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Richard Abril gewinnt zähen Titelkampf gegen Sharif Bogere

WBA-Leichtgewichtsweltmeister Richard Abril verteidigte am Samstagabend erfolgreich seinen Gürtel in Las Vegas gegen den zuvor ungeschlagenen Herausforderer Sharif Bogere. Zwar ließ sich Abril von Bogere einen extrem unsauberen und unansehnlichen Kampf aufzwingen, er setzte sich jedoch am Ende verdient dank einer guten zweiten Hälfte nach Punkten durch. Beide Boxer wurden mehrfach im Kampf verwarnt und bekamen jeweils einen Punkt abgezogen.

Im Ring war der Größenunterschied zwischen den beiden Boxern offensichtlich. Richard Abril, der einen Kopf größer war, genoss ebenso klare Reichweitenvorteile, die Bogere erst einmal zu überwinden hatte. Der 24-Jährige aus Uganda zeigte jedoch seine schnellen Hände und Beine um durchaus ein paar Mal in der ersten Runde die Distanz zu verkürzen. Eine Kombination aus drei Schläge, bei denen vor allem die letzte rechte Gerade gut einschlug, gewann allerdings Richard Abril wohl die Auftaktsrunde.

Bogere blieb aber der Aggressor und der aktivere Mann, auch wenn er manchmal zu ungestüm herein ging. Nachdem beide schon in Durchgang Eins zusammen zu Boden gestolpert waren, wiederholte sich dies früh in Runde Zwei, so dass Ringrichter Russell Mora gleich viel zu tun hatte. Sharif Bogere benutzte einen guten Jab um näher heran zu kommen, während Abril versuchte ihn zu timen und abzukontern, was noch nicht wirklich gelang, so dass Bogeres Aktivität in Runde Zwei ihm leichte Vorteile verschaffte.

Der Kampf blieb wenig ästhetisch und oft unsauber. Bogere attackierte teilweise wild und Abril versuchte sich durch Halten zu Helfen, so dass saubere Treffer eher Mangelware waren. Zwar versuchte Abril seinen Jab zu etablieren und in einen Rhythmus zu kommen, doch Bogeres schnelle Beine bereiteten ihm dabei durchaus Probleme. Auch in der dritten und vierten Runde gelangen dem Kubaner zwar die etwas saubereren Treffer, doch der Titelverteidiger blieb insgesamt sehr passiv, während Bogere seine Hände mehr fliegen ließ und zudem Druck ausübte.

Bogere startete die fünfte Runde mit ein paar guten linken Haken, doch der Titelverteidiger Abril, der mit einem kleine Cut über dem rechten Auge zu kämpfen hatte, revanchierte sich mit zwei harten rechten Geraden und einem guten Aufwärtshaken. Klare Treffer hatten jedoch weiterhin Seltenheitswert. Stattdessen trafen die beiden sich fast regelmäßiger gegenseitig mit den Köpfen und ein hartes Zusammenkommen der Köpfe in Runde Sechs öffnete einen weiteren Cut bei Abril. Ringrichter Russell Mora verwarnte unterdessen immer wieder Richard Abril dafür, dass er Bogeres Kopf herunter drückte, während dieser immer wieder mit seinem Kopf in den Mann herein stürmte. Das boxerische Geschehen blieb dabei relativ ausgeglichen und die Runden schwer zu werten.

In der achten Runde zog Russell Mora schließlich Richard Abril den ersten Punkt fürs Halten ab. Der Kubaner antwortete jedoch mit seiner wahrscheinlich besten Runde, in der er einige gute rechte Geraden anbringen konnte. Und auch in Runde Neun und Zehn blieb seine rechte Gerade der bestimmende Kampf, als Bogere plötzlich nachließ und nicht mehr so aggressiv nach vorne ging. Der Titelverteidiger schien nun nach Punkten endgültig davon zu ziehen, als es in die letzten beiden Runden ging.

Sharif Bogere wirkte jetzt jedoch zu erschöpft um noch einmal zurück zu kommen. Seine Angriffen waren nun deutlich langsamer als anfangs, was es Abril leichter machte Konter zu landen und generell die Distanz zu halten, auch wenn beide weiterhin regelmäßig in den Clinch fielen, und es weiterhin unansehnlich blieb. Zudem bekam Bogere in der zwölften Runde noch einen Punkt abgezogen für den Einsatz seines Kopfes. Somit feierte sich Richard Abril nach dem Schlussgong zu Recht als Sieger, was dann auch die Punktrichter bestätigten. Mit 115-111, 116-110 und 116-110 sahen sie ihn verdient vorne.

Der 30-jährige Kubaner, der vom Interimsweltmeister zum regulären Champ hoch gestuft worden war, nachdem Brandon Rios im Kampf gegen Abril, den Rios umstritten nach Punkten gewann, nicht das Leichtgewichtslimit bringen konnte, verteidigte seinen Titel zum ersten Mal erfolgreich. Er feierte seinen achtzehnten Profisieg und fügte Sharif Bogere gleichzeitig dessen erste Niederlage als Profi zu.

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4 Kommentare

  1. Marco Captain Huck
    3. März 2013 at 06:23 —

    Das Urteil sowie der Punktabzug für Bogere waren ein Witz

  2. JohnnyWalker
    3. März 2013 at 06:51 —

    Urteil geht voll in Ordnung, ich habe es zwar knapper gesehen, aber es waren sehr viele enge Runden dabei, die auch schwer zu scoren waren. Malignaggi hat vollkommen Recht, wenn er sagt Bogere hat das Tempo forciert in der ersten Kampfhälfte, aber in der 2. Hälfte kaum Runden für sich entscheiden können. Abril hat das sehr clever gelöst zu mal er wusste, dass Bogere hinten heraus nicht mehr die Frische haben wird die Distanz zu verkürzen und von daher clever mit Führhand agiert und teils auch schön saubere Kombis ins Ziel gebracht, vor allem die letzten 3 Runden. Abril hat heute gezeigt warum er Rios geschlagen hat, der sah nämlich noch schlechter aus als Bogere.
    Insgesamt ein guter aber sehr zäher Fight, wobei man nichts besseres erwarten konnte, wenn einen sehr großer LW’ler und ein sehr kleiner LW’ler aufeinander treffen, die beide noch mit allen Wassern gewaschen sind. Der eine muss nach Innen um zu scoren, der andere braucht die Distanz um zu Scoren. Insgesamt aber kein schlechter Kampf. Broner lieferte die Unterhaltung abseits des Ringes mit seinem herum geschw,uchtel. Der wird sicherlich auch versuchen Abril und Vazquez jetzt zu meiden und hoffen das Burns gewinnt, sonst geht er ins Halbwelter hoch.

  3. JohnnyWalker
    3. März 2013 at 06:57 —

    Noch ein Wort zum Ringrichter.

    Der erste Punktabzug (für Abril) war ünnötig aber nachvollziehbar da er immer wieder heftig klammerte, der zweite (für Bogere) durchaus vertretbar aber nicht notwendig. Da ich gut aufgepasst habe, ist mir das Gesicht des Ringrichters wieder in Erinnerung gekommen. Es war der Gleiche Referee der durch seine Galavorstellung im ersten Mares-Agbeko-Fight glänzte und sich am Ende hier wohl dachte, dass er nicht schon wieder das Zünglein an der Wage spielen dürfe. Deswegen auch der Punktabzug für Bogere, der irgendwo aber auch verständlich gewesen sein dürfte.

  4. simon_says
    4. März 2013 at 17:58 —

    was mich am meisten beeindruckt hat, abril hat von anfang bis ende sein ding durchgezogen, hat sich auch von den kopfstößen nicht aus der ruhe bringen lassen. enttäuschende vorstellung von bogere, er hätte abril durchaus schlagen können, die möglichkeiten waren da, aber wenn man so eindimensional boxt, darf man sich nicht wundern, wenn man leer ausgeht.

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