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Roman Gorst sichert sich den Deutschen Meistertitel

In der überfüllten Großen Freiheit 36 in Hamburg wurde den Boxfans dieses Mal die schwächste Fightcard in der bisherigen Geschichte der Hamburger Boxpromotion „Boxen im Norden“ präsentiert. Sind zuvor noch Boxer wie Khoren Gevor und Rafael Bejaran an einem Abend in den Ring gestiegen, waren beide dieses Mal nicht einmal anwesend.

Promoter Thomas Nissen überzeugte ein weiteres Mal durch sein Matchmaking. Bei seinen letzten drei Boxevents in der Großen Freiheit 36 hat jeder seiner Hauptkämpfer zuhause eine Niederlage einstecken müssen!

Am 2. September 2018 verlor sein ehemaliger Schützling Dennis Lewandowski gegen Boris Estenfelder den Titelkampf um die vakante Deutsche Meisterschaft klar nach Punkten. Fünf Monate später ging der Boxen im Norden-Boxer Sebastiano Lo Zito gegen Alexander Rigas in der vierten Runde K.o. und verlor seinen Deutschen Meistertitel im Supermittelgewicht. Und zuletzt besiegte Roman Gorst am 6. Oktober 2019 den 32-jährigen Boris Estenfelder, der für Boxen im Norden in den Ring stieg, nach Punkten und wurde damit zum neuen Deutschen Meister im Schwergewicht.

Roman Gorst vs. Boris Estenfeder

Im Hauptkampf um die Deutsche Meisterschaft des BDB im Schwergewicht standen sich zwei ebenbürtige Boxer gegenüber, wobei Roman Gorst (6-0-0, 5 K.o.) sich gegen den Titelverteidiger Boris Estenfelder (11-2-1, 7 K.o.) im Laufe der zehn Runden Vorteile erarbeiten konnte.

In der zweiten Hälfte des Gefechts zeigte Gorst vom Team Holefeld die bessere Kondition, wobei Estenfelder mit seinem unbändigen Willen versuchte dagegenzuhalten. Gorst agierte flexibler und auf flinkeren Beinen im Ring, wohingegen der Frankfurter seine ganze Kraft in die Schläge legte und oft mit einem nach vorne gebeugten Oberkörper gegen seinen Gegner agierte.

Nach zehn Runden lautete das Urteil der Punktrichter 96-93, 94-95 und 97-93 für den Pockinger Roman Gorst, welcher sich in seinem erst sechsten Profikampf mit dem ersten Titel schmücken kann und ungeschlagen bleibt. Gorst bereitete sich unter anderem im Berliner Sauerland-Gym bei Ulli Wegner auf das Duell vor.

Boris Estenfelder zeigte sich nach dem Kampf enttäuscht über seine Leistung, dennoch möchte sich Promoter Thomas Nissen die Niederlage nicht eingestehen und verkündete gestern auf der Facebook Fanpage von Boxen im Norden: „Respekt und Anerkennung an Roman Gorst, der in Hamburg eine große Leistung zeigte. Ob es tatsächlich zum Sieg reichte, wird anhand der Videos von 5 Punktrichtern geprüft. Wie auch immer das ausgeht ändert es nichts an der großen Leistung zweier Boxer über volle zehn Runden Schwergewicht.“

Sebastiano Lo Zito ist neuer Internationaler Deutscher Meister

 Der Hamburger Sebastiano Lo Zito bekam es mit dem erfahrenen Ungarn Peter Orlik zu tun. Auf dem Spiel stand der Internationale Deutsche Meistertitel im Supermittelgewicht (BDB). Lo Zito wurde von Ersatztrainer Nasser Chahrour gecoacht und nicht von Khoren Gevor, weil dieser Maria Lindberg am gleichen Tag in Slowenien bei ihrem Fight gegen Ema Kozin betreute. Dieser Umstand wirkte sich aber nicht auf den zweiten Titelkampf des Abends aus, denn Chahrour machte einen ausgezeichneten Job.

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Lokalmatador Sebastiano Lo Zito zeigte sich dominant und angriffslustig in dem Gefecht und ging das ein oder andere Risiko ein, um seinen Kontrahenten vorzeitig zu bezwingen. In der sechsten Runde schickte der 29-jährige „Sicilian Stallion“ seinen Gegner einmal und in siebten Runde gleich zweimal zu Boden bevor der Ringrichter den Kampf nach einem erneuten Schlaghagel zum Kopf von Orlik abbrach. Damit endete der Fight in Runde sieben durch technischen K.o. und Lo Zito sicherte sich im besten Fight des Abends den Gürtel des Internationalen Deutschen Meisters (BDB) im Supermittelgewicht.

Boxen im Norden und die Pressearbeit

Ein weiteres Highlight war die miserable Betreuung der Journalisten vor Ort. Denn es gab keine festen Arbeitsplätze und dazu wurde man von freien Plätzen angeblich auf Anweisung des Promoters vertrieben. Der unprofessionelle Umgang passt zu den selbstgebastelten Pressekarten, den teilweise schrecklichen Showacts und den Stripperinnen, mit denen man bei jeder Boxveranstaltung von Boxen im Norden genötigt wird. Letztes Mal zogen gleich drei Frauen blank und dieses Mal tanzte ein Frau mit Leuchtumhang, der an einen Tannenbaumdekoration erinnerte, ewig im Kreis herum.

Nachdem der Veranstalter Thomas Nissen auf die unzumutbaren Bedingungen für die Journalisten vor Ort aufmerksam gemacht wurde, brüllte dieser nur laut und beleidigend los und sagte wortwörtlich, dass für ihn nur die zahlenden Gäste wichtig seien. Dabei sollte man bei dem Niveau der meisten Kämpfe glücklich sein, wenn überhaupt darüber berichtet wird…

Foto: Facebook Fanpage Boxen im Norden

 

 

 

 

 

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