichen – und mir blutet das Herz, wenn ich verfolge auf welchen Pfaden mein großes Idol jetzt wandelt – er scheint ja die Kohle sehr sehr dringend zu brauchen!!!

  3. wird bestimmt der ko des monates bei boxwelt, was für ein hammer.
    und FAN, frage mich, ob glowacki da auch wieder aufsteht.
    allerdings sollte er lieber mal aufhören, bekommt ja trotzdem in jedem kampf was ab, kann nicht gesund sein.
    allerdings ist für mich die beste boxleistung von RJ jr, daß er diesen super honk voll spakko affen pazienza umgenietet hat, endgeil!
    und hukic mit RJ jr zu vergleichen?
    RJ jr würde diese fehler wohl nicht machen und den kampf nach hause bringen. Bzw. wäre glowacki noch in einen üblen konter gelaufen.
    der eine hat boxintelligenz, der andere nur sein rückenmark.

    1. Wenn du das so genau weisst … ich weiss von Schulden nichts. Vielleicht ist er ja der nächste, de die russische Staatsbürgerschaft annimmt. 😉

      Eine Villa im Kaukasus wurde ihm zumindest schon von einen milliardeschweren russischen Baulöwen angeboten.

      1. Das mit dem Pass war übrigens ernst gemeint. Ich habe gerade ein Foto auf Facebook gepostet, dass RJJ im Büro von Putin zeigt. Man hat über die russische Staatsbürgerschaft gesprochen … o.O Die Schlauen schlagen sich eben bei Zeiten auf die richtige Seite .. :p

          1. Na, ich habe nur noch den Kampf davor gesehen, Mena gegen den Kanadier, die sollte er zumindest packen

    1. Ah danke! Schaue selten Aiba-Boxing, ist aber ganz interessant, was da geboten wird. Der Ami im Weltergewicht, Ceballo hat schnelle Hände, aber null Power. Tippe das gibt einen 2:1 Sieg für Perez 😉

          1. Ja, danke für die Info, habe es grad gesehen, dass Maestre Perez ziemlich hoch gerankt ist, kenne mich da nicht so genau aus! Mal ehrlich, meiner Meinung ist er absolut nichts Besonderes.

  4. Im Prinzip der gleiche Spass wie vorige Woche in Samokov und bei den European Games in Baku. Wieviele Azeri waren da gleich nochmal im Finale?
    Da werden die Kriterien bei den Punktrichtern genauso verschoben wie im Profibereich nur das hier die Fights deutlich ausgeglichener sind als so manche GB-WM oder Matchroom-Card. ABER bei den Amateuren geht’s ohnehin nur um Leistung, da spielen die Ergebnisse nicht die Rolle wie im Profibereich. Deswegen werden Leute wie Feigenbutz mit der Zeit unglaubliche Probleme bekommen Gegner zu finden die sich dafür bezahlen lassen zu verlieren. Das ist nunmal im Profigeschäft ein unglaublich teurer Spaß!

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