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Riddick Bowe: „Wenn die Fans mich wieder sehen wollen …“

Riddick Bowe: „Wenn die Fans mich wieder sehen wollen …“

Tyson Furys Vater John, Shannon Briggs, Evander Holyfield … nur einige, die erklärt haben, sie würden gerne gegen Mike Tyson boxen. Der hat allerdings immer noch keinen Hinweis gegeben, gegen wen er im Rahmen seines Comebacks antreten möchte.

Dafür hat sich nun ein weiteres prominentes Schwergewicht zu den anderen Anwärtern gesellt: Riddick Bowe. Im Interview erklärte der 52-jährige: „Wenn die Fans mich wieder kämpfen sehen wollen, kämpfe ich. Ich möchte meine Anhänger glücklich machen.“

‚Big Daddy‘ Bowe krönte sich 13. November 1992 nach einem spektakulären, aktionsreichen Duell mit Evander Holyfield zum Weltmeister nach Version der WBA, IBF und WBC. Anfang 1993 wurde Bowe aufgefordert, seinen WBC-Titel gegen Pflichtherausforderer Lennox Lewis zu verteidigen, der sich zuvor gegen Donovan ‚Razor‘ Ruddock durchgesetzt hatte. Doch Bowe warf den WBC-Gürtel vor laufenden Kameras in eine Mülltonne. Der Titel wurde ihm daraufhin aberkannt und Lennox Lewis zugesprochen.

Für die folgenden sechs Kämpfe schloss Bowe einen Vertrag mit Time Warner über 100 Millionen Dollar und verteidigte WBA- und IBF-Titel gegen den ehemaligen WBA-Weltmeister Michael Dokes und den eher durchschnittlichen Jesse Ferguson für sechs Millionen Dollar pro Kampf. Das Rematch mit Holyfield am 6. November 1993 verlor Bowe nach Punkten. Sein neuer Trainer Emanuel Steward hatte Holyfield gut eingestellt.

1994 bestritt Bowe einige Aufbaukämpfe gegen ungeschlagene Gegner, bevor er gegen Larry Donald antrat, dem er bei einer Pressekonferenz vor dem Fight ins Gesicht geschlagen hatte. Am 11. März 1995 kam es zum Kampf gegen WBO-Weltmeister Herbie Hide. Bowe gewann durch KO in Runde 6.

Nach einem weiteren Sieg gegen Holyfield im November 1995 begann Bowes Abstieg: Zweimal trat er gegen Andrzej Gołota an. Beide Male wurde Gołota – obwohl in Führung liegend – wegen wiederholter Tiefschläge disqualifiziert. Nach dem zweiten Kampf gab Bowe 1996 seinen Rücktritt vom Boxsport bekannt.

Zwei Jahre später machte Riddick Bowe Schlagzeilen, als er seine Frau Judy und seine fünf Kinder entführt und mit einem Messer bedroht hatte. Bowe wurde dafür zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem musste er sich wegen Hirnschädigungen, die er durch das Boxen erlitten hatte, einer medizinischen Behandlung unterziehen und durfte während einer vierjährigen Bewährungszeit keinen Boxkampf bestreiten.

Bowes Anwalt hatte wegen Unzurechnungsfähigkeit auf Freispruch plädiert. Der Richter erklärte bei der Urteilsverkündung, man habe Nachsicht walten lassen: „Ohne diese Gehirnverletzungen wäre er sicher nicht kriminell geworden.“

Trotzdem stieg Bowe nach seiner Entlassung wieder in den Ring, konnte aber weder Experten noch Boxfans begeistern. 2005 beantragte Bowe Insolvenz, 2008 boxte er noch einmal und schlug den deutschen Schwergewichtler Gene Pukall einstimmig nach Punkten. Im Juni 2013 gab Bowe mit deutlichem Übergewicht im Alter von 46 Jahren sein Debüt als Muay-Thai-Kämpfer. Gegner war der Russe Levgen Golovin. Bowe verlor durch TKO in Runde 2 und hatte danach keine weiteren Kampfsportambitionen.

Vermutlich ist Geld der Grund, warum der ehemalige Boxmillionär jetzt wieder seine Handschuhe anziehen will: „Ich möchte da raus. Ich glaube, die Zeit ist perfekt dafür und ich freue mich sehr darauf, wieder zu kämpfen. Eigentlich möchte ich es so sagen: Ich bin offiziell zurück und möchte und werde kämpfen.“

Angeblich hat es sogar ein Gespräch mit Eddie Hearn gegeben: „Mein Manager hat mit Eddie Hearn gesprochen, aber Eddie hat sich nicht mehr bei ihm gemeldet“ erklärte Bowe in einem Interview mit „The Sun“. „Ich möchte als einer in Erinnerung bleiben, der alles getan hat, um das Boxen wirklich großartig zu machen.“ hat Bowe dem Reporter der britischen Boulevardzeitung noch gesagt.

Falls Riddick Bowe das wirklich ernst meint, dann sollte er seine Boxhandschuhe am Nagel hängen lassen.

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1 Kommentar

  1. 13. Juli 2020 at 02:03 —

    Oje noch ein Boxrentner der glaubt er könne noch mal an frühere Zeiten anknüpfen, er sollte die Handschuhe am Nagel hängen lassen!
    Kann mir nicht vorstellen das den irgendjemand noch mal boxen sehen möchte!?
    Bowe hatte eine sehr gute Karriere, aber das ist schon lange vorbei!
    Kann mich noch gut an seinen letzten Kampf gegen den deutschen Journeyman Gene Pukall erinnern,…da war Bowe nur noch ein Schatten seines ehemaligen Könnens, trotz klaren Punktsieges!

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