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Regis Prograis: Broners Zeit ist vorbei

Regis Prograis: Broners Zeit ist vorbei

Am vergangenen Samstagabend kehrte Adrian Broner nach zwei Jahren Boxpause zurück in den Ring. ‚AB‘ – mittlerweile 31 Jahre alt – ist immerhin ehemaliger Weltmeister der WBO im Superfedergewicht, ehemaliger Weltmeister der WBC im Leichtgewicht, ehemaliger Weltmeister der WBA im Weltergewicht und ehemaliger Weltmeister der WBA im Halbweltergewicht. Adrien Broner begann im Alter von sechs Jahren zu boxen, gewann 300 seiner 319 Amateurkämpfe und gab sein Profidebüt im Mai 2008. Auch hier war ‚AB‘ erfolgreich: 27 Mal in Folge verließ er als Sieger den Ring, bis es ‚El Chino‘ Maidana gelang, dem überheblichen „loudmouth“ die Grenzen aufzuzeigen.

Viele Boxfans sahen Ähnlichkeiten zwischen Broner und Floyd Mayweather jr. Lyle Fitzsimmons von „Bleacher Report“ schrieb 2014: „Beide haben eine unverwechselbare körperliche Begabung. Beide kommen immer in tadelloser Verfassung in den Ring. Und beide haben die Fähigkeit, Kämpfe gegen glaubwürdige Gegner nicht nur zu gewinnen, sondern dabei auch noch spektakulär auszusehen.“

2021 sieht das Ganze anders aus. Während Mayweather nach wie vor in Geld und Ruhm schwimmt und dabei den Nimbus der Unbesiegbarkeit vor sich herschiebt, hat Broner seine Karriere „vor die Wand gefahren“. Immer wieder gab es auch Streit mit ‚TBE‘, was Mayweather irgendwann wie folgt kommentierte: „Ich versuche immer noch herauszufinden, wofür AB steht. Always broke (Immer pleite)? Man kann mit Sicherheit sagen, dass eines meiner Autos mehr kostet, als er in seiner ganzen Karriere verdient hat!“
Trotzdem rauften Mayweather und Broner sich wieder zusammen, 2018 gab ‚The Problem‘ bekannt, dass er mit Mayweather Promotions einen Vertrag über fünf Kämpfe und 50 Millionen US-Dollar unterzeichnet habe. Danach hat Broner – wenn man von seinem Kampf am vergangenen Wochenende absieht – nur einmal im Ring gestanden: ‚The Problem‘ verlor im Januar 2019 gegen Manny Pacquiao.

Seitdem ist der Name Adrien Broner in den Akten der Gerichte präsenter als bei Boxrec. Broner hat einen Berg Schulden, beteuert aber, seine Rückkehr in den Ring habe keine finanziellen Gründe.
Und: Broner hält sich immer noch für den Größten. Ein Teil der Journaille scheint ähnlicher Meinung zu sein. „Former four-division world champ Broner makes triumphant return to ring with unanimous decision!“ (Ehemaliger Vier-Divisionen-Weltmeister Broner kehrt mit einstimmiger Entscheidung triumphal in den Ring zurück!”) titelte „thepugilistmag.co.uk“ nach dem Kampf gegen Santiago, den ‘The Problem’ nur mit Unterstützung der Punktrichter für sich entscheiden konnte.

Doch die Fans und die meisten Berichterstatter sehen es anders. „Adrien Broner sieht beim Sieg über Jovanie Santiago wie ein Fußgänger aus“ schreibt zum Beispiel „fansided.com“.

Fakt ist: Der Kampf war enger als erwartet, es gab durchaus Beobachter, die Jovanie Santiago als den Sieger sahen. Kritik gab es auch von Regis Prograis. Der frühere WBA und WBO-Champ geht davon aus, dass die Zeit von Broner vorbei ist: „AB ist past prime. Er boxt seit seinem sechsten Lebensjahr und hatte viele harte Kämpfe. Er ist nicht mehr der alte AB. Seine Reflexe sind nicht mehr da und er wird langsamer. Ich hätte diesen Kerl in weniger als fünf Minuten umgehauen.”

Quelle Rougarou / Twitter

Broner hat darauf natürlich ‚bronerlike‘ reagiert:„Ich feuere ihn (Prograis) immer an und wünsche ihm alles Gute, aber wenn er mit mir in den Ring steigt, werde ich ihn f….. !“

‚The Problem‘ will im Laufe des Jahres noch zwei bis drei Fights machen, auf „bronerisch“: „Wenn Du einen Gürtel hast, dann halte ihn gut fest. Ich komme, um sie alle zu holen: WBA, WBO, WBC, IBF. Ich komme und hole sie mir alle.”

Dass eine Begegnung mit ‚Rougarou‘ in Broners Plänen auftaucht ist allerdings eher unwahrscheinlich. Leider.

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11 Kommentare

  1. 22. Februar 2021 at 20:15 —

    Da tut sich doch gerade eine überaus interessante Frage im beliebten Boxpodcast auf: Warum boxt der Caramello eigentlich gegen den Yilmaz oder wie der heisst? Und warum komme ich nie auf so brilliante Themen? Und warum sind das Ex-Perten? Weil sie nicht mal die Namen der Boxer aussprechen können?

    • 23. Februar 2021 at 11:51 —

      @ Schreiberling – mal abgsehen vom Kotzcast, wenn du Beiträge schreiben möchtest, die eine hohe vierstellige oder sogar fünfstellige Viewerzahl erreichen, musst du übers Schwergewicht schreiben. Der typische deutsche Casualfan interessiert sich nicht für Broner oder andere „little Boys“ (D. Chisora) – er möchte möglichst viel massiges Muskelfleisch im Ring beim sich gegenseitig Weichklopfen zusehen.

      „Wilder hat gepupst“ – das war doch damals von dir? Das ist es – more spews for more views.

  2. 23. Februar 2021 at 12:46 —

    @ ak

    Schon klar, dass das HW die meisten Klicks bekommt.
    Aber es muss ja nicht jeden Tag ‘AJ’, Fury und Wilder sein.

    Vielleicht sollte ich mich ja stattdessen mal wieder mit
    ‘Steinmanns Flip’ beschäftigen. Vielleicht schon, bevor er den nächsten Journeyman besiegt …

    • 23. Februar 2021 at 14:28 —

      😂😂😂 Deine Artikel werden seine Fanbase mit Sicherheit ins Unermessliche wachsen lassen – und am Ende wird er doch noch WM! 😂

  3. 23. Februar 2021 at 15:12 —

    @ ak

    Dein Wunsch ist mir Befehl. Aber ob das mit den Fans klappt? Ich bin mir nicht sicher …

    • 23. Februar 2021 at 15:37 —

      Ich denke, mit deiner Sympathie für ihn und dem entsprechenden Fachwissen solltest du versuchen, ihn als Manager oder noch besser als Matchmaker zu unterstützen. Evtl. hat er sich mit seinen letzten Gegnern (Kartozia und Booker) doch ein bisschen viel zugemutet und braucht erst mal wieder einen Tune-up-Fight!

  4. 23. Februar 2021 at 17:02 —

    @ ak

    Wo Du Recht hast … Vor allem der Fight gegen Kartozia war vermutlich ziemlich anstrengend. Das zehrt an den Kräften. Es hat mich gewundert, dass Herr Steinmann direkt danach wieder so einen guten Gegner geboxt hat.
    Jetzt sollte er sich aber erstmal schonen. Ich als sein kommender Matchmaker würde als Gegner den Tschechen Josef Holub (5-111-1) vorschlagen. Der ist zwar brandgefährlich, aber ein Spitzenmann wie Filip Hrgovic könnte ihn besiegen. Wenn das tatsächlich klappt, wäre Jose Vidal Sanchez (4-56-0) noch ein interessanter Kontrahent. Und damit wäre Steinmann eigentlich schon so gut wie Weltmeister. Weil sich ja sonst keiner traut, werden Fury und Joshua (oder wer auch immer) ihre Gürtel freiwillig abgeben.

  5. 23. Februar 2021 at 17:42 —

    Ja. Langsam reicht völlig aus. Vor allem, wenn man nur gegen Luschen boxt und trotzdem in den Rankings nach oben klettert …

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