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Ramirez schlägt Hart nach Punkten

Ein Beitrag von FW

Ramirez schlägt Hart nach Punkten

In Texas konnte sich am Abend Gilberto Ramirez nach Punkten gegen seinen Herausforderer Jesse Hart durchsetzen. Am Ende sahen es die Punktrichter  114-114, 115-113 und noch einmal 115-113 für Ramirez, „El Zurdo“ bleibt also auch weiterhin WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht. Vorausgegangen war ein enges Gefecht, in dem der Titelverteidiger ab der achten Runde mit einer Ellbogenverletzung Probleme hatte. Ringrichter war der nicht unumstrittene Referee Laurence Cole aus Dallas, der zumindest bei diesem Kampf nicht unangenehm auffiel.

„El Zurdo“ hatte den Vorwärtsgang eingelegt, aber Hart bewegte sich gut und konnte so die erste Runde ausgeglichen gestalten.

In Runde zwei wurde Ramirez offensiver, erhöhte den Druck und brachte mehrere harte Hände ins Ziel.

In Runde drei schien Hart etwas das Konzept verloren zu haben, bewegte sich nach rechts, also quasi zur Schlaghand von Ramirez, dann ließ er sich mehrfach an den Seilen stellen, was sich auch in

Runde vier wiederholte und Ramirez auf den Punktezetteln nach vorne gebracht haben dürfte.
Harts Trainer Fred Jenkins, der noch während des Kampfes darauf angesprochen wurde,
verteidigte diese Taktik, die Rechte sei die stärkere Hand von Ramirez, nicht die linke.

In Runde sechs machte sich bei beiden Boxern der Kräfteverschleiß bemerkbar, das Tempo ließ
spürbar nach, es wurde viel geclincht. In den letzten 60 Sekunden wurde Ramirez wieder aktiver und sicherte sich die Runde.

In Runde sieben konnte Ramirez seinen Vorsprung weiter ausbauen, Hart musste einmal zu Boden, war aber nur ausgerutscht, wie Ringrichter Cole zu Recht befand.

In Runde acht Hart dann etwas aggressiver, mit etwas gutem Willen konnte man dem Herausforderer die Runde geben.

Auch die Runde neun war eng, aber selbst, wenn man sie für Hart gäbe, dürfte Ramirez in Führung gelegen haben.

In der zehnten Runde machte sich Ramirez Verletzung bemerkbar, der Weltmeister musste seinen linken Arm schonen, arbeitete fast  nur noch mit dem rechten Jab.

Das setzte sich auch in Runde elf fort, Hart schien gemerkt zu haben, dass Ramirez Probleme hatte, schlug mit beiden Händen und landete gute Treffer.

In Runde zwölf dann der Schlussspurt von Ramirez, dem es auch nur mit der rechten Hand
gelang, Hart in Bedrängnis zu bringen, von dem nun auch keine ernsthafte Gegenwehr mehr kam.

Das Ergebnis ist bekannt: Gilberto Ramirez gewinnt in einem nicht wirklich spannenden Kampf gegen Jesse Hart. Wie Bob Arum auf die Idee kommt, dass beide Boxer – also Ramirez und Hart – Canelo schlagen könnten, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Nach dem Kampf sagte Ramirez, dass er nun eine Gewichtsklasse aufsteigen würde, weil es in seiner bisherigen Gewichtsklasse keine Herausforderungen mehr gäbe. Eine etwas merkwürdige Ansicht, denn
World Boxing Super Series-Gewinner Callum Smith oder George Groves wären mit Sicherheit starke Gegner.

Herausforderer Jesse Hart war mit dem Ergebnis nicht zufrieden: “Ich habe alles getan, um diesen Kampf zu gewinnen!” sagte Hart im Interview: “Gilberto ist ein guter Kämpfer! Aber ich denke, dass ich heute gewonnen habe.”
Ein Blick auf die Auswertung von CompuBox bringt allerdings Klarheit:
Ramirez hat 202 von 703 Schlägen ins Ziel gebracht, bei Hart waren es 102 von 525. Auch bei den sogenannten Powerpunches liegt der Weltmeister vorne: 179 zu 87 lautet hier die Bilanz.

Auf der Undercard konnte sich Arnold Barboza Jr. im Superleichtgewicht einstimmig gegen Manuel Lopez durchsetzen. Nach seinem Sieg forderte der Gewinner Weltmeister Jose Ramirez heraus.

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6 Kommentare

  1. 15. Dezember 2018 at 14:06 —

    Bis auf die 12. Runde war das eher ein extrem langweiliger Kampf.
    So klar wie es im Bericht steht habe ich den Kampf nicht gesehen, bin deshalb auch der Meinung das auch 2 andere Urteile möglich gewesen wären, sehe den Punktsieg von Ramirez aber dennoch nicht als Fehlurteil.

  2. 15. Dezember 2018 at 14:13 —

    Hallo, Luzifer.
    Natürlich ist solch eine Beurteilung immer subjektiv. Das sieht man ja oft genug an den Punkturteilen. Ich denke aber, dass “El Zurdo” der aktivere Boxer war und nicht ganz zu Unrecht gewonnen hat, was ja auch an den Zahlen von CompuBox abzulesen ist.
    Langweilig hatte unser Autor ja auch mit “nicht wirklich spannend” umschrieben, aber auch hier gehen die Meinungen auseinander: es gibt durchaus Boxfans, für die das ein guter Kampf war.

    • 15. Dezember 2018 at 15:17 —

      @ Schreiberling

      Na ja, vielleicht habe ich auch nur eine schlechtere Meinung von dem Kampf weil ich mir von beiden Seiten etwas mehr erhofft hatte und es ist vielleicht auch etwas der Uhrzeit geschuldet bis der Hauptkampf endlich anfing, war ab 2 Uhr 30 dabei und fand da einige Rahmenkämpfe um kleine Titelchen spannender.

  3. 15. Dezember 2018 at 17:07 —

    🙂 Wir hatten uns auch mehr erhofft.

  4. 17. Dezember 2018 at 13:24 —

    Wenn der titel vakant würde wäre doch der eliminator Isufi – Feigenbutz ein WBO WM Kampf.
    Dumm nur dass feigenbutz lieber gegen Opalach um einen Micky Maus titel boxt.

  5. 18. Dezember 2018 at 21:07 —

    @ Brennov
    Warum Vincent Feigenbtz gegen Przemyslaw Opalach antritt, ist eine berechtigte Frage.
    Vielleicht lieber den Spatz in der Hand …

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