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Raja Amasheh – “this girl is on fire“

Raja Amasheh schien am Freitag Abend ihrer Einmarschmusik (Alicia Keys, „this girl is on fire“) gerecht werden zu wollen. Es sollte im Hauptkampf der Veranstaltung in der Karlsruher Palazzohalle um die Verteidigung ihres WBO-Titels im Super-Fliegengewicht gehen. Der Siegerin winkte außerdem der WBC-Diamondbelt in dieser Gewichtsklasse.

Das war für die 36Jährige genug Motivation, diesen Kampf auf jeden Fall gewinnen zu wollen. Die große Ehre, einen WBC-Diamondbelt zu tragen, wurde bisher erst 4 Frauen zuteil. Die bisherigen Titelträgerinnen sind Ana Maria Torres, Ava Knight, Amanda Serrano und Jessica Chavez. Beseelt von dem Gedanken, sich in diese erlesene Gruppe von Top-Boxerinnen einreihen zu können, startete Amasheh wie die Feuerwehr in diesen Kampf und holte sich die ersten 3 Runden am Stück. Sie lies ihrer Gegnerin Linda Laura Lecca aus Peru keine Gelegenheit, sich zu entfalten und sicherte sich so erst einmal ein sicheres Punktepolster.

In den folgenden 2 Runden schien die erste Energie aufgebraucht zu sein. Die Gegnerin wusste, dass sie nach Punkten hinten lag und versuchte, das Heft des Handelns zu übernehmen. Die Runden 6 bis 8 waren dann wieder etwas knapper, aber zu Gunsten der Heimboxerin. Amaheh punktete durch die präziseren Treffer. Wären alle Schläge, die sie mit der Rechten über Cross abfeuerte ins Ziel gekommen, hätte es keine Punktrichter gebraucht. Wenig effektiv war das Boxen in der Nahdistanz. Beide Boxerinnen liefen Gefahr, sich gegenseitig durch Kopfstöße zu verletzen. Für einen Schönheitspreis kommt der Kampf deswegen nicht in Frage. Dennoch gelang es Beiden, sich immer wieder zu lösen und den Kampf einigermaßen flüssig zu halten.

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Die Runden 9 und 10 wurden dann noch mal eng. Lecca versuchte noch einmal Alles, um diesen Kampf zu drehen. Selbst wenn man ihr beide Runden geben wollte, reichte es nicht mehr für einen Sieg. Die Punktrichter entschieden dann 2x auf 97:93 und einmal auf 100:90 für Raja Amasheh. Letzteres ist arg übertieben. Mit viel Wohlwollen für Linda Laura Lecca hätte man den Kampf auch mit 96:94 bewerten können, weil einige Runden sehr eng waren. Am verdienten Sieg von Raja Amasheh gab es letztendlich keinen Zweifel.

Schaut man auf diesen Erfolg, kann man wohl sagen, dass Raja Amasheh den Zenit ihrer Karriere erreicht hat: Weltmeisterin eines renomierten Verbandes und darüber hinaus trägt sie nun auich noch den höchsten Ehrentitel eines anderen Verbandes. Das ist schon ganz schön viel für eine Boxerin, die in Vollzeit berufstätig ist.

Auf ihre weiteren Ziele befragt, sagte Raja Amasheh nach dem Kampf, dass sie jetzt erst einmal die nächste Zeit genießen und mit ihren Gürteln „kuscheln“ will. Es sei ihr gegönnt. Schließlich war es ein langer Weg bis zum gestrigen Erfolg. Auch ihr langjähriger Trainer Dominik Junge zeigte sich sichtlich erfreut. Letztendlich war das Erreichen dieses Ziels das Ergebnis lang anhaltender Teamarbeit. Raja Amasheh war „on fire“ und hat ihren Trainingsfleiss belohnen können.

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1 Kommentar

  1. 15. September 2018 at 18:17 —

    Ja, Amasheh hat zurecht gewonnen, aber souverän sieht anders aus.
    Zeit die Handschuhe an den Nagel zu hängen.

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