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Povetkin erneut im Krankenhaus – Rückkampf gegen Whyte vorerst off

Povetkin erneut im Krankenhaus – Rückkampf gegen Whyte vorerst off

„Wir haben die Folgen des Virus unterschätzt und alles verlief nicht so reibungslos, wie wir es uns erhofft hatten. Alexander wurde erneut zu einer medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert.“ hat Povetkins Promoter Andrey Ryabinsky der russischen Nachrichtenagentur TASS erklärt. Soweit bekannt, soll Povetkin zwar mittlerweile wieder entlassen worden sein. Wie Ryabinsky weiter sagte, wolle er aber kein Risiko eingehen: „Wir werden die Belastung unter Aufsicht von Ärzten schrittweise erhöhen. Boxen ist eine ernsthafte Belastung für den Körper, ich werde nicht zulassen, dass Sashas Gesundheit gefährdet wird. Wir werden das Datum des Kampfes festlegen, wenn wir absehen können, wie wir uns vorbereiten können!“

Heißt: die auf den 30. Januar angesetzte Begegnung zwischen Alexander Povetkin und Dillian Whyte wird nun schon zum zweiten Mal und erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Schon am 21. November hätte „Alexander Povetkin vs Dillian Whyte II“ stattfinden sollen, der russische Schwergewichtler war aber Anfang November positiv auf COVID-19 getestet worden.

Wie Whytes Promoter Eddie Hearn hat durchblicken lassen, möchte Whyte nun erst einmal gegen einen anderen Boxer antreten: „Als ich Whyte diese Nachricht überbrachte, kam das nicht sehr gut an. Seine erste Frage war: Gegen wen können wir sonst noch kämpfen?’

Können wir gegen Luis Ortiz, Deontay Wilder oder Andy Ruiz jr boxen?“

Der Matchroom Boxing-Boss hält das für keine gute Idee, hat aber zugestimmt, potenzielle Gegner anzusprechen. „Wir werden uns an andere Schwergewichtler wenden, um zu sehen, ob sie Lust haben”, sagte Hearn gegenüber „SkySports“. Auch Dereck Chisora wäre laut Hearn eine Option: „Chisora ​​ist immer bereit. Er ist ein weiterer Name, der sich möglicherweise für Whyte anbietet! Er macht immer gute Kämpfe, ist unterhaltsam und er ist in guter Form.“

Nun bleibt abzuwarten, ob Dillian Whyte tatsächlich erst gegen einen „Ersatzgegner“ boxen wird. Eddie Hearn geht bislang davon aus, dass der für Ende Januar angesetzte Fight zwischen Whyte und Povetkin Ende Februar oder Anfang März nachgeholt werden könnte.

‚Bodysnatcher‘ Whyte hatte nach dem Bekanntwerden von Povetkins Erkrankung im November erklärt, er würde das Ganze für eine Ausrede halten: „Ich persönlich glaube nicht, dass er (Povetkin) COVID hat. Ich denke, er brauchte nur mehr Zeit, um wieder kampfbereit zu werden, weil er im ersten Kampf viel Schaden genommen hat. Nach dem Match hat er sich viel Zeit genommen. Und obwohl ich durch KO verloren habe, bin ich sofort wieder zum Training gegangen.”

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17 Kommentare

  1. 17. Dezember 2020 at 02:04 —

    “Können wir gegen Luis Ortiz, Deontay Wilder oder Andy Ruiz jr boxen?“

    Er hat Mut und wills wissen, das muss man ihm schon lassen.. Whyte würde wohl tatsächlich sofort mit jedem in den Ring steigen, daran könnten sich viele andere ein Beispiel nehmen.. Respekt dafür..
    Ruiz Jr würde ich ihm stylemäßig unter Umständen zutrauen..

  2. 17. Dezember 2020 at 06:04 —

    Die Geschichte mit Povetkin wird schon stimmen und ich wünsche ihm eine rasche Genesung. Whyte könnte gegen jeden der 3 genannten in den Ring steigen und würde bestimmt auch einen guten Kampf liefern. Bis zu dem Povetkin Kampf wurde er jahrelang übergangen. Er könnte ja auch gegen Joyce kämpfen, hat aber bestimmt keine Lust sein hohes Ranking zu verlieren.

  3. 17. Dezember 2020 at 06:49 —

    Guten Morgen.

    Dillian W tut mir schon leid. Wenn Povetkin Krank ist dann ist er halt Krank. Ich glaube nicht , dass er es nötig hat Scheiße zu labern.
    Povetkin hat kein ruf, Kämpfe immer wieder abzusagen.

    Dillian W hat Eier keine frage. Ich bin mir sicher , dass er es immer noch nicht verdaut hat , was seine Niederlage betrifft.

    Kein Wunder er war deutlich am Führen , hat Povetkin 2 Niedergeschlagen danach wird er ko geschlagen.

    Die Situation wie er verloren hat , macht ihn wohl innerlich Krank .
    Ruiz wäre eine gute Option auch Ortiz.
    Wenn er wirklich gegen Ruiz oder Ortiz Kämpfen sollte, mein Respekt.

    • 17. Dezember 2020 at 09:55 —

      Dillian Whyte ist ein weiteres klares Opfer der Kapitalpolitik im Boxsport. Er ist aus meiner Sicht kein Top5-Boxer, aber er hat ein großes Kämpferherz und vor allen Dingen hat er es sich verdient, auch wenn er gegen Povetkin verloren hat.

      Das er den Povetkin Kampf überhaupt angenommen hat, zeigt die Lage, in welcher sich Whyte befunden; denn prinzipiell konnte er nur verlieren. Selbst wenn er Povetkin besiegt hätte, hätte ihm Hearn wahrscheinlich keinen WM-Kampf besorgt.

      Hearn weiss, dass Joshua gerade bei kompakten, starken, explosiven, kleineren Boxern, wie Ruiz, Povetkin und Whyte anfällig ist; daher will er seinen Goldesel auch nicht gegen solche boxen lassen.

      Joshua hat Whyte klar besiegt, aber Whyte sahe in dem Kampf nicht so schlecht aus, als dass er nicht rückkampfwürdig gewesen wäre. Genauso war es auch mit Povetkin!

      Der Sachse hat es sehr gut auf den Punkt gebracht, wie die Finanzpolitik den Boxsport und den Sport allgemein kaputt macht:

      boxen . de/news/anthony-joshua-bleibt-weltmeister-full-fight-62728/comment-page-1#comment-372789

      Traurig!

  4. 17. Dezember 2020 at 12:04 —

    @ Digger und andere – lasst mal die Kirche im Dorf, bitte. Klar, es gibt „scripted“ Kämpfe, Hearn, Bezos und B. Gates beherrschen die Welt, Alvarez, AJ, Fury und andere Cash-Cows haben schon das eine oder andere Mal „Glück“ gehabt bei ihren Kämpfen, so wie der FC Bayern eventuell ab und zu mal einen Elfer bekommt, den ein anderer Verein vermutlich nicht erhalten hätte. Okay – Message verstanden.

    Aber Whyte? „Hearn weiss, dass Joshua gerade bei kompakten, starken, explosiven, kleineren Boxern, wie Ruiz, Povetkin und Whyte anfällig ist; daher will er seinen Goldesel auch nicht gegen solche boxen lassen.“ Hmmm, Joshua hat gegen genau diese „kompakten, starken, explosiven, kleineren Boxer“ allesamt gekämpft und – abgesehen gegen Ruiz im ersten Kampf – auch verdient gewonnen, davon zweimal durch Knockout. Rückkampfwürdig? Was ist denn mit Rivas und Parker, wann bekommen die ihre Rückkämpfe gegen Whyte? Normalerweise müsste doch der PH bei der WBC jetzt nicht anders als Alexander Wladimirowitsch Powetkin heissen – stattdessen wird, wegen Sashas Covid-Erkrankung, Whyte zum Opfer stilisiert. Da komme ich nicht mit!

    Der arme Ortiz! Der arme Dillian! Beides mehrfach des Dopings überführt bzw. verdächtigt. Beide als große Hoffnungen bei vielen Boxfans gehandelt – und in den entscheidenden Kämpfen jeweils versagt. Beide haben sicherlich individuelle Klasse, sind hart arbeitende Athleten, keine Frage. Aber eben auch Vizekusens, Meister der Herzen, „Close, but no Cigar“, wie die Engländer es treffend ausdrücken. Mein Mitleid hält sich da in überschaubaren Grenzen.

    Einzig – wegen der jahrelangen Wartescheife und der vielen großmäuligen Sprüche – ein Match gegen Wilder fände ich angebracht. Nur, wie gerecht wäre das Wilder gegenüber, der ja erstmal gegen Fury ran möchte und immerhin einen Vertrag für diesen Kampf hat(te). Und, meine persönlichen Prognosen für den vom Schicksal benachteiligten Dillian wären in einer solchen Begegnung nicht gerade vorteilhaft.

    FAZIT: Der aus meiner Sicht boxerisch äußerst begrenzt begabte Whyte ist kein Opfer, sondern eindeutig Profiteur der Hearn’schen HW-Boxpolitik. Nach seinem Crossroad-Fight gegen AJ, den er nunmal durch KO verloren hat, wurde er von Hearn systematisch wieder aufgebaut und an die Weltspitze herangeführt. Mehrfach (Chisora 1, Parker, Rivas) ist er dabei äußerst bevorzugt behandelt worden. Gegen Povetkin hat er sich zu sicher geführt und ist deshalb vom „Altmeister“ bestraft worden. Im Rückkampf, der ja trotz der Delays beschlossene Sache ist, wird es nicht viel anders aussehen. ‘Nuff said.

    • 17. Dezember 2020 at 13:15 —

      Dein Kommentar ist top!

    • 17. Dezember 2020 at 13:47 —

      Sehr gut a k !

    • 17. Dezember 2020 at 19:51 —

      Stimmt genau, Joshua hat gegen Whyte gekämpft und Joshua hat gegen Povetkin gekämpft und Joshua hat gegen Ruiz gekämpft. Und wenn ich mir diese drei Kämpfe ansehe, dann waren das, neben Klitschko, die gefährlichsten Kämpfe für Joshua, wovon er sogar einen durch KO verloren hat.

      Gegen Ortiz hat Joshua allerdings noch nicht geboxt und man fragt sich, warum? Wenn man bedenkt, dass Ortiz ein ähnlicher Boxer ist, wie die drei bereits genannten, dafür aber wesentlich mehr Erfahrung und Skills (wie Povetkin) hat, dann könnte sich die Frage beinahe von allein beantworten.

      Es redet ja keiner davon, das Joshua für Ruiz, Povetkin, Whyte oder Ortiz ein gefundenes Fressen wäre, aber wenn Whyte oder wer auch immer, sich in die Position kämpft, gegen WM-Joshua zu kämpfen, dann sollte man ihm diesen Kampf auch geben. Stattdessen hat man ihn vertröstet und anschliessend mit Povetkin konfrontiert, jetzt hat Whyte seinen Anspruch auf den Kampf verloren. Das hat nichts mitt einem fairen Gleichgewicht zu tun und das ist auch kein Einzelfall.

      Und mal ganz ehrlich, wenn Hearn Whyte an die Spitze führte, warum hat er ihn dort nicht kämpfen lassen? Welchen großen Kampf hat den Whyte bekommen?

      Gegen Parker? Toll!
      Gegen Rivas? Toll!
      Gegen Wach? Toll!
      Gegen Chisora? Toll!
      Gegen Povetkin? Toll!

      Ich meine, das waren wirklich tolle Kämpfe, aber nicht wirklich ein großer PayDay und einen solchen hat Whyte gegen Joshua nun mal verdient, nachdem er Parker, Rivas, Wach und Chisora besiegt hat. Aber man setzte ihm Povetkin vor die Nase.

      Gerade nach Ruiz wurde deutlich, dass Joshua mit dieser Art von Boxer Probleme hat und diesen Problemen hätte sich Joshua stellen sollen und gegen Whyte auch müssen, aber Hearn hat dafür gesorgt, dass es nicht soweit kommt.

      Stattdessen boxte Joshua gegen Pulev, der wahrscheinlich weder gegen Whyte, Ruiz, Povetkin oder Ortiz Sonne sehen würde. Na gut, gegen Whyte könnte es reichen, mehr aber auch nicht. Allerdings war Pulev, ebenso wie Whyte, auch an der Reihe, denn auch er ist bzw. war viele Jahre ein Opfer der Kapitalpolitik im Boxsport!

      Bisher habe ich Joshua nur in einem Rückkampf gesehen und das war gegen Ruiz. Aber war das überhaupt ein Rückkampf? Ich weiss nicht so recht! Ich meine, der Kampf hat stattgefunden und er wurde auch als Rückkampf promotet, aber es hat nicht wie ein Kampf ausgesehen. Ich glaube Du weißt was ich meine!

      Ich begrüße es aber sehr, dass Du die Message verstanden hast, aber ganz viele andere eben nicht und deshalb lohnt es sich immer wieder, ganz bestimmte Dinge zu wiederholen. Und mal ganz ehrlich, bei der begrenzten Anzahl von Top-Boxern, Top-Promotern und Top-Kämpfen, läuft es so oder so immer wieder auf Wiederholungen hinaus. Die dürften wohl kaum das Problem sein und man kann sich darauf freuen, wenn doch mal wieder ein Kampf zustandekommt, womit man vorher nicht gerechnet hat!

      Kurz noch zum Doping, Joshua wurde noch nicht überführt, da stimme ich Dir zu!

      • 17. Dezember 2020 at 21:24 —

        Ich begrüße es aber sehr, dass Du die Message verstanden hast, aber ganz viele andere eben nicht und deshalb lohnt es sich immer wieder, ganz bestimmte Dinge zu wiederholen.

        Seh ich ganz genauso hast du vollkommen Recht. Wenn schon die Verbände nicht für Transparenz in ihren Kampf-Ansetzungen sorgen, dann muß halt das Thema immer wieder angesprochen werden.

      • 17. Dezember 2020 at 23:51 —

        „Ich meine, das waren wirklich tolle Kämpfe, aber nicht wirklich ein großer PayDay und einen solchen hat Whyte gegen Joshua nun mal verdient, nachdem er Parker, Rivas, Wach und Chisora besiegt hat. Aber man setzte ihm Povetkin vor die Nase.“

        Leider zweimal falsch, mein Lieber. Chisora, Parker und Rivas waren meines Wissens jeweils die Main Events, PPV auf Sky Sports. Damit hat Whyte Millionen verdient. Und Povetkin wurde ihm nicht vor die Nase gesetzt, den hat er sich freiwillig herausgesucht!
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        „Gegen Ortiz hat Joshua allerdings noch nicht geboxt und man fragt sich, warum? Wenn man bedenkt, dass Ortiz ein ähnlicher Boxer ist, wie die drei bereits genannten, dafür aber wesentlich mehr Erfahrung und Skills (wie Povetkin) hat, dann könnte sich die Frage beinahe von allein beantworten.“

        Ortiz ist ein High-Risk, Low-Reward Kampf, da stimme ich dir völlig zu. Ich finde, man kann AJ für vieles kristisieren, aber für einen Fighter, der seit 2013 Profi ist, hat er beinahe alles geboxt, was es wert war. Ich denke auch, dass er den Kampf gegen Fury will, obwohl er ein ziemlicher Außenseiter in dieser Auseinandersetzung ist. Gegen Wilder und Ortiz möchte er nicht so richtig, das stimmt, aber da gab und gibt es ganz andere „Drückeberger“ unter den Champions.
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        „Bisher habe ich Joshua nur in einem Rückkampf gesehen und das war gegen Ruiz.“

        Weil das der einzige war, den er verloren hat. Er kann nicht einerseits Ortiz, Usyk, Fury, Wilder boxen wollen und andererseits jedem, der ihn irgendwann mal gut erwischt hat, einen Rückkampf gewähren. So läuft das nun mal nicht. Wenn man durch Knockout gewinnt, ist das eine klare Sache und dann kann man, wenn es ansonsten eng war, einen Rückkampf machen, muss es aber nicht. Gegen Whyte gab es eine gefährliche Runde, die zweite. Ansonsten würde ich nicht sagen, dass der Kampf eng war, AJ hätte auch nach Punkten klar gewonnen.
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        „Stattdessen hat man ihn vertröstet und anschliessend mit Povetkin konfrontiert, jetzt hat Whyte seinen Anspruch auf den Kampf verloren. Das hat nichts mitt einem fairen Gleichgewicht zu tun und das ist auch kein Einzelfall.“

        Wie gesagt, Pove war ein Kampf, den sich Whyte ausgesucht hat, nicht Hearn. Die WBC hat ihn mit seinem Herausforderungsrecht gegen Wilder hingehalten, nicht Hearn. Fury kam dazwischen mit seinem „Lineal Championship“ Gequassel und wurde von Team Wilder und der WBC für den attraktiveren Gegner als Whyte empfunden. Vielleicht hatten Haymon und Deontay auch im Hinterkopf, dass Fury vielleicht noch ein bisschen angeschlagen war durch seine Psychokrise, aber das ist reine Spekulation. Und sie haben sich definitiv verspekuliert. Ein bisschen Pech hatte Whyte da definitiv, aber andererseits auch Glück, denn denkst du ernsthaft, dass er Deospray gefährlich hätte werden können? Er hat eine löcherige Kickboxer-Deckung, steht oft falsch zum Mann und wäre zu 95 % schwer ausgeknockt worden.
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        „Kurz noch zum Doping, Joshua wurde noch nicht überführt, da stimme ich Dir zu!“

        Klar, da ist sicher viel Spekulation möglich, aber von Whyte und Ortiz weiß man halt SICHER, dass sie gedopt haben. Two wrongs don’t make a right.
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        „ … und diesen Problemen hätte sich Joshua stellen sollen und gegen Whyte auch müssen, aber Hearn hat dafür gesorgt, dass es nicht soweit kommt. Stattdessen boxte Joshua gegen Pulev, der wahrscheinlich weder gegen Whyte, Ruiz, Povetkin oder Ortiz Sonne sehen würde.“

        Pulev war Pflichtherausforderer der IBF und das ebenfalls seit zwei oder mehr Jahren. Nicht Hearn hat dafür gesorgt, das ist leider barer Unsinn. Die IBF ist extrem strikt, was ihre PV angeht, frag mal Tyson Fury! Die Verbandsrankings sind öfters mehr als strange, vor allem die der WBA. Aber dafür kann man in diesem Fall höchstens TR, den Promoter von Pulev verantwortlich machen, aber nicht deinen offensichtlichen Erzfeind Eddie 😀 Hätte AJ für einen Kampf gegen Whyte seinen IBF-Titel aufgeben sollen? Das kann man wohl kaum ernsthaft verlangen!

      • 18. Dezember 2020 at 07:22 —

        Um die Sache noch mal KURZ deutlich zu machen:

        Im Boxen dreht es sich um sehr viel Geld und immer, wenn es sich um sehr viel Geld dreht, versuchen alle Beteiligten so viel wie möglich davon in Ihren eigenen Beutel zu bekommen. Bezüglich der Menge und der Verteilung des Geldes, haben die Promoter den größten Einfluss; denn diese bestimmen, wer gegen wen kämpfen soll, welche Kämpfe lukrativ sind und welche Kämpfe tatsächlich stattfinden.

        Nun muss man nur noch hinzuziehen, dass wir im Zeitalter des Kapitalismus leben und schon erklärt sich eigentlich von selbst, was die Promoter dem zahlenden Publikum alles glaubhaft machen würden, um den möglichst großen Gewinn für eine Boxveranstaltung generieren zu können?

        Der nächste Schritt ist die Presse, welche schon lange nicht mehr frei ist, soviel sollte klar sein. Das die Presse nicht mehr frei ist hat zu bedeuten, dass sie mehr oder weniger in den Diensten des Kapitalismus steht, was ja nun spätestens seit Corona für jeden halbwegs aufgeklärten Menschen deutlich ersichtlich ist. Wenn sich nun die großen Geldmacher des Sports auf einen Wettkampf mit maximaler Gewinnrendite geeinigt haben, bedarf es nur noch der richtigen Schlagzeile. Und wenn ein solcher Kampfansage zunächst beim Publikum nicht ankommt, dann wird halt im Vorfeld ein wenig intensiver die Pressetrommel geschlagen.

        Da tauchen dann schonmal wiederholend irgendwelche Anschuldigungen oder Behauptungen auf, mit welchen man auf das Publikum Einfluss nimmt und die lukrativsten Sportler medial zu Publikumslieblingen erzieht und umgekehrt. Das ist dann der politische Teil einer Sportveranstaltung und dieser ist nicht halb so transparent, wie man im Sport eigentlich erwarten würde!

        Diese Wahrheit in der Sportwelt kann und darf man nicht einfach ausblenden und muss man ab einem bestimmten Moneylevel immer auf der Karte haben. Alles andere wäre total naiv!

        Doping ist im Leistungssport längst nicht mehr wegzudenken und aufgrund der unterschiedlichen Doping-Agenturen, die weltweit immer noch nach unterschiedlichen Kriterien arbeiten, sind diese Agenturen, ebenfalls ab einem bestimmten Moneylevel, eher zu politischen Entscheidungsträger verkommen, als zu einem Werkzeug der Fairness. Diesbezüglich muss man sich nur einmal Fragen, wie z.B. Lance Armstrong über Jahre hinweg im größten Apothekerwettbewerb den Doping -Agenturen ein Schnippchen schlagen konnte?

        Zum Schluss noch ein Wort zu Whyte:

        Es ist eher keine Frage des Könnens eines Boxers, sondern vielmehr eine Frage der Qualifikation eines Boxers, gegen wen er antritt. So hat Whyte durch KO gegen Joshua verloren. Dann hat Joshua zwischenzeitlich gegen Ruiz verloren und Whyte hat gegen Parker, Chisora, Wach und Rivas gewonnen, damit hat er sich, und das hat Hearn auch öffentlich verlautbaren lassen, wieder einen WM-Kampf verdient. Dabei spieilt es keine Rolle, ob Whyte gut oder schlecht ist!

        Diesen Kampf hat Whyte aber nicht bekommen und er wird ihn auch nicht bekommen und das nur aus Gründen, die ich weiter oben beschrieben habe. Geld! Dabei ist selbstverständlich klar, dass es Whyte bei Hearn sicherlich finanziell besser ging, als bei irgendwelchen drittklassigen Promotern, da stimme ich Dir voll und ganz zu!

        Und was Whyte und Povetkin betrifft, muss klar sein, dass sich Whyte niemals Povetkin ausgesucht hat. Ihm wurde Povetkin nicht aufgezwungen, aber angeboten. Und aus sportlicher Sicht war das auch nicht falsch, denn Povetkin, sah ähnlich wie Whyte, gegen Joshua gar nicht so schlecht aus und beide hatten sogar ihre Chancen, Joshua zu finnishen, welche sie aber nicht nutzen konnten. Keineswegs war ihnen aber Joshua so überlegen, als dass ein Rückkampf aus sportlicher Sicht nicht lohnenswert gewesen wäre. Lediglich aus finanzieller Sicht, stellte ein Rückkampf für Joshua bzw. für dessen Promoter ein zu großes Risiko dar.

        Den Status eines sportlich relevanten Rückkampfes gegen Joshua hatte Whyte schon nach seinem Sieg gegen Parker, aber es war nicht Whyte, der sich danach noch Chisora und Rivas aussuchte. Whyte wollte nach Parker gegen Joshua ran!

        Bei all dem Geld, was im Boxen fließt, ist es kein Wunder, dass die Fairness auf der Strecke bleibt, nicht immer, aber immer mehr. Der Sachse erwähnte diesbezüglich die Formel 1 und dort ist es beinahe genauso. Klar, die Formel 1 zählt ja auch zum finanziellen Luxusgut in der Sportwelt!

        Nicht alle Wettkämpfe sind gekauft und/oder manipuliert, aber einfach so davon auszugehen, dass Wettkämpfe nicht gekauft oder manipuliert sind, verbietet sich schon allein wegen der ganzen Wettanbieter, welche Milliarden umsetzen!

        • 18. Dezember 2020 at 08:22 —

          „Es ist eher keine Frage des Könnens eines Boxers, sondern vielmehr eine Frage der Qualifikation eines Boxers, gegen wen er antritt. So hat Whyte durch KO gegen Joshua verloren. Dann hat Joshua zwischenzeitlich gegen Ruiz verloren und Whyte hat gegen Parker, Chisora, Wach und Rivas gewonnen, damit hat er sich, und das hat Hearn auch öffentlich verlautbaren lassen, wieder einen WM-Kampf verdient. Dabei spieilt es keine Rolle, ob Whyte gut oder schlecht ist!“

          Entschuldigung, Digger & guten Morgen, aber auch wenn du generell mit dem Einfluss des Geldes auf die Ware Sport sicherlich nicht komplett falsch liegst, kannst du dennoch gewisse Details nicht einfach so darstellen, wie du es tust.

          Ruiz war ein kurzfristig eingesprungener Gegner für Jarrell Miller, dem Cardarine und EPO nachgewiesen worden war. AJ hatte eine Rückkampfklausel, die Whyte vier Jahre zuvor nicht hatte. Damals waren weder Dillian noch AJ Champions, sie waren beide Contender. Whyte vs. AJ war ein Matchroom-interner Eliminator, bei dem in den Augen vieler Whyte der Favorit war, da er mehrere Jahre zuvor AJ als Amateur geschlagen hatte. Als AJ dann gegen Ruiz KO ging, war Whyte, spätestens nach seinem Sieg gegen Lucas Browne imo, Pflichtherausforderer der WBC! Er ist die WBC-Schiene gefahren, der einzige Verband, in dem AJ keinen Titel besaß! Whyte hatte sich also absolut überhaupt keinen Kampf gegen AJ verdient, weil er gegen WILDER antreten wollte.
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          „Diesen Kampf hat Whyte aber nicht bekommen und er wird ihn auch nicht bekommen und das nur aus Gründen, die ich weiter oben beschrieben habe. Geld!“

          Nein, nicht Geld war der Grund – er ist bei der WBC gerankt. Und das war doch nicht dumm oder nur geldgierig, sondern äußerst schlau von Hearn, Whyte auf der Schiene zu fahren, wo AJ nicht WM ist, denn hätte Dillian es geschafft, in einer PH Wilder zu besiegen, wäre AJ vs. Whyte heute das, was Fury gegen AJ ist. Nicht Povetkin ist Whyte dazwischengekommen, sondern Fury, wie ich es oben dargestellt habe. Da fing die Leidenszeit des Dillian Whyte an, als PH hatte er keine Chance, an einen Kampf gegen Wilder heranzukommen und wurde ein Opfer der Verbandspollitik – sehr zum Ärger von Eddie Hearn. Danach hatten sich Shelley Finkel, Hearn, Wilder und AJ um eine TV aller Verbände ca. ein halbes Jahr bemüht, aber noch nicht einigen können – da gibt es natürlich dann eine Menge Versionen, wer daran Schuld gewesen war. Jedenfalls einigte man sich darauf, dass AJ erstmal in USA sein Debut gegen einen US-Fighter, nämlich Miller, geben sollte, um eine größere US-Fanbase zu schaffen. Der Rest in dann Geschichte.

          Meinst du denn im Ernst, Hearn hätte sich gegen einen Kampf Whyte gegen Wilder gewehrt? Sorry, das ist kompletter Blödsinn. Finkel und Hearn konnten sich nicht einigen, Arum und Warren funkten dazwischen, Fury bekam Wilder. Hätte damals Wilder gewonnen, wäre das ja durchaus auch im Sinne eines finanziellen Aufbaus von AJ gegen Wilder gewesen. Aber hier hat die Boxgeschichte sozusagen zweimal die Pointe verkackt. Whyte hätte dabei auch keine Rolle gespielt, wenn er von der PBC oder sonstwo promoted gewesen wäre.

          Ein Boxer kann eben immer nur ein Kampf auf einmal machen. Wilder war damals für AJ die größte Herausforderung, heute ist es Fury. Nicht Pove, nicht Ortiz, nicht Usyk und erst recht nicht Whyte. AJ hat dabei schon gesagt, dass er seinen WBO-Titel nicht aufgibt, sondern im Falle eines Falles lieber zuerst gegen Usyk verteidigt, bevor es gegen Fury geht. Das ist doch prima von Hearn und AJ, oder, auch wenn Hearn natürlich in jedem Falle profitiert, aber auch Usyk hat sich seinen Titelanspruch doch verdient als unified CW-Champ.

          Und wie viele behaupten, AJ habe Angst vor dem Ukrainer und keine Chance gegen ihn? Eben, man muss auch mal ein bisschen positiv denken. Usyk ist deutlich besser als Whyte und ihn gegen AJ würde ich tausendmal lieber sehen als eine neue Auflage AJ gegen Whyte.

          Allen ein schönes Wochenende und tolle Fights bei GGG vs. Szeremeta und vor allem Canelo vs. Smith!

        • 18. Dezember 2020 at 10:48 —

          Whyte hatte sich also absolut überhaupt keinen Kampf gegen AJ verdient, weil er gegen WILDER antreten wollte.

          ———-

          Das mag sein, aber meines Erachtens war das erst nachdem für Whyte die Chance auf Joshua geplatzt war. Ich muss aber gestehen, dass ich diesbezüglich nicht auf dem informiertesten Stand bin, daher bin ich auch immer sehr daran interessiert, von anderen Deiner Klasse zusätzlichen Input zu bekommen.

          Deine Erklärungen sind generell schlüssig und ich will auch gar nicht abstreiten, dass sie im Falle von Whyte/Joshua vielleicht auch ganz genau so abgelaufen sind, wie Du es beschrieben hast, aber die ganze Champion-, Contender-, Verband-, Promotoranwendungen, die Du in Deinem Beitrag erwähnst, wurden in der Vergangenheit schon so oft umgemodelt, dass dabei locker auch ein Rückkampf für Whyte gegen Joshua hätte rausspringen können.

          Ich nehme da gerne Fury als Beispiel, denn der war eigentlich weg vom Fenster. Medial und auch sportlich. Er hatte den Bogen deutlich überspannt, fiel mit Doping auf und erfüllte nicht die politisch korrekte Umgangsformen. Allerdings stieg sein Marktwert mit dem Sieg gegen Klitschko, und weil Fury bis heute ungeschlagen ist, und weil Fury wie Joshua ein Engländer ist, ins fast unermessliche.

          Der Rest war dann nur noch ein Kinderspiel. Es brauchte einen Promoter, der die Millionen wittert und Furys angeknacksten und doch auch verzerrten Ruf wiederherstellte. So brauchte Fury nach seiner Ringabstinenz eigentlich gar nichts dafür zu tun, um einen Kampf gegen Wilder zu bekommen.

          Gegen AJ hätte er den Fight nicht bekommen. Auch dann nicht, wenn AJ gegen Ruiz 1 gewonnen hätte. Der Grund dafür lag bei Hearn, der seine Cash-Cow beschützen wollte und daher auch für Fury vs. Wilder plädierte. Und schon waren sich die Promoter einig und die Begegnungen wurden in Stein gemeißelt.

          Klar war von Anfang an, dass Fury, der nach seinem Sieg gegen Klitschko auch in England sehr viel Federn gelassen hat, in England nur einen Bruchteil von dem hätte einspielen können, was er einspielen kann, wenn sein Ruf wieder regeneriert ist. Und jetzt bzw. schon ganz schnell nach seinem Unentschieden und seinem Sieg gegen Wilder, ist der „depressive, drogenabhängige und völlig zerstörte“ Fury in der größten Gewichtsklasse das NonPlusUltra.

          Schaue ich aber n seinen Kampfrekord, sehe ich dort eigentlich nur Klitschko und Wilder, wobei letzterer weniger als wirklich guter Boxer gilt. Dann sehe ich noch 21 KO-Siege in 31 Kämpfen. Das Einzige was Fury in diesen Kämpfen wirklich vollbracht hat, ist, dass er ungeschlagen ist. Und jetzt, bei nur 31 Kämpfen?

          Ich sehe da eigentlich nichts statistisches, was Fury bis zu seinem Kampf gegen Wilder geleistet haben soll, was ihn in so schnell in die Position eines WM-Kampfes gebracht hat. Nichts, außer einem wirklich hohen Marktwert!

          Das änderte sich freilich mit den beiden Wilder kämpfen, nachdem Wilder der einzig war, der Ortiz eine bzw. sogar Chance gegeben hat. Damit hat sich Wilder in der Boxwelt erst so richtig einen Namen verpasst, denn bis dahin galt er als völlig überhypt und jeder der gegen Wilder kämpfte, riskierte die Demontage seiner Boxreputation.

          Fury hatte zu diesem Zeitpunkt nichts zu verlieren und als überdurchschnittlich selbstbewustser “Egomane” war es für ihn nur logisch, diesen Kampf anzunehmen.

  5. 17. Dezember 2020 at 12:42 —

    Wythe ist wirklich die ärmste sau im boxzirkus. eigentlich sollte fury gegen ihn boxen aber der wird wohl eher gegen joshua boxen oder doch nochmal gegen wilder.
    wilder – whyte wäre vielleicht das beste und der siege darf gegen den wbc champ.

  6. 17. Dezember 2020 at 13:38 —

    Naja so scheiße ist Dillian gar nicht. Er hat bis jetzt gegen Gute Gegner geboxt auch geschlagen. Außerdem hatte er keine Amateur Karriere als Boxer und trotzdem hat<er sich gut entwickelt.
    Damals gegen Joshua war er auch verletzt an seiner Schulter und hat den Kampf trotzdem nicht abgesagt. Was eigentlich sehr dumm war.
    danach wurde er ja Operiert und musste ne Pause machen .

    Meine Meinung ist , er wird Povetkin beim 2 Kampf besiegen.
    Aber ich wünsche mir das Povetkin gewinnt.

  7. 17. Dezember 2020 at 13:40 —

    Ich bin eher gespannt gegen wenn Dillian als nächstes kämpft .
    Es wird bestimmt einen 3 Kampf gegen Dereck Chisora geben.
    Luis Ortiz Ruiz werden wohl nicht zu stimmen.

    Sie werden wieder meckern , dass Sie viel zu wenig Cash bekommen.

    • 17. Dezember 2020 at 14:39 —

      @ Puma – Wann hat Ortiz schonmal einen Kampf wegen zu wenig Cash abgelehnt?

      Aber es ergibt definitiv keinen Sinn (businessmäßig) für Dillian, gegen Ortiz zu kämpfen. Er würde ziemlich wahrscheinlich verlieren und dann könnte er seinen Traum eines WM-Kampfes vergessen. Okay, gegen Chisora oder auch Joyce wäre es wenigstens ein Payday, da britische Fans beider jeweiligen Boxer für fette Umsatzbeteiligungen an den PPV-Einnahmen sorgen würden. Gegen Joyce um einen neuen Eliminator bei der WBO, um dann den Sieger aus Usyk vs. den Sieger aus AJ/Fury oder direkt Usyk vs. AJ herausfordern zu dürfen, hätte sogar noch einen sportlichen Wert. Aber auch da hieße mein klarer Favorit Joe „Juggernaut“ Joyce.

      Whyte soll einfach für eine Weile die Sabbel halten und sich auf seinen Kampf gegen Pove konzentrieren. Das wird schwer genug für ihn.

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