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Robert Guerrero setzt sich in Schlacht gegen Andre Berto durch

Eine extrem Kräfte zehrende Schlacht lieferten sich am Samstagabend Andre Berto und Robert Guerrero in Kalifornien, die am Ende Robert „The Ghost“ Guerrero für sich entschied. Nachdem Guerrero zwei Niederschläge in den ersten beiden Runden erzielt hatte, arbeitete sich Andre Berto in der Folge eindrucksvoll zurück und bot zusammen mit Robert Guerrero dem Publikum eine Materialschlacht in der Nahdistanz, die beide Boxer am Ende völlig erschöpft und stark lädiert hinterließ. Die Punktrichter hatten schließlich den unangenehmen Job nach vielen engen Runden einen Sieger zu bestimmen, doch einigten sich zu Recht auf den verteidigenden Interimsweltmeister.

In der ersten Runde genoss Berto, der mit einer Shoulder-Roll-Defensive in den Kampf ging, anfangs leichte Vorteile und nutzte seinen Schnelligkeitsvorteil um die besseren Treffer zu landen. Guerrero feuerte jedoch zurück und erwischte in der letzten Minute Berto mit dem besten Treffer der Runde. In der Nahdistanz feuerte Guerrero eine Linke ab, die Berto unvorbereitet traf und überraschend zu Boden schickte. Sichtlich angeschlagen stand er wieder auf nur um sich weiteren Attacken ausgesetzt zu sehen, die er aber überstand.

Doch auch in der zweiten Runde besserte sich Bertos Lage nicht. Schon früh landete Guerrero eine weitere harte linke Gerade, die Berto angeschlagen ließ und zudem sein Auge anschwellen ließ. Robert Guerrero setzte nach und erzielte bald darauf den nächsten Niederschlag nach einem linken Aufwärtshaken. Guerrero setzte erneut gut nach und nagelte Berto an den Seilen fest, wo er im Clinch weitere linke Hände fliegen ließ. Berto erholte sich in der Folge jedoch langsam und fing wieder an sich mehr zu wehren ehe seine Ecke in der Rundenpause darum bemüht war sein extrem schnell zu schwellendes rechtes Auge zu bearbeiten.

Entgegen der Erwartungen spielte Guerrero weiterhin nicht den Distanzboxer, sondern lieferte sich eine Schlacht mit Berto in der Halbdistanz und wühlte regelrecht, womit Berto nicht wirklich zu Recht kam. Erst in der letzten Minute der dritten Runde gelang es Berto wieder gute Treffer seinerseits zu setzen. Auch in Runde Vier schien sich Berto Stück für Stück in den Kampf zurück zu kämpfen, da sein Kopf wieder klar zu werden schien und er nun im Nahkampf besser zurecht kam und vor allem mit seinem Aufwärtshaken Gefahr ausstrahlte, was zu seiner bis dahin besten Runde beitrug.

Leider ließ zu diesem Zeitpunkt die Action der ersten Runden auch ein wenig, wenn auch nur sehr kurzzeitig, nach, während der Kampf immer unsauberer wurde. Sobald beide Boxer zusammen kamen, gingen sie nun in den Clinch, aus dem sie Ringrichter Lou Moret etliche Male befreien musste, und die klaren Treffer wurden insgesamt weniger. Moret verwarnte in der fünften Runde zudem Berto zwei Mal für Hinterkopfschläge und Guerrero für Tiefschläge sowie Halten und Schlagen in Runde Sechs.

Währenddessen wurde der Kampf, der jetzt eine extrem physische Nahdistanzschlacht war, deutlich ausgeglichener, da Berto immer mehr aufkam und in der sechsten Runde Guerrero mit einer rechten Geraden sogar das erste Mal etwas ins Wackeln brachte. Doch in Runde Sieben revanchierte sich Guerrero indem er Berto ernsthaft wehtat, als er ihn an die Seile drängte und mit Aufwärtshaken und linken Geraden bearbeitete bis Andre Berto beim Erklingen des Rundengongs deutlich angeschlagen zu sein schien.

Durch die beiden Niederschläge in den ersten beiden Runden und den anderen abgegebenen Runden lag Andre Berto nach acht Runden relativ klar nach Punkten zurück und brauchte für die letzten vier Runden eine Leistungssteigerung und möglicherweise einen KO. Guerrero hielt jedoch das atemberaubende Tempo weiter hoch und setzte jedem Treffer von Berto seinen eigenen entgegen. Berto kam immer wieder mit seinem Aufwärtshaken durch, während Guerrero durch seine Aggressivität und Workrate punktete. Nach der neunten Runde war zudem rechtes Guerreros Auge so sehr zu geschwollen wie Bertos rechtes, so dass er seiner Ecke zwischen den Runden mitteilte, dass er nichts mehr aus dem Auge sehen konnte. Auch die linken Augen der beiden Boxer schwollen zunehmend zu, während beide dem Publikum eine Schlacht boten, die mehr vom Willen als vom Können angetrieben war.

Auch in den letzten beiden Runden nahm keiner der beiden den Fuß vom Gas, so dass der Schlussgong von tosendem Applaus, aber auch von Ungewissheit bezüglich des Kampfausganges begleitet wurde, auch wenn Robert Guerrero vorne zu sein schien. Die Ringrichter fällten ihr Urteil und erklärten schließlich Guerrero verdient mit 116-110, 116-110 und 116-110 zum Sieger. Er verteidigte damit den Interimstitel der WBC im Weltergewicht und feierte seinen einunddreißigsten Profisieg. Andre Berto kassierte seine zweite Profiniederlage, befand sich aber dabei, wie schon bei seiner Niederlage gegen Victor Ortiz in einem der besten Kämpfe des Jahres.

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1 Kommentar

  1. SemirBIH
    25. November 2012 at 05:54 —

    Unglaublicher Kampf! Für mich ist jedoch Guerrero ein schmutziger Boxer! Floyd wird ihm schon zeigen was Sache ist! 😉

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