Top News

Regina Halmich über Berlin, ihre Karriere, Boxen in Deutschland und das Dschungelcamp

Wie lange wohnst du schon in Berlin?

Regina Halmich: „Gebürtig bin ich aus Karlsruhe, aber Berlin ist meine Wahlheimat und hier habe ich meinen Zweitwohnsitz. Ich bin immer so 14 bis 16 Tage im Monat hier. Ich habe sieben Jahre in Berlin trainiert und am Anfang fand ich Berlin total schrecklich. Das hat so zwei Jahre gedauert und heute liebe ich es! Ich habe die Stadt kennengelernt und irgendwann kommt man nicht mehr weg.“

Was hat dich am Anfang abgeschreckt?

Regina Halmich: „Ich bin aus Hamburg gekommen und habe vorher jahrelang in Hamburg trainiert. Für mich war immer Hamburg die Stadt. Es ist so schön und hat viel Flair. Als ich nach Berlin gekommen bin, haben wir im Wedding trainiert. Das war schon ein harter Lifestyle. Da musste ich mich dran gewöhnen und es hat gedauert. Aber so nach und nach habe ich mich mit Berlin auseinandergesetzt und irgendwann ist der Funke übergesprungen. Deswegen kann ich heute sagen, dass Berlin die Stadt meines Herzens ist.“

Deine Karriere als Profiboxerin endete im Jahr 2007. Wie sieht heute deine zweite Karriere aus?

Regina Halmich: „Ich bin jetzt selbstständige Unternehmerin und habe sehr viele Aufgaben. Ich moderiere Veranstaltungen und habe auch eine Abnehm-Show auf Kabel eins moderiert. Dann habe ich sechs Jahre lang ein Fitnessunternehmen beraten, Trainingspläne entwickelt und gebe heute noch Training. Dazu halte ich Motivationsvorträge bei Firmen und kommentiere Boxkämpfe für das Fernsehen. Ich bin recht breit aufgestellt und es macht mit sehr viel Spaß.“

 

Wirst du weiterhin bei Sport1 als Box-Expertin zu sehen sein?

Regina Halmich: „Die Zusammenarbeit von Sport1 und Sauerland endet demnächst. Aber ich bin trotzdem bei Veranstaltungen im Einsatz und schreibe auch eine Kolumne für das Boxsport Magazin. Der Boxsport lässt einen nicht los! Ich verfolge noch täglich das Geschehen. Natürlich versuche ich auch immer wieder die Frauen in Deutschland zu unterstützen, damit wir den Anschluss an die internationale Konkurrenz nicht verlieren. Da sehe ich Sophie Alisch weit vorne, die wirklich einen guten Job macht und Nina Meinke als Berlinerin. Wir haben gute Talente, aber im Moment ist es mit dem Boxen schwierig, weil keine großen Fernsehsender mehr übertragen.“

Wie geht es mit Sport1 und dem Team Sauerland genau weiter?

Regina Halmich: „So wie ich das verstanden habe, ist es so, dass Sport1 sich nicht mehr exklusiv an einen Partner verkauft, sondern von Veranstaltung zu Veranstaltung entschieden wird. Das wird die Zukunft im Profiboxen sein, dass sich mehrere Promoter zusammenschließen, was ich auch besser finde. Man darf keine Stallduelle scheuen und muss das bieten, was die Fans sehen wollen. Es wird nach Qualität entschieden und wenn Sport1 Lust auf eine Kampfpaarung hat, dann werden die das mit Sicherheit auch in Zukunft übertragen.“

Wie kann man den Boxsport in Deutschland wieder populärer machen?

 Regina Halmich: „Ich glaube, dass wir nicht immer vergleichen dürfen mit noch vor ein paar Jahren, sondern wir müssen jetzt kleinere Brötchen backen. Ich kann nur den Tipp geben, dass die Promoter in Deutschland zusammenarbeiten müssen, anstatt sich gegenseitig zu bekriegen und Steine in den Weg zu legen. Das ist nämlich das Hauptproblem! Und die Kampfpaarungen auf die Füße stellen, die der Boxfan sehen möchte. Wir müssen nicht im Ausland die Gegner verpflichten, sondern deutsche Duelle machen. Da gibt es viele gute Kampfpaarungen und wenn wir das auf die Beine stellen, dann kommen auch die Zuschauer wieder. Wichtig ist auch, dass die Boxer ebenfalls außerhalb des Boxrings stattfinden. Wir brauchen eine gute Vermarktung. Die Boxer müssen auch in Fernsehshows eingeladen werden. Da muss die Presse mitspielen. Aber ich denke, dass wieder bessere Zeiten kommen, denn Boxen boomt weltweit und deshalb glaube ich an unsere Sportart!“

Würdest du auch ins Dschungelchamp gehen wie Sven Ottke?

Regina Halmich: „Ich habe vor Jahren eine Anfrage bekommen und auch für viele andere Unterhaltungsformate. Muss aber sagen, dass ich nicht der Typ dafür bin. Ich verurteile niemanden, der das gerne macht und habe auch mit Sven gesprochen. Er hatte seinen Spaß und meinte, dass es leicht verdientes Geld war. Aber ich habe keine Lust in das Dschungelcamp zu gehen und schaue es mir lieber an.“

Also hast du Sven Ottke im Dschungel verfolgt?

Regina Halmich: „Natürlich! Ich habe mir jede Folge angeguckt, weil Sven Ottke im Dschungel war. Ich wollte schauen, was er so anstellt. Er hat sich gut verkauft und es hat ihm auch nicht wirklich geschadet.“

Das ganze Interview:

 

Fotos: Facebook Fanpage Regina Halmich

Quelle: K.o. & Co

Voriger Artikel

USA: Wrestling ist jetzt systemrelevant

Nächster Artikel

Eddie Cotton - Ex Ringrichter erliegt Corona-Virus

Keine Kommentare

Antwort schreiben