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Rigondeaux unterliegt Casimero nach Punkten – full fight

Mit großer Spannung wurde der Kampf zwischen dem Kubaner Guillermo Rigondeaux und dem Philippino John Riel Casimero um dessen WBO Titel im Bantamgewicht erwartet. Was kann der 40-jährige noch leisten? Wird er Casimero den WBO-Gürtel abnehmen können, nachdem er durch diesen Kampf auf den regulären WBA-Titel verzichtet hat?

In der ersten Runde sah es fast schon so aus, als gäbe es eine schnelle Entscheidung. Während Rigondeaux eher verhalten in den Kampf ging, wollte Casimero offenbar seinen Sieg gleich zu Beginn erzwingen. Er trieb Rigondeaux vor sich her und traf den Kubaner mit harten Händen. Der musste kurz runter, doch der Ringrichter ging dazwischen und entschied auf „no knock-down“. Leider gibt die zu nahe Kameraperspektive nicht genau wieder, wie es dazu kam. Der Kampf ging weiter, aber Runde eins ging ohne jeden Zweifel an den Philippino.

Runde zwei sah für Rigondeaux nicht besser aus, als die erste. Er war ständig im Rückwärtsgang, Casimero war der Akteur im Ring. Der Cubaner überzeugte nur durch eine gute Beiarbeit und gelegentliche Einzeltreffer. Auch diese Runde ging an Casimero. Das Bild änderte sich auch in den folgenden Runden nicht. Rigondeaux sah kaum so aus, als wäre er der Herausforderer in einem WM-Kampf. Er boxte eher abwartend, als dass er auch nur irgend eine Initiative zeigte. Seine boxerische Weltklasse sah man nur an seinen schnellen Reaktionen auf Casimeros Angriffe.

In der Kampfmitte angekommen, war die Rollenverteilung immer noch nicht anders. Casimero im Vorwärtsgang, Rigondeaux war mit schnellen Beinen und guten Meidbewegungen unterwegs, aber es gab keinen wirklichen Angriff auf den Titel. Die Rollenverteilung schien eher umgekehrt zu sein. Der Kampf sah fast schon so aus, als würde der Kubaner einen Titel verteidigen und der Philippino wäre der Herausforderer. Das Publikum war sichtlich bzw. hörbar durch einsetzende Buh-Rufe von diesem Kampf nicht gerade angetan. Es passierte für das kalifonische Publikum einfach zu wenig spektakuläres. Man hatte sich mehr Action versprochen. Was man im Ring sah, war eine Runde nach der anderen, die immer nach dem gleichen Muster abliefen.

Mindestens ab dem achten Durchgang schien klar zu sein, was Rigodeaux Strategie zu sein schien. Er bot Casimero kein statisches Ziel für dessen Power-Shots. Der Kubaner war in ständiger Bewegung und landete beim Weltmeister immer wieder blitzschnelle Einzeltreffer. Casimero hatte damit zu tun, ständig hinter Rígondeaux herzulaufen. Der Herausforderer tänzelte ständig entgegen dem Uhrzeigersinn um Casimero herum, der es damit schwer hatte, seine rechte Schlaghand anzubringen. Dem Herausforderer gelang es zunehmend, die immer seltener werdenden Aktionen des WBO-Champs durch klammern zu unterbinden oder ins Leere laufen zu lassen. Ohne zu übertreiben kann man wohl behaupten, dass Rigondeaux in jeder Runde fast einen Kilometer lang um Casimero herum unterwegs war.

In Runde 11 schien Casimero fast an Rigondeaux zu verzweifeln. Es gelang dem Kubaner immer wieder, sich durch schnelle Bewegungen den Treffern von Casimero zu entziehen, setzte seinerseits aber immer wieder gute Einzeltreffer. Die letzte der 12 Runden war dann noch einmal exemplarisch für die zweite Hälfte dieses Kampfes. Rigondeaux war in ständiger Bewegung und Casimero hatte seine Not, den Kubaner zu treffen. Nach der letzten Glocke schienen sich beide Boxer als Sieger zu sehen. Die Punktrichter entschieden sich mit einer SD-Wertung (113:115, 117:111 und 116:112) für Casimero. Rigondeaux überzeugte durch eine erstklassige Defense, aber er hatte die ersten Runden einfach verschenkt und gewann erst dann Punkte, als Casimero in den letzten Runden weniger aggressiv war. Trotz seiner Niederlage kann man vor Rigondeaux den Hut ziehen . Er hat fast den ganzen Kampf lang nur auf Sicherheit geboxt und nur genau das hat seinen Sieg über den 8 Jahre jüngeren Casimero verhindert. Boxerisch ist er Casimero überlegen. Mit seiner guten Verteidigung und ein paar wenigen Treffern mehr in jeder Runde hätte er den Kampf locker gewonnen.

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