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Robert Stieglitz hängt die Handschuhe an den Nagel

Nach 16 Jahren Profiboxen verkündete Robert Stieglitz heute bei einer Pressekonferenz in Dresden seinen Rücktritt vom aktiven Boxen. Er absolvierte für das SES-Team insgesamt 57 Kämpfe (50(29)-5(3)-2) und tritt als EBU-Europameister ab. Den von der EBU vorgeschriebenen Pflichtkampf gegen seinen Stallkollegen Dominic Bösel wird es nicht geben.

Als Begründung für seinen Rücktritt nannte Stieglitz „mehrere Baustellen“. Er hat schon länger u.a. Probleme mit der Schulter und merkt selbst, dass seine Reaktionsgeschwindigkeit nachlässt. Kampfgeist, Kraft und Ausdauer wären noch voll da, aber er merkt, dass die Reflexe langsam nachlassen. Stieglitz sagte weiter, er sei jetzt fast 36 Jahre alt und will der nächsten Generation Platz machen.

Robert Stieglitz und Promoter Ulf Steinforth tauschten abwechselnd die üblichen Höflichkeiten aus und auch Trainer Dirk Dzemski sagte ein paar Worte zur möglichen weiteren Zusammenarbeit zwischen SES und Stieglitz. Man wollte zwar noch nicht über ungelegte Eier reden, aber es sieht wohl so aus, als würde Stieglitz nach seiner Genesung dem Team als Trainer erhalten bleiben. Ob er dabei als Co-Trainer unter Chefcoach Dzemski agiert oder „eigene“ Boxer betreuen soll, ist noch offen.

Die PK in Dresden war einerseits wegen dem Rücktitt von Stieglitz angesetzt worden. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, gegen wen Domenic Bösel um den vakanten EBU-Gürtel boxen wird. Es wird einen Kampf zwischen Bösel und Karo Murat geben. Beide kennen sich vom Training und haben noch eine Rechnung zu begleichen. Es war von einem Tiefschlag während eines Sparrings die Rede, der noch „ungesühnt“ wäre. Gekämpft wird am 1. Juli in Dresden. Zu der Veranstaltung findet am kommenden Dienstag eine weitere Pressekonferenz in Dresden statt.

Als symbolischen Abschluss von Stieglitz Karriere hing er seine Handschuhe an einen Nagel. Dabei hat leider die Requisite bei dieser Pressekonferenz etwas versagt. Es gab zwar Handschuhe, Nagel und Hammer, aber keine richtige Wand, wo Stieglitz den Nagel hätte einschlagen können. Man wusste sich dann irgendwie zu behelfen und die Handschuhe hingen dann auch. Wenigstens für einen Augenblick.

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4 Kommentare

  1. 23. Mai 2017 at 15:01 —

    Respekt Robert.
    Du hast ne Menge erreicht und bist niemandem aus dem Weg gegangen.
    Jetzt unterstütze die Jugend weiter

  2. 23. Mai 2017 at 20:09 —

    Na da kann man nur hoffen das Stieglitz nicht irgendwann auf die Idee kommt und die Handschuhe wieder vom Nagel nimmt!

    Mal gespannt wie Bösel mit Murat zurechtkommt!?

  3. 23. Mai 2017 at 22:04 —

    Solide Karriere, ehrlicher Junge, den Fight gegen Sturm in bester Erinnerung.

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