Top News

Revanche geglückt: Whyte schlägt Povetkin

Revanche geglückt: Whyte schlägt Povetkin

Povetkin kann boxen und Whyte hat nicht die beste Defensive. Darauf hätte man eigentlich das herunterbrechen können, was vor diesem Rematch zwischen Alexander Povetkin und Dillian Whyte in unzähligen Artikeln wieder und wieder thematisiert worden war.

Die Bilder vom Wiegen riefen in den Fans des 41-jährigen Russen allerdings leise Zweifel hervor: sonderlich austrainiert wirkte Povetkin nicht. Eine Folge seiner COVID-19-Infektion?

Und so lautete die Frage nicht: wie gut verkauft sich der ‚Body Snatcher‘ im Ring, sondern eher: ist Povetkin in einer Form, die es ihm ermöglicht, mitzufighten.

Nachdem Campbell Hatton bei seinem Debüt gegen den spanischen Journeyman Jesus Ruiz nicht wirklich überzeugt hatte, Ted Cheeseman mit seinem KO-Sieg über James Metcalf dagegen schon, durfte dann noch Fabio Wardley zeigen, was er kann. Der 26-jährige Brite gewann zwar durch TKO gegen ‚Drummer Boy‘ Eric Molina, der finale „Treffer“ wirkte jedoch eher so, als ob Molina gestolpert wäre und dann keine Lust mehr hatte, wieder aufzustehen.

Dann endlich der langerwartete Hauptkampf. Schon beim Walk-in wirkte Povetkin allerdings nicht wirklich spritzig und so verwunderte es nicht, dass der ‚Body Snatcher‘ sich die erste Runde sicherte, Povetkin – oft mit schlechter Balance – schien Probleme mit seiner Beinarbeit zu haben und stolperte wiederholt.

Auch im zweiten Durchgang konnte Dillian Whyte die besseren Treffer setzen, Alexander Povetkin allenfalls mit guten Nehmerqualitäten. Das gleiche Bild in Runde 3: Whyte der bestimmende Mann, von Povetkin kaum gute eigene Aktionen. In Runde 4 dann erneut harte Treffer des britischen Heavyweights, endlich mal Gegenwehr von Povetkin, aber kaum Meidbewegungen mit dem Kopf.

Dann das jähe Ende: nach einer Schlagserie von Whyte geht Povetkin zu Boden, die Ecke des Russen wirft das Handtuch. Ob da vielleicht Alexander Covidkin im Ring gestanden habe, frotzelt ein Boxfan. Ja. Durchaus möglich.

Auf die Frage, gegen wen er als nächstes kämpfen wolle, bat Whyte seinen Promoter Eddie Hearn um einen einfachen Gegner, “um Geld zu verdienen”. Hearn erklärte daraufhin, die endgültigen Ziele seien Deontay Wilder und möglicherweise ein Kampf um die Weltmeisterschaft.

Ob Dillian Whyte tatsächlich noch an die Chance auf einen WM-Kampf glaubt? Schon vor seiner KO-Niederlage gegen Povetkin im ersten Kampf war der ‚Body Snatcher‘ fast drei Jahre lang WBC-Pflichtherausforderer. So wie jetzt auch wieder. Man darf gespannt sein.

Der Einsatz von Erik Pfeifer beim “Rumble on the Rock” endete übrigens mit einer Niederlage. Pfeifer musste sich dem Briten Nick Webb durch TKO 2 geschlagen geben.

Voriger Artikel

Boxsport Short News 26.03.2021

Nächster Artikel

Oscar De La Hoya - Comeback am 3. Juli

23 Kommentare

  1. 28. März 2021 at 01:08 —

    Schade eigentlich. Ich hätte es Pove gegönnt, noch einmal so einen herrlichen Schlag anzubringen wie im ersten Kampf.

  2. 28. März 2021 at 01:18 —

    @ fuchs

    Ja, ich auch. Aber er war heute nicht der “richtige” Pove, sondern nur ein schaler Aufguss. Leider.

  3. 28. März 2021 at 01:30 —

    Sehr gute Zusammenfassung einer ziemlich unterhaltsamen Fightcard, da kann man matchroom nur gratulieren. Und Whyte natürlich auch zu einer sehr guten Leistung, die allerdings, wie ich glaube, ermöglicht wurde mit freundlicher Unterstützung von Covid-19. Oder der alte Pove aus der Huck-Phase ist mal wieder durchgebrochen. Wie auch immer, wie es auch Brennov und OG gesehen haben, es wird Zeit, sich von dem großartigen Boxer Sascha Povetkin zu verabschieden. Geld hat er sicher genug verdient und als Protz mit verschwenderischer Lebensführung ist er auch nicht bekannt, eher als das Gegenteil.

    Whyte dagegen sollte jetzt die Chance bekommen, gegen Wilder oder Ruiz jr. mit einer fetten Börse seinen „Titel“ zu verteidigen oder vielleicht sogar Joyce zu ersetzen und gegen Usyk zu kämpfen, aber ich glaube, bei der WBO ist er nicht hoch genug gerankt. sein Wunsch, um einen „großen“ WM-Titel zu boxen in allen Ehren, aber dazu wird es bis Mitte 2022 eher nicht kommen. Gegen Wilder in England zum Beispiel sollten aber 10 Millionen, mit PPV-Beteiligung sogar etwas mehr, durchaus drin sein.

    Guter Kommentar von Schreiberling auch zu Wardley, allerdings muss man zu seiner Ehrenrettung noch sagen, dass er seine eigene Leistung hinterher erstaunlich objektiv und kritisch beurteilt hat. Von daher hoffe ich bei seinen nächsten Kämpfen eine deutliche Leistungssteigerung.

  4. 28. März 2021 at 01:37 —

    Ich fand den Kampf zwischen Cheeseman und Metcalf gut. Die haben sich wirklich nix geschenkt.

  5. 28. März 2021 at 08:30 —

    Im Bericht wird alles recht gut auf den Punkt gebracht!

    Als Povetkin auf dem Weg zum Ring war schien er mir auch recht unmotiviert/lustlos zu sein, habe da allerdings noch gehofft das ich mich täusche………….aber als Pove gleich mal durchgerüttelt wurde und eigentlich nur noch darum bemüht war nicht zu Boden zu gehen und auf der anderen Seite ein D.Whyte der die 4 Runden disziplinierter agierte als ich es vor dem Kampf vermutet hatte……
    Untern Strich ein guter Sieg für Whyte!

    Aber jetzt muss der nächste Schritt für Whyte kommen und der kann eigentlich nur D. Wilder heissen und da muss dann auch ein eindrucksvoller Sieg her!
    Einen vollwertigen WM-Kampf wird es für Whyte dieses Jahr wohl nicht mehr geben, aber mit einen eindrucksvollen Sieg gegen Wilder kann man ihn dann nächstes Jahr nicht wieder umgehen!

    Bester und spannendster Kampf der Veranstaltung….Cheeseman vs Metcalf!!!!

    Peinlicher Auftritt von Pfeifer…..ob es in naher Zukunft mal ein deusches Schwergewicht geben wird das wenigstens mal gegen die 3. Reihe gewinnen kann!?

    Tja und Wardley….der muss noch verdammt viel lernen!! Hängende Deckung, versucht es mit Reflexen die aber nicht funktionieren…..Molina ist wahrlich nicht der schnellste Boxer und dennoch kam er bei Wardley sehr gut durch….wenn da mal einer steht der schnellere Fäuste und einen ordentlich Wumms hat, dann wird es Nacht um Wardley!
    Der angebliche Ko-Sieg…..ohne Worte!!

    • 28. März 2021 at 11:58 —

      @ Marv Hagler

      Die Briten sind da etwas schmerzfrei, wenn es darum geht, ihre Boxer zu bejubeln. Wenn ich da lese “Fabio Wardley verzeichnete den besten Sieg seiner Karriere” (in Bezug auf den Kampf gegen Molina), dann frage ich mich, wie er in den anderen Kämpfen geboxt hat.
      Wie Du schon geschrieben hast: “Molina ist wahrlich nicht der schnellste Boxer und dennoch kam er bei Wardley sehr gut durch….”

      Und der Sieg von Hatton wird als “atemberaubender Start” (in die Profikarriere) gesehen. Das, was ich vom Kampf mitbekommen habe, sah eher nach einem Draw aus. Ich war überascht, wie gut der Spanier – obwohl ja zum Verlieren eingekauft – “mitgeholzt” hat. Glück für Hatton!

  6. 28. März 2021 at 10:05 —

    Povetkin sollte die Boxhandschuhe wirklich langsam an den Nagel hängen. Mal abgesehen, dass er völlig außer Form in den Ring geklettert ist, waren seine Reflexe wirklich besorgniserregend. Whyte schlägt nicht mal wirklich schnell und Povetkin hat jeden Schlag gefressen und nicht mal ansatzweise reagiert zu blocken oder meiden. Was war mit Erik Pfeiffer los? Als Amateur hätte er so einen Holzhacker in 3 Runden aus dem Ring geblasen… EC Boxing hat ihn wohl zur Vorbereitung ohne sein Team ins Trainingslager geschickt wie die Kommentatoren berichtet haben. Da sage ich nur herzlichen Glückwunsch EC Boxing, ihr seid die Besten.

    • 28. März 2021 at 13:41 —

      Ich war auch geschockt 🙈der Wille war zwar da aber nicht die Mittel! Wirklich erschreckend, fast jede Bombe von white hat gesessen. Ich meine ich denke jeder von uns wusste das es so kommt,trotzdem war Hoffnung da, die hat sich dann nach der ersten Runde verabschiedet, pove hatte Schwierigkeiten sich auf den Beinen zu halten selbst ohne schlagwirkung. schade aber naja ich denke jetzt ist Schluss mit povetkin,er hat alles erreicht ausgesorgt hat er auch ,und im ersten Kampf white schlafen gelegt ,er kann stolz in Rente gehen

    • 28. März 2021 at 14:33 —

      @ Buckel – Pfeiffer war acht Wochen im Camp bei Whyte als einer der Haupt-Sparringspartner, schlecht vorbereitet kann er also nicht gewesen sein. Die Chance, selbst auf der Card zu kämpfen, hat sich wohl recht kurzfristig ergeben, das war ursprünglich nicht geplant. Aber auch ohne Team darf er da nicht stehenbleiben ohne Meidbewegungen und ohne Beine, wenn so ein Holzfäller auf ihn los drischt. Mal ganz davon abgesehen, dass da das halbe Team von Whyte in seiner Ecke war. Bestimmt nicht gerade intelligent von EC, aber es ist auch klar, dass es bei Pfeiffer einfach nicht zu viel mehr reicht – er konnte ja nicht mal richtig clinchen. Da kann er sich halt als Profi nichts dafür kaufen, dass er früher mal Wallin, Nistor und Yoka besiegt hat, wenn er dann bei Ceylan drei Jahre mit irgendwelchen …villis und …adzes verschwendet, nützt ihm das auch nicht mehr.

  7. 28. März 2021 at 16:56 —

    Wallis, Nistor,Yoka das sind für mich Boxer die was können und gegen die hat er super geboxt. Ich habe jetzt schon öfter beobachtet, dass sehr gute Amateurboxer als Profi plötzlich alles an Klasse verlieren was sie mal hatten. Klar, Amateurboxen geht 3 Runden und Profiboxen bis zu 12 aber trotzdem sollte man doch auch seine Explosivität behalten. Entweder wird der Fokus da total aufs Krafttraining gesetzt um körperlich robust genug zu sein gegen andere 115 kg Brocken oder die Boxer werden im Profibereich völlig alleine gelassen. Boxer wie Whyte die oben mitmischen sind nicht mal wirklich gute Leute. Wenn Kommentatoren auf DAZN dort seinen mies geschlagenen Jab hochjubeln oder seine Krüppelrechte die Halb Schwinger halb Gerade ist kann ich nur den Kopf schütteln. So, genug geheult, schönen Sonntag euch allen.👍🥊🍻

  8. 29. März 2021 at 18:00 —

    mir kam es so vor ,als hätte pove ein paar wodka vor dem kampf getrunken oder medhis genommen ,klar das er so langsam am abbauen ist win dem alter normal ,aber pove hat wirklich alles mitgenommen was white ausgeteilt hat .das fand ich ziemlich auffällig.ich fand withe nicht so überragend,für die weltspitze finde ich ihn zu globig unbeweglich.der kann verdammt hart hauen ,aber technisch eher nicht so doll ,mein eindruck

  9. 30. März 2021 at 13:04 —

    Schön, dass es wenigstens einem auffällt, dass Povetkin in diesem Kampf keineswegs in normaler Verfassung angetreten ist.

    Ich gehe allerdings davon aus, dass nicht Alkohol sondern Corona der entscheidende Faktor war, welche Povetkin in einem so desaströsen Zustand gebracht hat.

    Schon beim Einlauf sahe Povetkin müde und ausgemergelt aus, aber im Ring sah es noch viel schlimmer aus. Meineserachtens hat Pove genau gewusst, dass er maximal 4-5 Runden durchhalten wird und daher in diesen Runden ein KO zum Gewinn braucht. Entsprechend unvorsichtig und unklug hat er auch geboxt.

    Povetkin sucht ja immer den Kontakt zum Gegner, um selber seine Powerschläge anbringen zu können, aber im Gegensatz zu seinen bisherigen Kämpfen, konnte er beinahe keinem Schlag von Whyte ausweichen und noch weniger austeilen. Pove hatte auch so gut wie keine Balance und so war es von Anfang an nur ein Frage der Zeit, bis Pove zusammenbricht. Seine Kraft hätte nicht einmal für einen Lucky Punch gereicht.

    Whyte mag etwas bessere geworden sein und Pove wird älter, das ist keine Frage, aber trotzdem ist beides kein Erklärung für die desaströse Leistung von Povetkin. Ich muss davon ausgehen, dass Povetkin aufgrund seiner Infektion absolut nicht fit war und das auch genau wusste!

    Auf der anderen Seite hat er Whyte aber im August schlafen gelegt und aus der “natürlichen” Reihenfolge für eine WM-Kampf genommen. Für Hearn war das ein Schlag ins Gesicht und ein anderes Ergebnis für den Rückkampf war nicht zu erwarten. Poves Infektion war somit die Chance für Hearn, Whyte erneut einen WM-Kampf zu besorgen. Er musste nur genügend Druck ausüben, was in Poves Situation nicht wirklich schwer war.

    Aber dennoch, Povekin ist mittlerweile zu alt und er sollte die Handschuhe an den Nagel hängen. Vielleicht kann es ja noch zu Whyte vs. Pove 3 kommen, wenn Whyte seinen nächsten Titelkampf bestritten hat. Dann hätte Povetkin auch die Möglichkeit, auf einen ehrenvollen Abgang!

  10. 30. März 2021 at 13:42 —

    @ digger stubble

    “Schön, dass es wenigstens einem auffällt … ”

    Dann hast Du wohl nur einen Kommentar gelesen.

Antwort schreiben