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Robert Helenius mit Lachnummer – Eva Wahlstrom bleibt Weltmeisterin

Etwas abseits vom großen Boxgeschehen fand am Samstag in Helsinki eine Veranstaltung statt, die sich im internationalen Vergleich nicht zu verstecken braucht. Die ganz großen Namen fehlten zwar, aber es wurde gutes Boxen geboten. Es gab dabei lediglich eine Ausnahme: Robert Helenius hatte einen Gegner, der absolut nicht ins Gesamtbild passte.

Die weitere Card war gut besetzt. Es gab einen Kampf um den EBU-Titel im Leichtgewicht, den der in Finnland lebende Albaner Edis Tatli gegen den Italiener Manuel Lancia für sich entschied. Tatli war Titelträger. Er konnte den Italiener mit zunehmender Kampfdauer immer mehr den Schneid abkaufen. In Runde 9 hatte Ringrichter Ian John Lewis aus Großbritannien genug gesehen und beendete den Kampf. Es gab zwar schon schlimmere Situationen, wo Kämpfe bis zum bitteren Ende weiter liefen, aber hier griff der Ref früh genug ein.

Um den EBU(EU)-Titel im Supermittel ging es zwischen Titelträger Mariano Hillario (Spanier, ursprünglich aus der Dom-Rep) und dem finnischen Rechtsausleger Niclas Rasanen. Beide Boxer boten sich einen Kampf, der sich erst zum Ende hin steigerte. In Runde 10 musste der Titelverteidiger runter und wurde angezählt. Es gelang dem Finnen allerdings nicht, entscheidend nachzusetzen, weil Hillario den Niederschlag recht gut verdaut hatte. In Runde 11 kam dann als Antwort vom Gastboxer der Vernichtunsschlag gegen den Finnen: Eine blitzsaubere Rechte zum Kopf. Der Finne kam wieder auf die Beine, fiel aber beim Anzählen rückwärts in die Seile: KO11-Sieg für Hillario.

Auch ein Frauenkampf war in Helsinki dabei. Die Finnin Eva Wahlstom verteidigte ihren WBC-Titel im Superfeder gegen die bis dahin ungeschlagene Argentinierin Anahi Esther Sanchez. Es sollte ein guter Kampf werden, bei dem die Titelverteigerin verdient mit 98:92 und 2x 97:94 siegte.

Salopp, im warsten Sinne des Wortes gesagt: „Den Vogel abgeschossen“ hatte Robert Helenius in seinem Kampf gegen die Nr. 1 des argentinischen Schwergewichts. Mit Gonzalio Omar Basile trat wohlbemerkt der beste von insgesamt 70 aktiven argentinischen Schwergewicht-Boxern an. Das ein BoxRec-Ranking nicht alles über einen Boxer aussagt, wurde dann im Ring deutlich. Mit Basile als Gegner hatte Helenius die goldene Himbeere dieser Veranstaltung. Mehr muss man dazu nicht sagen. Helenius sollte diesen Kampf so schnell wie möglich vergessen und sich beim nächsten Mal einen Gegner suchen, der zumindest boxerisch vorzeigbar ist und der ihn wieder weiter bringt.

Weder Finnland, Schweden noch Norwegen werden auf absehbare Zeit fast aus dem Nichts zu „Boxnationen“ wie z.B. England oder Mexiko. Dennoch lohnt sich gelegentlich auch in Zukunft ein Blick nach Norden. Vielleicht gibt es den einen oder anderen interessanten Kampf zu sehen. Am 28. Januar kämpfen die norwegische „First Lady“ Cecilia Braekhus und die „Swedish Princess“ Klara Svensson in Oslo um 5 Titel im Weltergewicht gegeneinander. Das wird schon zu Beginn des neuen Jahres zumindest eines der zu erwartenden Highlights im Frauenboxen 2017.

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2 Kommentare

  1. 20. Dezember 2016 at 20:06 —

    Da ging es Basile wie zuvor Airich. Will Helenius nach vorne kommen braucht es andere Kaliber. Um den nordischen Markt zu melken sollte ein Kampf gegen Granat taugen. Der hat zwar nach schwacher Leistung gegen Rill diesen dann doch eindrucksvoll ausgeknockt und das schwedische Lager schreit förmlich nach einen Fight gegen Helenius. Denkbar im nächsten Jahr wäre Auch ein Treffen mit Chisora der ja nach eigener Aussage noch Eine Rechnung mit dem Finnen offen hat. Ein Kampf duerfte nichts im Wege stehen da helenius sich auf einen Vergleich mit Sauerland geeinigt hat und Kalle zwei Kämpfe fuer Helenius im nächsten Jahr ordenen will.

  2. 23. Dezember 2016 at 20:29 —

    Helenius Bester Kampf Haha

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