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Robin Krasniqi – Neuer EBU Europameister

Foto: SES

Bei der SES-Veranstaltung am Samstag in Bad Tölz ging es in den beiden Hauptkämpfen um Gürtel des Verbandes EBU. In einem weiteren Aufbaukampf konnte sich Stefan Härtel mit einem deutlichen Punktsieg über Emmanuel Feuzeu aus Kamerun neues Selbstvertrauen verschaffen. Auch die anderen Vorkämpfe endeten so, wie man es den Kampfrekorden der Gegner entsprechend vorhersehen konnte.

Im ersten von 2 Höhepunkten der Veranstaltung kämpfte der 25-jährige Emre Cukur in seinem 11. Profikampf gegen den 39-jährigen Ukrainer Roman Shkarupa, der mit der Erfahrung aus 38 Kämpfen (28 Siege, 8 Niederlagen, 2 Unentschieden) in den Ring stieg. Es entwickelte sich ein Gefecht auf Augenhöhe, bei dem der Altersunterschied keine Rolle spielte. Zwar versuchte Cukur so Einiges und störte erfolgreich mit seinem Jab-Rumgestocher den Kampfaufbau des Ukrainers, aber es gelang ihm einfach nicht, sich einen deutlichen Vorsprung zu verschaffen.

Beide zeigten zwischendurch Nerven und schienen nicht zufrieden mit ihren jeweiligen Leistung zu sein. Das Urteil: 113:115 gegen und 2x 114:113 für Cukur, hätte auch anders herum lauten können. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Kampf Unentschieden zu bewerten. Wirklich überzeugt konnte man von dem Sieg Cukurs nicht sein. Cukur wurde mit dem EBU „External“ Gürtel belohnt. Ein Titel, der zuletzt vor 10 Jahren ausgeboxt wurde. Kampf und Titel passten gut zusammen: Unbedeutend.

Der Münchener Robin Krasniqi kämpfte gegen den in Russland lebenden Ukrainer Stanislav Kashtanov um den vakanten EBU-Europameistertitel und erzielte dabei einen Punktsieg. Ob die Punktwertung für Krasniqi (116:113, 117:111 und 116:112) so ganz zutrifft, sei mal dahingestellt. Ein 115:113 hätte es auch getan und würde dem Kampfverlauf wohl am nächsten kommen.

Nach seinem Sieg wurde gleich wieder von einer WM geredet. Ohne Krasniqis Leistung schmälern zu wollen muss man sagen, dass er als Europameister einen Rang inne hat, der seiner Leistungsfähigkeit entspricht. Er müsste sich gegenüber vergangenen Kämpfen mindestens noch einmalum 20 % steigern, wenn er einem der aktuellen Weltmeister auf Augenhöhe begegnen will. Letztendlich wird aber Nichts anderes Bleiben, als zu versuchen einen gut bezahlen WM-Kampf zu bekommen..

Man muss jetzt abwarten, wo Krasniqi sich nach diesem Kampf z.B. in den Ranglisten der großen Verbände einordnet. Jetzt vielleicht noch ein weiterer Kampf, den er überzeugend gewinnt und er wäre in einer komfortablen Situation für einen WM-Titelkampf. Alles Andere macht wenig Sinn. SES-Promoter Steinforth wird für Krasniqi nicht 2x im Jahr tief in die Tasche greifen wollen, um kostspielige EBU-Verteidigungen zu finanzieren, die außer Spesen Nix einbringen. Für Krasniqí muss spätestens in einem Jahr ein Big Fight kommen. Egal wie es ausgeht. Alles Andere ist rausgeschmissenes Geld. SES hat bereits 2 weitere EBU-Titelträger, die im Halbschwer- und Schwergewicht vor ähnlichen Aufgaben stehen.

Als Fazit der Veranstaltung bleibt, dass die Erwartungen des Veranstalters erfüllt wurden. Bis auf 2 Kämpfe gingen alle Fights über die Runden und die ca. 2 500 Zuschauer bekamen für ihr Geld was zu sehen. Der einzige Boxer, der trotz seiner guten Performance schlecht weg kam, ist Roman Shkarupa. Er hat mit seinen 39 Jahren eine Top-Vorstellung gegeben und hat bestimmt noch ein paar gute Fights im Tank.

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2 Kommentare

  1. 4. Juni 2018 at 13:31 —

    Der Sieg von Cukur war meiner Ansicht nach ein krasses Fehlurteil!

    Krasniqi hat einen guten Sieg eingefahren, er wäre gut beraten den EM-Titel einige Male zu verteidigen und damit sein Geld zu verdienen, in einen evtl. WM-Kampf hat er nichts zu suchen!

    • 4. Juni 2018 at 21:03 —

      Ja gut, aber wer soll ihm Geld geben, wenn er zuhause seinen EBU-Titel verteidigt?

      Ich glaube kaum, dass der MDR sich finanziell weit aus dem Fenster hängt, wenn SES-Boxer ihre Europameister-Gürtel verteidigen.

      Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf decken gerade die Unkosten der Veranstaltung.

      Es müssen gute Börsen her, die momentan nur bei Titelkämpfen im Ausland erzielt werden können. Egal, was dabei raus kommt.

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