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Riddick Bowe: Schwergewichtsweltmeister, von dem viel mehr erwartet wurde

Jedem Boxfan sind die drei Kämpfe Riddick Bowes mit Evander Holyfield in Erinnerung.  Insbesondere der Kampf, bei dem ein in den Ring schwebender Gleitschirm eines verrückten Fallschirmspringers für eine mehr als halbstündige Unterbrechung der Auseinandersetzung sorgte. Im ersten Kampf gegen Holyfield ist es die zehnte Runde, die noch heute bei vielen Boxkennern Zungenschnalzen auslöst. Die Runde gilt als eine der dramatischsten Runden, die jemals bei Weltmeisterschaftskämpfen im Schwergewicht zu sehen waren. Das riesige Talent Bowes ist aber nie ganz ausgeschöpft worden.

Familie und Amateurzeit

Geboren ist er als Riddick Lamont Bowe am 10. August 1967 in Brooklyn/New York, im Stadtviertel Brownsville, das zu den verrufensten Gegenden in der Umgebung New Yorks, ja in den gesamten Vereinigten Staaten zu dieser Zeit zählt. Er ist das zwölfte von dreizehn Kindern seiner Mutter, Dorothy Bowe, einer Fabrikarbeiterin. Sein Vater verlässt die Familie, als er noch in den Kinderschuhen steckt.  Einer seiner Brüder, Henry, stirbt noch jung an der Aids-Krankheit. Seine Schwester Brenda wird bei einem Raubüberfall erstochen. Übrigens: Verbürgt ist, dass auch Mike Tyson in diesem Slumviertel aufwächst und zeitweise Spielkamerad von Riddick wird.

Sehr früh, mit zwölf Jahren, macht er erste Boxversuche, und zwar in einem Heim. In seiner Amateurzeit ist er ungewöhnlich erfolgreich, auch deswegen, weil er vergleichsweise häufig durch Knockout gewinnt. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 1985 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest sichert er sich den Titel durch einen Knockout über den Ungarn Peter Hart. Auch die beiden vorangegangenen Gegner hatte er vorzeitig besiegt. Nach einem Bronzeplatz bei den Panamerikanischen Spielen 1987 in Indianapolis, wo er im Halbfinale gegen den kubanischen Superschwergewichtler Gonzalez den Kürzeren zieht, kommt sein  größter Triumpf im Amateurlager ein Jahr später: Bei den Olympischen Spielen in Seoul holt er für die USA die Silbermedaille im Superschwergewicht, nachdem er Biko Botowamumngu aus Zaire und den Tschechen Peter Hrivnak vorzeitig ausknockt und im Semifinale den Sowjetrussen Alex Miroshnichenko klar nach Punkten besiegt hat. Im Finale geht es gegen den damals noch für Kanada startenden Lennox Lewis, der ihn aber in der zweiten Runde durch TKO besiegt. Insider berichten, dass er in das olympische Finale mit einer hohen  psychischen Belastung geht, denn kurz vor Kampfbeginn hatte er erfahren, dass einer seiner Brüder verstorben war. 

Darüber hinaus gewinnt Bowe vier Mal die New Yorker Golden Gloves.

Riddicks erste Profikämpfe und der Weg zum Titel

Unmittelbar nach der Niederlage im olympischen Finale wendet sich Bowe dem Profiboxen zu. Eddie Futch, schon damals ein hoch angesehener Trainer, erklärt sich bereit, ihn unter seine Fittiche zu nehmen, weil er dessen Talent und Entwicklungsmöglichkeiten erkennt. Später wird er sagen, dass Bowe das weitaus größte Potenzial besitze, das er je bei den Boxern, die er trainiert hat, gesehen habe. Dabei muss man wissen, dass  Futch  der Extrainer von Joe Frazier und Ken Norton gewesen war.

Debüt am 06. März 1989. In Reno (Nevada) steht er mit Lionel Butler im Ring, der mit seinen 91 kg  elf Kilogramm weniger als Bowe wiegt und sich ebenfalls am Beginn seiner Profilaufbahn befindet. In der zweiten Runde triumphiert Bowe vorzeitig.

 „Big Daddy“ wird er genannt, und der Kampfname passt. Er ist ein wirkliches Schwergewicht, der mit seinem 1,96 m Körpergröße  im Durchschnitt um die 110 Kilogramm auf die Waage bringt. Über dreißig Kämpfe übersteht er nach seinem Debüt ungeschlagen. Unter den Besiegten befinden sich bekannte Schwergewichte: In Atlantic City schlägt er Tyrell Biggs Anfang März 1991 vorzeitig. Eineinhalb Monate später besiegt er, ebenfalls in Atlantic City, den Kalifornier Tony Tubbs klar nach Punkten. Am 18. Juli 1992 steht er mit Pierre Coetzer aus Südafrika im Ring. Es geht um einen Ausscheidungskampf zur Weltmeisterschaft im Schwergewicht. In Las Vegas ist Coetzer von Anfang an auf verlorenen Posten. In der siebten Runde kommt das Ende für den vierzehn Kilogramm leichteren Südafrikaner. Nach nur drei Jahren „Aufbauzeit“ kämpft Riddick Bowe um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht.

Bowe holt sich die Gürtel

Die Lage: In einem sensationell verlaufenen Kampf hatte Mike Tyson seine Titel im Februar 1990 an James Douglas abgeben müssen, als er in der zehnten Runde ausgeknockt wurde. Die Titel konnte Douglas aber nur für wenige Monate halten, denn am 25. Oktober 1990 wurden sie ihm von Evander Holyfield wieder abgenommen, der ihn in der dritten Runde durch KO besiegte.

Es dauert seine Zeit, bis sich Holyfield zum Titelkampf mit Riddick Bowe bereiterklärt. Er kämpft eher gegen alternde Größen wie Holmes und Foreman, will aber, so behaupten Kenner der damaligen Boxszene, ein Aufeinandertreffen mit dem aufstrebenden Stern am Schwergewichtshimmel vermeiden. Ab Juli 1992 gelingt es den Veranstaltern, Holyfield zu einer Begegnung mit Bowe zu veranlassen. Es wird vereinbart, dass der aus diesem Kampf hervorgehende Sieger sich entweder Lennox Lewis oder Donovan Ruddock stellen solle.

Bowe ist um die vierzehn Kilogramm schwerer als der im Grunde dem Cruisergewicht zuzuordnende Holyfield. Im Kampf gegen Holyfield erweist sich der klarer Gewichtsvorteil als ein entscheidender Faktor, aber es gelingt Holyfield, die zwölf Runden durchzustehen. Für die Zuschauer ist der Kampf ein Ereignis, das ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. In der elften Runde schlägt Bowe den Weltmeister zu Boden, aber der erholt sich wieder. Die sensationellste Runde ist aber die zehnte. Beide geben alles, schlagen brutal und unnachsichtig aufeinander ein. Die Runde wird später vom Ring Magazine zur „Round of the Year“ erklärt. Weltmeister im Schwergewicht nach WBA-, WBC- und IBF-Version ist nun Riddick Bowe. 

Weltmeister im Schwergewicht und Titelverteidigungen

Viele Boxfans sehen in Riddick Bowe einen Schwergewichtsweltmeister, der den Titel auf Jahre hin halten wird. Manche sind sogar davon überzeugt, dass er den Marciano-Rekord von neunundvierzig siegreichen Profikämpfen einholen und übertreffen wird, wenn er dann als ungeschlagener Weltmeister zurücktritt. In seinen bisherigen Kämpfen hat er eine Menge „Experten“ und einfache Fans durch seinen aggressiven Kampfstil, gepaart mit ungeheuren Körperkräften, aber auch mit einer ungewöhnlichen Redegewandtheit überzeugt. Mit seinen 196 Zentimetern und einem Gewicht, das meistens um die 110 Kilogramm pendelt, gilt er als Schwergewichtler, der nach Einschätzung vieler Beobachter noch lange die Szene beherrschen wird.

Vertraglich ausgemacht war eine sofortige Titelverteidigung gegen Lennox Lewis, der Ruddock in einem weiteren Qualifikationskampf vorzeitig ausgeschaltet hatte. Bowe weigert sich, den WBC-Titel gegen Lewis zu verteidigen. Vor einer gewaltigen Ansammlung von Presseleuten versenkte er den Gürtel in einem Mülleimer, beschuldigt dabei den WBC der Korruption. Die Reaktion erfolgt prompt: Umgehend wird ihm der WBC-Titel aberkannt.

Den WBA- und IBF-Gürtel behält er. Der in Haft einsitzende Mike Tyson kann nicht gegen ihn antreten, und so  verteidigt er die Titel am 06. Februar 1993  erstmals im Madison Square Garden zu New York gegen Michael Dokes. Der Mann aus Ohio wiegt mit 110,7 Kilogramm zum Kampftermin ein Pfund mehr als Bowe, so dass sich in der riesigen Arena zwei wahre Schwergewichte gegenüberstehen.  Der Auftritt der beiden ist aber nur von kurzer Dauer. Bereits in der ersten Runde des auf zwölf Runden angesetzten Kampfes kommt das Aus für Dokes. Auch die zweite Titelverteidigung, die drei Monate später in Washington abläuft, ist nach etwas mehr als drei Minuten vorbei. Dieses Mal ist es Jesse Ferguson, der im Ringstaub ausgezählt wird. Allerdings ist der Mann aus Philadelphia ein Gegner, der nicht zur Spitze des Schwergewichts zu zählen ist. In beiden Titelverteidigungen erhält Bowe immerhin eine Börse von sechs Millionen Dollar.

Titelverlust gegen Evander Holyfield

Nach fast genau einem Jahr kommt es in Las Vegas zum Rematch gegen Exweltmeister Evander Holyfield. Es geht um den IBF- und WBA-Gürtel. Holyfield hatte  in der Zwischenzeit nur einen Gegner vor die Fäuste bekommen, nämlich den gebürtigen Briten Axel Stewart, den er einstimmig nach Punkten besiegen kann.

Zum Kampftermin, am 13. November 1993, bringt Bowe mit 111,5 Kilogramm fünf Kilogramm mehr auf die Waage als beim ersten Kampf. Aus dem Trainingslager wird berichtet, dass Bowe über dreißig Kilogramm abspecken muss, die er sich nach dem Gewinn des WM-Titels angefuttert hat. Er ist sich sicher, auch im zweiten Kampf Holyfield schlagen zu können. Holyfield dagegen hat sich systematisch und zielgerichtet auf das Rematch vorbereitet. Dennoch ist Bowe 4:1 Favorit.       

Der Kampf ist zunächst in der siebten Runde zu Ende. Ein durchgeknallter Fallschirmspringer schwebt aus der nächtlichen Dunkelheit auf den Ring zu. Er wird von einem winzigen Motor, der mit einem Propeller gekoppelt ist, angetrieben. Der Verrückte landet in den Zuschauerreihen. Bowes Ehefrau Judy, die kurz vor der Niederkunft steht, wird verletzt und muss ins Krankenhaus. Auch der Trainer von Bowe, Eddie Futch, wird ins Hospital befördert, weil er eine Herzattacke erleidet.

Der Kampf selbst endet sensationell. Mit der Verpflichtung seines neuen Trainers, Emanuel Steward, der später auch Trainer von W. Klitschko werden sollte, hat  Holyfield im Training eine effektive Verteidigungs- und Kontertaktik entwickelt, die er wirkungsvoll zur Geltung bringt.  Er schafft es,   einen, wenn auch minimalen Punktvorsprung herauszuholen, und Riddick Bowe ist seine WM-Gürtel los. Holyfield gelingt es damit nach Floyd Patterson und Muhammad Ali als drittem Schwergewichtler, das lange bestehende Gesetz des „They never come back“ zu durchbrechen. Für Bowe ist es in seinem 35. Kampf die erste Niederlage als Profi.

Comeback-Versuche

Ein Jahr verdaut er den Verlust seiner Titel, lässt sich Zeit, bevor er gegen Buster Mathis jr. am 13. August 1994 in Atlantic City antritt. Der Kampf wird in der vierten Runde ergebnislos abgebrochen. Bowe hatte den Mann aus Michigan, als der im Ring kniend verharrte, weiter mit Schlägen traktiert, so dass Mathis ausgeknockt wird. In einem weiteren Kampf siegt er einige Monate später über den bis dahin ungeschlagenen Larry Donald einstimmig nach Punkten.

In den Ranglisten der drei wichtigsten Verbände wird Bowe seltsamerweise nicht mehr geführt. Daher bleibt ihm nichts anderes übrig, als um den Weltmeistertitel der WBO zu kämpfen. Der Verband ist zu dieser Zeit wenig gefragt. Titelträger im Schwergewicht ist Herbie Hide. In der sechsten Runde knockt er den ursprünglichen Cruisergewichtler und in Großbritannien eingebürgerten Nigerianer  aus.  Den WBO-Titel verteidigt er nur ein einziges Mal durch Knockout in der sechsten Runde gegen den Kubaner Jorge Luis Gonzalez. Dann gibt er den Titel ungeschlagen zurück. Er möchte zum dritten Mal gegen Evander Holyfield antreten, und Holyfield weigert sich, um den WBO-Titel zu kämpfen.

Am 04. November 1995 kommt es in Las Vegas zum dritten Aufeinandertreffen mit Evander Holyfield. In einem Nicht-Titelkampf besiegt er den Exweltmeister vorzeitig in der achten Runde. Allerdings  muss Riddick in der sechsten Runde durch einen genau geschlagenen linken Haken zum ersten Mal  in seiner gesamten Laufbahn in den Ringstaub, kann sich aber erholen. Für Holyfield ist es die erste Niederlage durch Knockout. Für viele Beobachter hat Bowe damit gezeigt, dass er an der Spitze im Schwergewicht steht.

Die beiden denkwürdigen Kämpfe gegen Golota

Acht  Monate später steht er mit dem gebürtigen Warschauer Andrew Golota im Ring, Golota ist mit seinen 1,93 m  nur unwesentlich kleiner und mit knapp über 110 Kilogramm nur vier Kilo leichter als Bowe. Der Pole ist in 27 Kämpfen als Profi bis dahin unbesiegt und hat  viele davon vorzeitig beenden können.  Er ist bekannt für eine auffällig unsaubere Kampfesweise.

Der Kampf, am 11. Juli 1996 im Madison Square Garden, droht für Bowe zum Fiasko zu werden. Der Pole liegt nach sechs Runden punktmäßig fast uneinholbar vorn. Dann wird Golota mehrfach wegen Tiefschlags verwarnt und schließlich disqualifiziert. Im Ring spielen sich nach dem Kampf filmreife Szenen ab. Mehrere Betreuer Bowes stürzen sich auf Golota und dessen Anhang, der ihm zu Hilfe eilt. Eine riesige Schlägerei mit vielen Beteiligten, die sich im Ring und auch außerhalb abspielt, folgt.

Fünf Monate später kommt es in Atlantic City zum Rematch. Wiederum liegt der Pole zunächst nach Punkten vorne. Zwei Mal schlägt er den Exweltmeister zu Boden, wird allerdings selbst auch einmal niedergeschlagen.  Und wiederum wird er wegen mehrfachen Tiefschlags in der neunten Runde disqualifiziert.

Nach dem Kampf kündigt Bowe seinen Rücktritt vom aktiven Boxen an. Er selbst ist von seinen letzten beiden Kämpfen maßlos enttäuscht. Zum Jahresende 1996 meldet er sich bei der US-Marine und dient dort einige Zeit.

Die Rückkehr

Es sind auch die Schulden (siehe weiter unten), die Bowe in den Ring zurücktreiben. Nicht ein halbes Jahr nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis tritt er zu seinem ersten Comeback-Versuch an. Gegner: Markus Rhode. Ein Mann, der eine hohe Anzahl von Niederlagen in seiner Kampfstatistik aufweist. Rhode ist bei einer Größe von 1,88 m über 124 Kilogramm schwer, aber auch Bowe ist mit seinen ebenfalls fast 120 kg weit von seinem Kampfgewicht früherer Tage entfernt. Bereits in der zweiten Runde ist Rhode besiegt. Im nächsten Kampf, am 27. April 2005 gegen Billy Zumbrun, gewinnt er nur knapp nach Punkten, dieses Mal mit einem Kampfgewicht von 127 Kilogramm. Für viele ist der Kampf gegen den eher limitierten Zumbrun äußerst enttäuschend, und die Zuschauer erleben, wie der Exweltmeister einige schwere Treffer einstecken muss. In den Ranglisten des Schwergewichts wird Bowe danach nicht mehr auf den vorderen Plätzen geführt.

Der vorerst letzte Kampf

Nach der für viele Boxfans deprimierenden Vorstellung werden dennoch weitere Kämpfe ins Auge gefasst. Die vorgesehenen Schwergewichtler sind aber allesamt Boxer, die in der Schwergewichtsszene nur eine untergeordnete Rolle spielen. Drei Jahre nach seinem letzten Fight gegen Zumbrun steht er am 13. Dezember 2008 in Mannheim mit mittlerweile einundvierzig Jahren im Ring.  Der bekannte Veranstalter Bob Bain hat den Auftritt Bowes als Rahmenkampf zum Hauptfight Wladimir Klitschko vs. Hasim Rahman in die Wege geleitet. Nach acht Runden hat er seinen Gegner, den Berliner Gene Pukall,  nach Punkten besiegt. Auch Pukall ist ein Schwergewichtler, der in den Ranglisten keine Rolle spielt und der dem zwanzig Kilogramm schwereren und zwölf Zentimeter größeren Bowe auch körperlich deutlich unterlegen ist.

Sonstiges

Riddick Bowe hat sich in den 1990ern jahrelang für die Belange der Schwarzen in Südafrika eingesetzt. Mehrfach traf er mit Nelson Mandela zusammen, um an der Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung mitzuwirken. Darüber hinaus unterstützte er hungernde Kinder in Somalia mit größeren Geldsummen.

Im Jahre 1998 wird die Boxwelt geschockt: Riddick Bowe ist angeklagt, seine Frau und die fünf Kinder gewaltsam entführt zu haben. Erst vier Jahre später wird er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung im Jahre 2004 kommt es wieder zu einem Eklat: Bowe gilt als  zahlungsunfähig und meldet Insolvenz an.

Resümee und Ausblick

Riddick Bowe gilt als ein Schwergewichtler, dessen Talent niemals wirklich zur vollen Entfaltung gebracht wurde. Mangelnder Trainingsfleiß und ein zwischenzeitliches Leben in Luxus  und Untätigkeit,  insbesondere nach der Erringung der WM-Titel, brachte ihn frühzeitig aus der Bahn. Mit seinen körperlichen Voraussetzungen und seinem Bewegungstalent wären ihm bei einem behutsameren und systematischeren Aufbau erheblich mehr Erfolge beschieden gewesen. Nicht wenige Kenner der Boxszene haben ihm zugetraut, ein ganz Großer im Schwergewicht zu werden und über Jahre die Titel aller relevanten Verbände halten zu können. Sein Trainer, Eddie Futch, hat wohl nicht Unrecht, wenn er behauptet hat, dass Bowe das größte Talent gewesen sei, dass er je in seiner Laufbahn erlebt habe.

Am 03. November 2012, da wird Bowe 45 Jahre alt sein, wird er im polnischen Lodz  zum dritten Male mit Andrew Golota, der zu diesem Zeitpunkt dann ebenfalls um die 44 Jahre alt ist,  im Ring stehen. Die Motive Bowes für das erneute Comeback sind unklar, werden aber wohl auch im finanziellen Umfeld liegen. Nur wenige seiner Fans werden diese Rückkehr nach vier Jahren begrüßen, zumal manche auch seine Gesundheit auf dem Spiel stehen sehen. Ob der Kampf wirklich über die Bühne gehen wird, scheint noch nicht ganz gesichert, zumal  das Ereignis bis jetzt hauptsächlich in den polnischen Medien eine Rolle zu spielen scheint.

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50 Kommentare

  1. Carlos2012
    9. Oktober 2012 at 19:10 —

    Bowe war ein echter Champion.Leider ist er mit seinem Leben nicht klar gekommen.Wie fast alle Boxer in seiner Generation.

  2. poco loco
    9. Oktober 2012 at 19:10 —

    Riddick Bowe hat nur gegen Golota schlecht ausgesehen, ansonsten hat er gute Kämpfe geliefert ( z.B. gegen Evander Holyfield )

  3. John L. Sullivan
    9. Oktober 2012 at 19:12 —

    @Paul
    Es ist mir ein Bedürfnis, dir für deine fachkundigen und fundierten Berichte über die verschiedenen Boxlegenden herzlich zu gratulieren. Einfach phantastisch, was ihr von boxen.de leistet!

  4. Alex
    9. Oktober 2012 at 19:21 —

    @ Paul

    Da hat John L. Sullivan Recht. Ihr könntet ja auch mal was über Max Schmeling, Lennox Lewis und Larry Holmes machen. Würde gerne mal ein bisschen mehr über diese Boxer wissen. Achso und Manuel Charr habe ich noch vergessen

    Er war einer der besten aller Zeiten. Ich habe ihn bei meiner Liste auf Platz 8. Schade das es solche Boxer nicht mehr gibt

  5. Alex
    9. Oktober 2012 at 19:22 —

    Der einzigste Minuspunkt an Bowe war dass er so unehrlich war

  6. Alex
    9. Oktober 2012 at 19:22 —

    unfair meinte ich damit

  7. Alonso Quijano
    9. Oktober 2012 at 20:14 —

    Adrivo, was denn nun mit lebedev, ich hab mich so auf den fight gefreut,bei boxrec steht immernoch dasselbe das in 18 tagen geboxt wird, was ist denn nun solnage ist der kampf ja nicht entfernt, das macht mich wüt.end, solange gewartet und jetzt das!!!

  8. Alonso Quijano
    9. Oktober 2012 at 20:14 —

    Was mit dem lebedev fight?

  9. underdogm-nhs
    9. Oktober 2012 at 20:38 —

    golota war der erste weiße in dieser zeit der was reisen konnte und wurde bei jeden seiner titelkämpfe verarscht und riddick war in jeden kampf hinten da fing die era von king an golota in seiner besten zeit hätte jeden weggeputzt und das wist ihr alle hier wenn ihr euch mit dem boxen richtig befasst aber ihn wurde jede chance auf ein titel verwehrt !!!!!!! hat hallt damals nicht zum schwarzen boxen gepasst

  10. Urban
    9. Oktober 2012 at 21:25 —

    Riddick Bowe war meiner Meinung nach einer der besten Schwergewichtler aller Zeiten!

  11. Joe187
    9. Oktober 2012 at 21:44 —

    @underdog
    golota war gut aber kein absoluter top boxer. er hat die fights verloren weil er die dq provoziert hat. das war ja nicht nur ein tiefschlag sonder zig eindeutige. gegen lewis und brewster war er komplett überfordert.

  12. saalestone
    9. Oktober 2012 at 22:42 —

    underdogm-nhs sagt:
    Nein, nicht Golotka war damals der 1. Weiße, sondern die Blitzfaust -Zlatko…aus Kroatien? Ehemalige Schwergewichts Europameister, der war die Hoffnung für die Zukunft.
    Leider hab ich nie einen Fight von Big Daddy komplett sehen können, aber was ich sah war, das der ein enormes Potential hatte, was er leider aus den geschilderten Gründen vergeudete.
    Der Bericht war aber gut geschrieben, was wurde eigentlich aus Prince Nassem?

  13. Paul
    9. Oktober 2012 at 22:52 —

    @ John L. Sullivan

    Danke 🙂

  14. Paul
    9. Oktober 2012 at 22:55 —

    @ Alex

    Über Max Schmeling und Larry Holmes gibt’s schon was (siehe Rubrik “Boxgeschichte”). Zu Lennox Lewis wird noch was kommen. 🙂

  15. Levent aus Rottweil
    9. Oktober 2012 at 23:14 —

    Ja stimmt warum hat Prince Naseem einfach so aufgehört,offiziell hat er seine Karriere ja nie beendet?!

    Soweit ich mich erinnere gab es nur eine Niederlage und sein Stil war wirklich wirklich sehr ansehnlich 😉

    Wäre wert mal über ihn zu Berichten finde ich!

  16. Alex
    9. Oktober 2012 at 23:54 —

    @ Paul

    Okay danke

  17. roundhouse
    10. Oktober 2012 at 02:22 —

    Ich habe nie verstanden warum Bowe als Profi nicht gegen Lewis angetreten ist. Er hatte in seiner Glanzzeit alle Chancen, Lennox zu vernichten.

  18. johnny l.
    10. Oktober 2012 at 04:04 —

    sehr guter artikel, lesenswert wie immer. user michabox hatte mal einen sehr interessanten link hier gepostet über die heutige situation bowes, mit einem coolen bild. ein sehr sympathischer typ, auch wie er mit seinem scheitern umgeht, finde ich. und natürlich zu seiner prime ein überragender schwergewichtler.

    sportforen.de/showthread.php?t=52245

  19. 300
    10. Oktober 2012 at 06:05 —

    Sehr guter Bericht. Weiter so. Daumen hoch.

  20. cedric dee
    10. Oktober 2012 at 07:32 —

    kann die ganzen positiven reaktionen auf den artikel nicht nachvollziehen.den informationsgehalt kann man auch dem kampfrekord bei boxrec entnehmen.nebenher erfährt man,daß bowe ein comeback nach einem gefängnisaufenthalt startete…und die gründe sowie die dauer der inhaftierung bleiben genauso ein rätsel wie die motivation des autors,einen solchen wichtigen aspekt in bowes karriere zu überspringen.wahrscheinlich wollte der autor nur dem gemeinen boxen.de-leser einen “allgemeinverständlichen” artikel servieren.

  21. 300
    10. Oktober 2012 at 08:33 —

    @ cedric

    So sollte es auch sein.

  22. Milanista82
    10. Oktober 2012 at 10:57 —

    Sehr schöner Artikel Paul, vielen Dank.

    Bowe war ein legendärer Fighter mit überaus hohem Unterhaltungswert, muss immer wieder an die PK denken als er Larry Donald eine links rechts Kombination verpasste. 🙂
    Schade, dass er sich nie für die Olympianiederlage gegen Lewis revanchieren konnte… ist mir bis heute ein Rätsel, dass dieser Kampf nie stattfand. ^^ Ebenfalls bedauerlich, dass er sich nicht mit Iron Mike messen konnte… die guten alten HW Zeiten.

  23. dreschflegel
    10. Oktober 2012 at 11:09 —

    wer wirklich hintergründe und eine oftmals hochkarätige auseinandersetzung mit dem boxsport möchte, der sollte sowieso auf sportforen.de lesen und seine beiträge verfassen.

    ein inspirierendes forum.

    der bericht hier über bowe ist schon ok. vielleicht ein ausblick auf bessere zeiten hier drin?

    allerdings war bowe nur ein paar tage bei den us-marines 🙂

  24. florian
    10. Oktober 2012 at 11:40 —

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran dass es einen Boxer (Schwergewichts) Boxer geben wird der Marcianos Rekord bricht. Auch wenn da noch so ein klasse Boxer mehrere Gürtel hält. Irgendwann wird auch dieser verlieren. Was die unteren Klassen betrifft sehe ich allerhöchstens Floyd Mayweather der das schaffen kann. Aber der ist bald 34 Jahre alt und hat erst 43 Kämpfe bestritten. So selten wie der Kämpft glaub ich nicht das er bis zu seinem Karriere Ende noch mindestens 6 Kämpfe bestreitten wird. Oder besser gesagt 7 sonst hätte er den Rekord nur eingeholt aber nicht gebrochen.

  25. Paul
    10. Oktober 2012 at 11:49 —

    @ Cedric dee

    Die Gründe und die Dauer der Inhaftierung Bowes werden in dem Artikel unter “Sonstiges” benannt, allerdings ziemlich kurz.

  26. HWFan
    10. Oktober 2012 at 11:52 —

    John L. S. sagt: “@Paul
    Es ist mir ein Bedürfnis, dir für deine fachkundigen und fundierten Berichte über die verschiedenen Boxlegenden herzlich zu gratulieren. Einfach phantastisch, was ihr von boxen.de leistet!”

    …kann mich nur anschließen! Toller, informativer und interessanter Bericht!

  27. Levent aus Rottweil
    10. Oktober 2012 at 12:17 —

    Wenn Bowe damals statt den WBC Gürtel in die Tonne zu Kloppen Lennox Lewis im Ring gekloppt hätte dann würde er heute einen GANZ ANDEREN Status im Boxen genießen.

    Ich vermute er hatte Angst vor einer Niederlage.

    Riddick Bowe nur EINMAL verloren und ein weit unter Wert geschlagener Ex-Boxweltmeister!

  28. Bowe
    10. Oktober 2012 at 12:32 —

    Bowe war ein Tier, er konnte fast alle zusammenschlagen auser vileicht Lennox Lewis oder Mike Tyson sogar die hätte er vileicht gewonnen . Bowe ist einer der besten Boxer in Boxgeschichtee hineingangen .

  29. De Aap
    10. Oktober 2012 at 12:38 —

    @Alonso Quijano

    wen interessiert der Idiot Lebedev?
    Kann es sein das es um Riddick Bowe geht?

  30. De Aap
    10. Oktober 2012 at 12:41 —

    Super Artikel!
    Nur die hirnlosen Kommentare die mit der Sache nichts zu tun haben, sind grausam

  31. simon_says
    10. Oktober 2012 at 13:24 —

    vom talent her das beste, was das HW in den 90zigern hervorgebracht hat! aber ohne disziplin kann man eben nicht dauerhaft oben bleiben. der abbruch im finale der olympischen spiele gegen lewis, war der witz des jahrhunderts, ist mir bis heute ein rätsel wie der ref ihn da aus dem kampf nehmen kann.
    leider hat bowe auch bleibende schäden vom boxen davongetragen, wenn man ihn heute reden hört, erkennt man das doch deutlich. hoffe für ihn, dass im golota- fight nichts passiert, eigentlich ne schande, dass die polnische boxkomission den kampf stattfinden lässt. wirklich ein grosser champion, der mir immer in erinnerung bleiben wird, allein wegen den duellen mit holy.

  32. abu malik(vater von boxen.de)
    10. Oktober 2012 at 13:28 —

    @ Bowe

    ja klar. bowe hätte nie mike tyson besigt. tyson war zu schnell und er war maschie mit seinen kombinationen. hast du gesehen was golota mit bowe gemacht hat.

  33. The big F
    10. Oktober 2012 at 13:34 —

    Bei einem der Bowe Kämpfe sagt der Kommentator, dass Bowe die George Foreman Version ist, die aber auch Boxen kann und nicht nur Schlagkraft hat und das er deswegen so überdurchschnittlich gut ist.
    Aber gegen Lennox, hätte er meiner Meinung nach, verloren. Lennox war wie ein ”ausgereifter” Riddick Bowe.

  34. Mr. Wrong
    10. Oktober 2012 at 14:16 —

    Golota = p4p quitter Nr. 1
    Habe nie wirklich viel von Bowe gehalten, hat ein gutes Kinn und zu der damaligen Zeit die gleiche Physis wie K2 heute, und das hat ihn auch seine Siege gegen Boxer wie Holyfield eingebracht, die sich einfach an ihm müde geschlagen haben.

    @ Paul

    sehr guter Artikel, würde mich über einen McCall-Artikel freuen.
    Für mich ist McCall DER unterschätzte Boxer der 90er.

  35. Mr. Wrong
    10. Oktober 2012 at 14:18 —

    @ Levent

    Barrera hat den Prinzen entjungfert und zu seiner Prizessin gemacht 😆

  36. Tyson Lennox
    10. Oktober 2012 at 17:05 —

    Vorschlag für ein Super-Six: prime Holyfield, Tyson, Bowe, die Klitschkos und Lewis gegeneinander.

  37. Alex
    10. Oktober 2012 at 18:12 —

    @ abu malik

    Golota hat 2 mal gegen Bowe verloren. Ich denke eigentlich schon dass Riddick Bowe Mike Tyson geschlagen hätte und ich glaube er hätte selbst Lennox Lewis geschlagen

  38. Alex
    10. Oktober 2012 at 18:14 —

    @ Tyson Lennox

    Mich würde mehr interssieren Ali, Marciano, Holmes, Louis, Liston und Frazier in einem Super-Six. Wäre mMn ein besseres Turnier. Natürlich nicht mit ihren momentanigen Zustand

  39. Neutral
    10. Oktober 2012 at 18:15 —

    1. Lewis 2. tyson 3. klitschko 4. bowe 5. Holyfield

  40. florian
    10. Oktober 2012 at 18:33 —

    @Neutral

    Welcher Klitschko ist gemeint?

  41. poco loco
    10. Oktober 2012 at 19:19 —

    * florian sagt:
    Der einzige der sicherlich den Record von Marciano verbessert hätte ( wenn er nicht zurückgetreten wäre ) ist Joe Calzaghe )!

  42. Alex
    10. Oktober 2012 at 20:59 —

    @ poco loco und florian

    Calzaghe, Mayweather Jr und Marciano waren alle zu ihrer besten Zeit fast unschlagbar. Ich glaube Boytsov könnte das auch noch schaffen

  43. florian
    10. Oktober 2012 at 21:12 —

    @Alex

    Boytsov wird es garantiert schaffen. Aber nur wenn er weiter solche Pfeiffen wie demnächst Airich boxt. Er hat noch überhaupt nichts bewiesen un zulezt gegen den schwachen Dominick Guinn konnte er kein bischen überzeugen. Wenn er so weiter macht wird er nie etwas erreichen. Wenn er klug ist wird er versuchen aus dem Universum Vertrag rauszukommen denn dort wird er sowieso nie eine grosse Karriere machen.

  44. Alex
    10. Oktober 2012 at 21:17 —

    @ florian

    Er könnte ja zu K2

  45. Levent aus Rottweil
    10. Oktober 2012 at 23:17 —

    Boytsov wird als diiieee Tragische figur in die Deutsche Schwergewichtsgeschichte eingehen.

    Es wird stehen er hält den Weltrekord an Aufbaukämpfen 76 x hat er den ring als Sieger verlassen aber um einen titel ging es dabei nie 😉

  46. simon_says
    11. Oktober 2012 at 13:32 —

    jeder weiß das doch marciano von der mafia gepusht wurde. man weiß heute mit ziemlicher sicherheit, dass er seinen ersten profi fight eigentlich verloren hat, nur ist das über die jahrzehnte verloren gegangen!

    1. lewis 2. bowe 3. klitscko vitali 4. holyfield 5. tyson 6. wladi k

    obwohl lewis mit einem gut austrainierten, top eingestellten bowe wohl grosse probleme haben würde…

    1. ali 2. louis 3. liston 3. frazier 4. holmes 5. marciano

    ist halt auch immmer ne geschmackssache, denke bei den fightern auf der liste, kann jeder jeden schlagen.

  47. Alex
    11. Oktober 2012 at 15:38 —

    @ simon_says

    Rocky Marciano hat seinen ersten Profikampf gegen Lee Epperson gewonnen. Denke auch dass dieses Turnier ( Ali, Marciano, Louis, Frazier, Liston und Holmes ) sehr spannend und hochklassig sein würde

  48. Tyson Lennox
    11. Oktober 2012 at 16:27 —

    Marciano, Louis, Frazier, Liston – alles quasi Cruiser nach heutigen Maßstäben. Die hätten gegen Bowe, Lewis und den K-Brüdern kaum eine Chance. Size matters, “a good big heavyweight always beats a good small heavyweight”.

  49. Alex
    11. Oktober 2012 at 17:12 —

    @ Tyson Lennox

    Doch. Hätten die schon. Das sind die besten Boxer aller Zeiten

  50. Levent aus Rottweil
    11. Oktober 2012 at 18:41 —

    simon_says sagt:

    11. Oktober 2012 um 13:32

    jeder weiß das doch marciano von der mafia gepusht wurde. man weiß heute mit ziemlicher sicherheit, dass er seinen ersten profi fight eigentlich verloren hat, nur ist das über die jahrzehnte verloren gegangen
    —————————————————————————–

    Über eine Quellen Angabe wäre ich zutiefst dankbar wenn man solche behauptungen liest,hab ich noch nie was gehört was das angeht!

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