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Prichard Colon im Koma

Weiterhin kritisch bleibt der Zustand des jungen Prichard Colon, der kurz nach seinem Kampf gegen Terrel Williams am siebzehnten Oktober 2015, mit einer akuten Hirnblutung ins Spital eingeliefert wurde.

Diese traumatische Situation gehört leider zum Alltag in der Boxsportwelt. Betrachtet man den Kampf der beiden bis dahin ungeschlagenen Boxer genauer, wird auch relativ schnell klar wie es zu dieser Misere kommen konnte. Terrel Williams ist ein harter Puncher und schlägt im Clinch bei jeder Gelegenheit harte Haken zum Kopf und Hinterkopf des Gegners. Letzteres wurde vom Ringrichter zwar ermahnt, aber nicht unterbunden. Colon (16-1, 13 Ko’s) rächte sich auf unfaire Weise mit sehr tiefen Schlägen. Beide Boxer wurden mit Punktabzug bestraft. Die weiterhin hart einschlagenden Treffer zum Hinterkopf hatten aber eine klare Wirkung auf den jungen Prichard, der trotz benebelter Sinne immer wieder gute Aktionen zeigte aber stets im Rückwärtsgang gefordert war.  Der  nach dem Tiefschlag sehr aufgebrachte Williams lieferte großes schauspielerisches Potenzial und provozierte den angeschlagenen Colon auch nach einem Schlag zum Hinterkopf, der Colon zu Boden zwang. Terrel Williams (15-0, 12 Ko’s) wurde immer treffsicherer und lag nach Punkten vorne als der Kampf ein erstaunliches Ende fand.
Nach dem Gong zur Ringpause vor der letzten Runde, spielten sich eigenartige Szenen in Colons Ecke ab. Ein, im Blackout agierender Betreuer dachte , der Kampf wäre vorbei und befreite den Boxer vom Tape und öffnete seine Boxhandschuhe. So kam es zur Disqualifikation durch den Ringrichter. Auch die Versuche, Colon die Handschuhe wieder zuzuschnüren waren vergebens.

Nach dem Kampf wurde Colon übel und bewusstlos. Er wurde schnell in das “Inova Fairfax” Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte eine Hirnblutung fest und operierten den jungen Boxer. Nach Tagen der Ungewissheit wurde Colon von der künstlichen Beatmung abgekoppelt und atmet nun bereits selbstständig.

“He no longer needs a ventilator, and the doctors have removed the pressure monitors on the brain, which is a very good sign. Physically, according to the family, Prichard looks 1,000 percent better than he did, and he’s showing signs of moving his extremities. But he’s not out of the coma. He’s not awake. But that said, the family is far more optimistic and hopeful than it was. The doctors feel like Prichard’s recovery is as good as can be expected at this point.”

-Promoter Lou DiBella gegenüber ESPN

 

 

Boxen.de wünscht Prichard Colon gute Genesung und dem Ringrichter des Kampfes eine Kommission die ihn zu diversen Nachschulungen in den Bereichen “Illegale Schläge” und “Punketeabzüge” verdonnert.

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4 Kommentare

  1. 28. Oktober 2015 at 18:09 —

    Da sieht man es wieder, dass willkürliche Kampfabbrüche mancher Ref’s nur Alibi-Charakter haben, da sie sich anmaßen selbst zu entscheiden wann ein Gegner in Schutzhaft genommen werden muss aber Rabbitpunches, Low Blows, wie auch Headclashes allerhöchstens mit Punktabzügen ahnden und die Boxkomissionen, ganz speziell in den Vereinigten Staaten, einen Scheißdreck tun um einheitliche Gloves-Standards einzuführen, nur weil sie am Kampfvertrag mitverdienen, Dreckspack!!!
    Gute Besserung Prichard Colon!

  2. 28. Oktober 2015 at 22:13 —

    Nun Ja, ich muss gestehen ich kenne weder Colon noch Willams, habe den Kampf auch nicht gesehen, aber gut das einer der Betreuer von Colon sich vertan hat mit den Runden, denn sonst wäre Colon jetzt vielleicht tot!?

    Ich habe es neulich mal unter einen anderen Bericht geschrieben………Hauptproblem ist, das die Punktrichter auf der Welt nicht gleich bewerten, anderes Problem ist aber noch schlimmer, das Ringrichter nicht objektiv bewerten!!
    Oder sich auf die jeweiligen Ringecken verlassen…..und daher entstehen diese gravierenden Unfälle!

    Warum gibt es keine Schulungen für Ring- u.- Punktrichter im Profiboxsport??????????????

  3. Krass wie eine vermeintlich schlechte sietuation sich hinterher als gut herausstellen kann. Der zu frühe Abbruch hat Colon vielleicht das Leben gerettet.

    Was die schläge auf den hinterkopf betrifft. Das wird solange nicht aufhören bis mal ein Boxer endlich disqualifiziert wird. Das ist wie beim Trikot ziehen, es wird bis aufs äußerste getrieben, nur das es hier um schwere verletzungen geht beim boxen.

    Ring richter allgemein sind mir zu unkonsequent. Wenn ein boxer mist baut muss er verwarnt werden. Wenn er nach der verwarnung noch mal so eine aktion bringt muss er disqualifiziert werden. Stattdessen hat jeder boxer nach der ersten verwarnung noch mal eine gnadenfrist und darf noch mal paar illegale schläge abfeuern bis der richter mal nen punkt abzieht.

  4. 29. Oktober 2015 at 12:16 —

    Ich würde nicht zwangsläufig immer die Punktrichter für solche Situationen verantwortlich machen. Natürlich gibt es Punktrichter die blind sind und der ein oder anderen Situation nicht gewachsen sind.
    Das Probleme sehe ich viel eher, dass sowohl die Boxkomissionen als auch die Verbände nichts dafür tun um es manchen Referee einfacher zu machen. Ein Referee muss alles sehen und oftmals im Zweifelsfall eine Entscheidung treffen, die dem Kampfverlauf oder der jeweiligen Situation nicht gerecht werden. Die Weltverbände haben es den Referees in den letzten Jahren eher noch schwieriger gemacht, da heutzutage nur noch der Referee einen Kampf abbrechen darf. Das war vor ein paar Jahren noch anders! Und genau da liegt das Versagen der Weltverbände und der Boxkomissionen!

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