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Rigondeaux stoppt ängstlichen Ramos in sechster Runde mit Körpertreffer

Die Zuschauer in Las Vegas erlebten beim Kampf um die WBA-Krone im Superbantamgewicht zwischen Titelverteidiger Rico Ramos und Herausforderer Guillermo Rigondeaux am Freitagabend einen Kampf, der nur ganz zu Beginn und ganz zum Schluss einigermaßen fesseln konnte. Der Kubaner Rigondeaux zeigte sich in allen Belangen überlegen, forcierte die Action gegen den überaus zaghaften und ängstlich wirkenden Weltmeister aber selten. Nach einem Niederschlag in der ersten Runde drehte Rigondeaux erst in Runde Sechs wieder auf und schlug dann Ramos mit einem Treffer zum Körper KO.

Ähnlich wie bei seinem Titelgewinn gegen Akifumi Shimoda agierte Rico Ramos von Anfang an sehr passiv. Rigondeaux, der eigentlich als Konterboxer bekannt ist, sah sich gezwungen den Kampf zu machen und nach vorne zu gehen, und beherrschte den US-Amerikaner schon frühzeitig klar und ohne jegliche Probleme. In der ersten Runde feuerte Ramos nur jämmerliche 15 Schläge ab, während Rigondeaux aktiver war und anfangs immer wieder die lange linke Gerade zum Körper suchte. Eine Variation von ihr zum Kopf war es jedoch kurz vor Ende der Runde, die Ramos vor Probleme stellte. Sie erwischte den Titelverteidiger hoch an der Stirn und ließ ihn zurückstolpern, woraufhin Rigondeaux nachsetzte und einige weitere linke Geraden zum Kopf landete. Ramos prallte von den Seilen nach vorne und fiel zu Boden, was der Ringrichter wohl korrekterweise als Niederschlag wertete. Noch immer angeschlagen überstand er jedoch, nachdem der Kampf wieder freigegeben worden war, die letzten Sekunden der Runde trotz einiger weiterer guter Treffer des Kubaners auf den Beinen.

Von nun an schlief der Kampf fast komplett ein. Ramos schien eingeschüchtert und schlug weiterhin kaum. Wenn, dann feuerte er Alibijabs ab, die kaum ihr Ziel an dem sowieso defensivstarken Rigondeaux fanden. Dieser hingegen gab sich auch damit zufrieden seine deutliche Überlegenheit langsam und relaxt auszuspielen. Einige rechte Jabs sowie gelegentliche rechte Haken und Schläge zum Körper sicherten ihm problemlos die Runden, doch kaum die Sympathie der Zuschauer, welche schon ab der dritten Runde zu buhen anfingen. Rigondeaux störte sich daran jedoch nicht und boxte äußerst gelassen seinen Stiefel herunter. Die Vorstellung von Ramos erinnerte an seinen Kampf gegen Shimoda, den er mit einem Schlag drehte und durch KO gewann, doch war insgesamt noch einmal eine Stufe schwächer, da er noch passiver war und schon bei jeder Finte des Kubaners zusammenzuckte. Ließ er tatsächlich mal ausnahmsweise seine Fäuste fliegen, wich Rigondeaux diesen problemlos aus und ließ Ramos durch einen Konter darüber nachdenken solch Angriffe überhaupt noch einmal zu probieren. Dadurch sah es zu keinem Zeitpunkt des Kampfes so aus, als hätte Rico Ramos die Chance sein Kunststück aus dem Shimoda-Kampf zu wiederholen und plötzlich aus dem Nichts den KO-Schlag zu landen.

Im Gegenteil war es in der sechsten Runde, nachdem die Buhrufe immer lauter und zahlreicher geworden waren, der haushoch überlegene, aber auch nicht fesselnd boxende Rigondeaux, der den KO-Schlag anbrachte. Nach etwa einer Minute der Runde sprang Ramos in den Mann rein und stoß dabei mit Rigondeaux die Köpfe. Ramos schien davon mitgenommen zu sein und Ringrichter Joe Cortez gab ihm Zeit sich davon zu erholen. Als es schließlich weiterging, ging Rigondeaux direkt in die Offensive über und attackierte Ramos mit einigen linken Geraden zum Kopf. Es war jedoch ein perfekt ausgeführter linker Aufwärtshaken, der dann Ramos unvorbereitet traf und zu Boden sinken ließ. Dort wurde er von Cortez ausgezählt, während er sich vor Schmerzen wand und nicht in der Lage war aufzustehen.

Damit sicherte sich der ehemalige Eliteamateur Guillermo Rigondeaux in seinem neunten Profikampf den regulären Titel der WBA im Superbantamgewicht, nachdem er zuletzt nur den Interimsgürtel besessen hatte. Ramos hingegen musste nicht nur seinen frisch erworbenen Titel abgeben, sondern kassierte gleichzeitig auch seine erste Niederlage als Profi und dürfte dank seiner enorm schwachen Vorstellung auch im Ansehen der Fans drastisch gesunken sein.

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4 Kommentare

  1. Mr. Wrong
    21. Januar 2012 at 10:47 —

    naja, “ängstlich” war er erst nach dem Niederschlag.
    Mag dieses Wort nicht, wenn man ängstlich ist, dann gibt man in der Ecke auf.
    Ramos hatte viel Respekt vor Rigondeaux, aber sicherlich keine Angst.

  2. Majk
    21. Januar 2012 at 12:45 —

    mr. worng da hast du 100% recht

  3. Tom
    22. Januar 2012 at 03:23 —

    Rigondeaux ist mit Sicherheit ein guter Boxer,aber um einen guten Boxkampf zu sehen bedarf es nunmal zwei Boxer und wenn dann einer von den Beiden,in dem Fall der amtierende WM die Hosen gestrichen voll hat,macht der Herausvorderer nur das Nötigste.

    Ich hoffe das Rigondeaux als WM in Zukunft stärkere Gegner vorgesetzt bekommt….!?

  4. kevin22
    22. Januar 2012 at 08:00 —

    Ich dachte, ich hätte gerade ein Déjà-vu, aber nein, hier gibt es tatsächlich in den News zwei neuerstellte Themen zum selben Kampf 😉

    GZ adrivo und benjamin 🙂

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