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Referee Tony Perez verstorben

Referee Tony Perez verstorben

Schon am 14. Dezember ist der US-amerikanische Referee und Punkrichter Anthony „Tony“ Perez gestorben. Perez war fünf Jahrzehnte lang als Kampfrichter tätig und leitete zwischen 1968 und 2005 über 430 Profifights. Uneinig sind sich die Quellen über das Alter von Perez: er sei 86 Jahre alt geworden, sagen die einen, von einem Ableben mit 90 sprechen die anderen.

Bei vielen hochkarätigen Kämpfen war der geborene Brooklyner der dritte Mann im Ring. So zum Beispiel bei „Muhammad Ali vs Joe Frazier II“, „Muhammad Ali vs Chuck Wepner“, „Muhammad Ali vs Jerry Quarry I“ und „Joe Frazier vs Jimmy Ellis“. Auch beim Kampf zwischen James Scott und Yaqui Lopez im Hochsicherheitsgefängnis Rahway State Prison war Perez mit von der Partie. Ebenso wie bei „Alexis Arguello vs Cornelius Boza Edwards“, „Marvin Hagler vs Juan Domingo Roldan“, „Julio Cesar Chavez vs Rocky Lockridge“, „Ray Mercer vs Bert Cooper“ „Hasim Rahman vs Trevor Berbick“, „Roberto Duran vs Hector Camacho“ und „David Tua vs John Ruiz“.

Viele bekannte Faustkämpfer machten im Ring Bekanntschaft mit Tony Perez: Evander Holyfield, Roy Jones jr, Vinny Pazienza, Julian Jackson, Azumah Nelson, Micky Ward, Buddy McGirt, Oliver McCall, Tony Tucker, Nigel Benn, Chris Byrd, Zab Judah, Shannon Briggs, Arturo Gatti, James Smith, Corrie Sanders, George Foreman oder Oleg Maskaev, um nur einige zu nennen.

Seine zahlreichen Einsätze führten Perez auch ins Ausland, unter anderem nach Japan, Südkorea, Thailand, Norwegen, England, Nordirland, Panama und auch nach Deutschland, wo er im Oktober 1998 als Ringrichter bei „Juan Carlos Gomez Vs Alexey Ilyin“ in Augsburg im Ring stand.

Nicht immer allerdings machte sich Tony Perez mit seiner Tätigkeit Freunde. So zum Beispiel beim Kampf zwischen Ray Mercer und Tommy Morrison im Oktober 1991. Der bis dahin ungeschlagene Morrison hatte WBO-Schwergewichtschampion Ray ‚Merciless‘ Mercer herausgefordert und in den ersten drei Runden sein Pulver unter anderem an Mercers „Stahlkinn“ verschossen.

Im fünften Durchgang gelang es Mercer dann, den ‚Duke‘ in einer Ecke zu stellen und mit einer Schlagsalve einzudecken. Mercer verpasste seinem Herausforderer einen harten Treffer nach dem anderen und zwar ohne dass Perez dazwischen ging. Erst kurz bevor der verteidigungsunfähige Morrison auf die Bretter ging, schaltete sich der Referee halbherzig ein.

Viel zu spät, wie zu Recht bemängelt wurde.

Noch ein weiteres Mal geriet Tony Perez ins Kreuzfeuer der Kritik: und zwar nach dem Kampf zwischen Billy Collins jr und Luis Resto. Perez war im Juni 1983 als Ringrichter im Einsatz, als Resto im Madison Square Garden unerwartet den favorisierten Collins nach Punkten besiegen konnte. Nach dem Fight fiel auf, dass Restos Handschuhe manipuliert worden waren: eine erhebliche Menge an Polsterung fehlte. Später gab Resto auch zu, dass seine Handbandagen vor dem Kampf in Gips getränkt worden waren. Resto und sein Trainer Panama Lewis landeten im Gefängnis, Collins erlitt schwere Schäden an beiden Augen und starb ein Jahr später bei einem Unfall.

Collins Familie glaubte aber nicht an einen Unfall, sondern an Selbstmord. Im Juli 1983 reichte die Familie eine 65 Millionen-Dollar-Klage ein. Nicht nur gegen Resto und seinen Coach, sondern auch gegen seinen Cornerman Pedro Alvarado, zwei Inspektoren, Top Rank, den Boxausrüster Everlast und auch gegen Referee Tony Perez. 1994 wurde auch die letzte Klage der Familie Collins von den amerikanischen Gerichten abgewiesen.

Hat sich Tony Perez jemals gefragt, ob er die Handschuhe von Resto vor dem Kampf  hätte besser untersuchen müssen? Vermutlich öfter als nur einmal.

RIP, Tony Perez.

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