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Regina Halmich über Frauenboxen, Stefan Raab und Tyson Fury gegen Deontay Wilder

Welche Boxerinnen schaust du dir gerne an?

Regina Halmich: „Claressa Shields ist Bombe, da schaue ich mir jeden Kampf an. Katie Taylor und die Mexikanerinnen wie Mariana Juarez, die in Mexiko Stadien füllen. Es gibt einige Ausnahmeathletinnen. Weltweit hat das Frauenboxen zugelegt und es gibt viele gutverdienende Frauen mit tollen Werbeverträgen. Das ist auch ein Verdienst von Eddie Hearn von Matchroom Boxing in England, einem der besten Promoter weltweit. Da boomt das Frauenboxen und er unterstützt es auch. Das ist ganz wichtig.“

Warum haben es Profiboxerinnen heute trotzdem noch schwer?

Regina Halmich: „Prinzipiell ist Boxen ein hartes Geschäft! Um damit Geld zu verdienen, braucht man mehr als ein bisschen Glück. Es sind schwierige Zeiten. Aber ich habe es vorgemacht: Wenn man an seine Träume glaubt, kann man auch etwas erreichen! Und ich würde jede Frau und jedes Mädchen ermutigen. Wenn man Lust dazu hat, soll man das machen. Weltweit hat sich das Frauenboxen durchgesetzt. Die Frauen von heute müssen zumindest nicht mehr die Frage beantworten warum sie boxen. Das musste ich ständig und mich rechtfertigen. Das ist wohl heute nicht mehr der Fall. Es ist bei jedem angekommen, dass wir in einer Zeit leben, wo jeder das machen kann, was er möchte.“

Wie fanden dich früher die Boxer in deiner Trainingsgruppe?

Regina Halmich: „Die Boxer waren schon skeptisch am Anfang. Es gab welche, die fanden Frauenboxen überhaupt nicht ästhetisch und viele waren neutral. Aber sie haben gesehen, wie hart ich trainiert habe. Ich absolvierte dasselbe Trainingsprogramm wie die Männer! Das war auch das, was beeindruckt hat. Innerhalb weniger Wochen war ich für die Jungs wie eine kleine Schwester. Sie haben mich akzeptiert und unterstützt. Sie waren vielleicht keine Freunde vom Frauenboxen, aber sie waren Freunde von mir.“

 

Welchen Boxer schaust du dir derzeit gerne an?

Regina Halmich: „Der Boxer mit dem größten Unterhaltungswert ist Tyson Fury. Am Anfang habe ich ihn unterschätzt. Aber ich habe schnell gemerkt, dass er für seine Gegner unbequem und schwierig zu boxen ist. Und doch viel mehr drauf hat. Er ist wahnsinnig schnell für seine Größe. Heute muss ich sagen, dass er mich gut unterhält und ein richtig guter Boxer ist.“

Ist ein dritter Fight zwischen Tyson Fury und Deontay Wilder sinnvoll?

Regina Halmich: „Zum Geld verdienen ist es der richtige Schritt. Man muss es auch aus wirtschaftlicher Sicht sehen. Da macht es für beide Sinn. Ob es sportlich nochmal Sinn macht, weiß ich nicht. Ich muss dazu sagen, dass Deontay Wilder wirklich Probleme mit seinem Gleichgewicht hatte. Das hat man gesehen. Ich weiß nicht, ob es der Schlag auf das Ohr war. Aber er taumelte ständig und es war nicht normal. Ich denke, dass er beeinträchtigt war. Im Prinzip kann er es nicht mehr viel schlechter machen. Ich gehe davon aus, dass er in den nächsten Kampf besser vorbereitet reingeht bzw. nicht wieder das Pech hat, einen Schlag auf das Ohr zu bekommen. So ein Kampf zieht mit Sicherheit viele Boxsportfreunde vor den Fernseher und die Einschaltquoten werden stimmen. Deshalb ist gar nicht die Frage, ob der Kampf Sinn macht. Er findet statt und alle Boxfans werden vor dem Fernseher sein!“

Wirst du noch auf deine Kämpfe mit Stefan Raab angesprochen?

Regina Halmich: „Natürlich weiß man, dass ich die beiden Kämpfe gegen ihn bestritten habe. Das ist ein Teil von mir und dadurch habe ich viel Aufmerksamkeit bekommen. Von der Boulevardpresse und dem Unterhaltungsbereich, wo ich eigentlich gar nicht tätig bin. Es war ein schöner Ausflug und ist eine schöne Erinnerung. Ich habe es nicht bereut. Wenn ich darauf angesprochen werde, dann habe ich damit keine Probleme.“

Du hast Stefan Raab im erste Show-Kampf 2001 die Nase gebrochen. Haben dich die Leute dadurch ernster genommen?

Regina Halmich: „Ich denke, dass die Faszination war: Kleine Frau gegen einen großen Mann – was passiert im Ring? Deswegen haben auch so viele zugeschaut und es ist bis heute die höchste Einschaltquote in der Geschichte von ProSieben. Das war schon ein toller Kampf. Jetzt nicht sportlich gesehen. Das hatte nicht diese Wertigkeit. Aber Stefan Raab weiß einfach, wie man Unterhaltungsformate macht. Und ich muss ihm zugutehalten: Er hat eine große Klappe, aber zieht es dann auch durch!“

Das ganze Interview:

Fotos: Facebook Fanpage Regina Halmich

Quelle: K.o. & Co

 

 

 

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