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Porno vs Boxen – Boxen vs Porno ?

Bilder (Carey): Dailystar

Staylo Reile: Privat

Es ist schon manchmal recht seltsam, was so alles möglich ist und den Fans des gepflegten Faustkampfes gelegentlich über den Weg läuft. Links und rechts am Rande des Boxsports kommt es immer wieder mal zu „Erscheinungen“, die mehr oder minder Beachtung finden. Diesmal ist es eine Ex-Pornodarstellerin, die mit ihren zarten 39 Jahren den Boxsport für sich entdeckt haben will.

In diesen Zeiten, wo Boxerinnen für den Playboy blank ziehen oder Ex-Weltmeister offenbar ihr finanzielles Heil im RTL- Dschungelcamp suchen, scheint ja nichts unmöglich genug zu sein. Wenn beispielsweise ein Top-Boxmanager wie Eddie Hearn bei einer Veranstaltung solche Youtuber – Typen wie „KSI“ und „Logan Paul“ gegeneinander kämpfen lässt, dann scheint das dem Zeitgeschmack zu entsprechen. Auch wenn es nur wenig boxerischen Wert hat und mehr ein Spektakel ist: die Zuschauer wollen das scheinbar sehen und die damit erzielten Quoten sprechen für sich

Warum sollte also nicht auch eine Ex-Pornoakteurin versuchen, ein paar Dollar mit dem Boxsport zu machen? Die Rede ist von Mary Carey. Die werte Dame heißt mit Geburtsnamen Mary Ellen Cook und kommt aus Cleveland / Ohio. Dass sie in reichlich ungeordneten Verhältnissen aufwuchs und ihr Geld bereits sehr frühzeitig als Stripperin verdiente, sei nur am Rande erwähnt. Auch ihre Tätigkeit als Pornodarstellerin ist letztendlich nichts Herausragendes. Bekannt wurde sie erst, als sie 2003 in Kalifornien bei den Gouverneurswahlen gegen Arnold Schwarzenegger antrat. Immerhin belegte sie mit etwas über 10 000 Stimmen bei dieser Wahl Rang 10 von 135 Kandidaten, die Gouverneur werden wollten. Seit 2006 klagt die amerikanische Sängerin Mariah Carey wegen der Verwendung des ähnlich klingenden Künstlernamens gegen sie. Offenbar sieht die Sängerin ihren guten Ruf beschädigt, wenn ein Nacktmodel einen fast identischen Namen trägt. Die Frage, wer da am Ende wem mehr schaden kann, steht sicher auf einem anderen Blatt.

Laut einem Internetartikel vom britischen „Dailystar“ will Mary Carey demnächst in Miami / Florida in den Boxring steigen. Ort des Geschehens soll ein Strip-Club sein. Angeblich hat Mary Carey einen Vertrag mit Damon Feldman geschlossen, der sie als Profiboxerin vermarkten will. Feldman war früher selbst Boxer und ein mehr schlecht als recht erfolgreicher Promoter. Er machte zuletzt 2017 von sich reden, als er den Amerikaner George Zimmerman unter Vertrag nehmen wollte, der 2012 einen schwarzen Jugendlichen als angeblichen Einbrecher erschossen hatte, dafür aber nicht verurteilt wurde. Als Gegner meldeten sich binnen weniger Stunden 15 000 Männer an, die Zimmerman im Ring den Garaus machen wollten. Letztendlich wurde dieser Kampf wegen der zu erwartenden Rassenspannungen untersagt.

Wann genau und gegen wen Mary Carey kämpfen wird, ist nicht genannt worden. Bisher ist nur der Veranstaltungsort „The Booby Trap Club“ in Miami bekannt. Es handelt sich dabei um ein Nachtlokal, dessen Betreiber mit Tabledance, Striptease und der Übertragung von Sportevents die Gäste rund um die Uhr unterhalten. Welchen sportlichen Wert das Ganze hat, kann man sich an den Fingern einer Hand abzählen.

Dass Sport und Erotik für die Beteiligten teilweise eine recht fruchtbare Wechselbeziehung haben, ist weitgehend bekannt. Schon deutsche Boxerinnen wie Regina Halmich oder die Kickboxerin Christine Theiss ließen für den Playboy die Hüllen fallen. Auch die gebürtige Kasachin Natascha Ragosina zeigte sich nackt und erregte damit womöglich mehr Aufsehen, als mit ihren Boxkämpfen gegen schwache Gegnerschaft. Die Amerikanerin Mia St. John war 1999 die erste Boxerin, die sich für den Playboy ablichten ließ. Die mittlerweile 53-jährige stand zuletzt 2016 im Ring. Sie sammelte mit ihren Aktionen einige Millionen Dollar für wohltätige Zwecke ein.

Manchen Boxerinnen, wie Stacy „Stay-lo“ Reile scheint dagegen nichts Besseres zum Geld verdienen einzufallen, als ihren Body zu vermarkten. „Stay-Lo“ wurde in Deutschland durch ihre Kämpfe gegen Ina Menzer und Elina Tissen bekannt. Sie offeriert ganz offen auf Facebook ihr Angebot, sich gegen Bezahlung von 20 Dollar pro Monat auf einer speziellen Internetseite „Only for Fans“ zu präsentieren.

Die große Frage ist allerdings, ob diese Wechselbeziehung zwischen Porno / Erotik und Boxsport zum Vor- oder Nachteil für das Frauenboxen wirkt. Einerseits werden dabei Klischees bedient, die das Frauenboxen abwerten. Andererseits wird mit keiner anderen Branche wie mit Erotik mehr Aufmerksamkeit erregt. Letztendlich ist es eine Entscheidung jedes einzelnen Zuschauers, was ihm gefällt und was nicht.

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21 Kommentare

  1. 23. Januar 2020 at 08:06 —

    man bekommt in der Regel im Leben genau das wonach man schreit. Die meisten wissen nur nicht was sie wollen und können Konsequenzen nicht absehen.
    Wenn sie also alle nach Hoppelhäschen, Vollpfosten, Witzfiguren und Gummimöpsen schreien, dann besänftigt man den Pöbel mit diesem Scheiß.

    • 23. Januar 2020 at 09:20 —

      Und Du glaubst wirklich, dass es so rum stattgefunden hat? Der Pöbel soll nach Hoppelhäschen, Vollpfosten, Witzfiguren und Gummimöpsen geschrien haben und erst dann hat man ihm diesen Scheiß auch gegeben, um ihn zu besänftigen?

      • 23. Januar 2020 at 09:21 —

        ja.

      • 23. Januar 2020 at 09:27 —

        das Wesentliche ist einfach, sagte schon einst Krishnamurti.
        Wenn sie alle Formella ausgebuht hätten für seinen Kampfstil, anstatt zu jubeln, glaubst er hätte einen weiteren Auftritt im Fernsehen bekommen?
        Also: Da sie ihm zugejubelt haben, bekommen sie ihr Hoppelhäschen.
        Daran ist nichts kompliziert.

      • 23. Januar 2020 at 09:36 —

        Auch wenn Du es glaubst, so war es doch anders herum.

        Die selbsternannte Elite brachte dem Pöbel Hoppelhäschen, Vollpfosten, Witzfiguren und Gummimöpsen, um das Volk gegeneinander aufzubringen. Nicht um es zu besänftigen!

        Der Pöbel hat es angenommen, ja, aber nicht weil er danach verlangte!

        • 23. Januar 2020 at 09:56 —

          Panem et circenses
          Das Volk bekommt das wonach es schreit, damit es ruhig bleibt…
          und die selbsternannte Elite muss nur genau hinhören. Das ist ein Reagieren.
          Du hast Recht….ich glaube es nicht.

          • 23. Januar 2020 at 13:07

            Vielleicht wäre an dieser Stelle die Lektüre über Niccolò Machiavelli etwas angebrachter als die von Krishnamurti, da die heutige mitteleuropäische politische Kultur maßgbelich duch Machiavelli geprägt wurde und nicht durch Krishnamurti. Daher finden sich in Machiavellis Werken auch wesentlich mehr Bezüge dazu, wie die selbsternannte (Finanz)Elite ihre Macht erst in Europa und dann global ausweitete!

            Das Volk mit Lügen, Brot und Spielen (Hoppelhäschen, Vollpfosten, Witzfiguren und Gummimöpsen) zu manipulieren, entspringt zwar nicht seinem Gedankengut, aber Machiavelli hat es dennoch sehr umfassend erörtert!

          • 23. Januar 2020 at 13:22

            ich glaube darüber könnten wir ewig reden und für mich gibt es da auch kein “prägen”, denn der Mensch hat sich im Grunde überhaupt nicht verändert, nur ein paar Ängste sind vielleicht hinzugekommen.
            Es gibt Ängste, die haben wir alle und dann ein paar ganz individuelle.
            Du willst dein Gegenüber manipulieren? Kenne seine Ängste.
            Das Wesentliche ist und bleibt einfach. Ändert sich für mich nichts.

          • 23. Januar 2020 at 13:34

            Eben, auch Angst ist neben Brot und Spielen ein wesentlicher Manipulationsfaktor, der dem Volk aufgezwungen wurde, um es leichter unterdrücken und ausbeuten zu können. Aber ebenfalls nichts, wonach das Volk geschrien hätte!

          • 23. Januar 2020 at 13:48

            jetzt erkenne ich deinen Gedankenfehler. Du gehst davon aus, dass jedem Menschen ein klarer Gedanke seinem seinem Handeln und Gerede vorausgeht, so nach dem Motto: “Ich will ein Hoppelhäschen im Ring sehen!”
            Die meisten Menschen sind randvoll mit Angst und einem massiven Minderwertigkeitsgefühl, dass kompensiert werden muss. Sie fühlen sich klein ohne das es ihnen bewusst ist.
            Also fühlen sie sich wohl dabei, wenn sie dabei zusehen wie ein Hoppelhäschen gegen ein körperlich überlegenden Mann gewinnt.
            Dadurch fühlen sie sich nicht mehr ganz so klein. und ganz genau so ist es, wenn sie irgendwelche Idioten im Fernsehen sehen, wo sie mit dem Finger auf ihn zeigen können. Sie sind dann nicht mehr ganz so klein. Man gibt ihnen ein anderes Ziel.
            Naja. du willst es detailierter machen als es sein muss.
            für mich bleibt das WESENTLICHE einfach. 😉

          • 23. Januar 2020 at 14:11

            Wenn man einer Problematik auf den Grund geht oder eine solche beschreibt oder gar eine Problematik lösen möchte, ist es unabdinglich, die Ursachen der Problematik zu kennen. Die Ursache des Verfalls des Menschen besteht aber nicht darin, das er nach Ängsten, Brot oder Spielen geschrien hätte. Die Ursache besteht viel mehr darin, das dem Volk Ängste, Brot und Spiele aufgezwungen und sie davon abhängig gemacht wurden!

            Das ist wesentlich und nicht detailiert!

            Wie sagte Einstein einst so schön:

            “Die Menschheit wird nicht bedroht von Menschen, die Böses tun, sondern von Menschen, die Böses zulassen.”

            Und der Mensch lässt nur Böses zu, weil er genau dahingehend manipuliert wurde. So denkt heute eigentlich fast jeder, dass man am Schicksal der Menschheit nichts ändern könnte, was aber freilich nur ein Fake ist, von dem nur ganz, ganz wenige Menschen profitieren!

          • 23. Januar 2020 at 14:21

            😀 Das ist das falsche Forum dafür.
            Für mich stehst du auf der anderen Seite des Spiegels, guckst aber zum selben Punkt.

  2. 23. Januar 2020 at 12:20 —

    Vorab: ich denke allen ist klar, dass das Boxdebut der Dame wohl keine Meldung wert ist.. Trotzdem wird ein Artikel drüber geschrieben. Also kann man sich ja nicht davon freisprechen, auch hier mit der Vergangenheit zumindest Klicks zu ziehen?!

    Ich für meinen Teil würde erst den sportlichen Teil abwarten! Sollte die Dame eine Clownsnummer sein, kann man immer noch drüber lachen.
    Nur weil jemand in der Vergangenheit dieses oder jenes gemacht hat, sollte man sich mit seinem Urteil doch zurückhalten bis halt Leistung kam oder nicht.. Sibel Kekilli hat auch Pornos gedreht und ist eine gute Schauspielerin. Hätte jeder sie auf Ihre Vergangenheit reduziert, von wegen: “was will die beim Film? Wieso traut die sich das überhaupt??”

    Finde auch die Kritik an der Location nicht gut. Auf St. Pauli wird auch geboxt. Das soll dann “Kult” sein. Ich persönlich habe mal einen Kampf in nem Billiard Laden gehabt. Die Umkleide der roten Ecke war der Heizungsraum, auf den abgedeckten Billiardtischen saßen, standen nachher die Leute. War trotzdem super.

    Von daher abwarten.. danach kann man immernoch drüber lachen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass die werte Dame das ernst meint. Wird dann eher so Gina Wild vs Doro Pesch Promiboxen Niveau.

    • 24. Januar 2020 at 01:26 —

      Es geht nicht darum, sich über die Dame lustig zu machen. Eher darum, ob die Wechselbeziehung zwischen Erotik und Boxen dem Frauenboxen dienlich ist oder eher nur die vorurteiligen Klischees bedient.

      • 24. Januar 2020 at 08:06 —

        Klischees gibt es nicht ohne Grund und die Frauen haben es nicht leicht in dieser Welt. Sie nutzen das was sie haben.
        Jetzt dürfen sie wählen und arbeiten und machen ZUSÄTZLICH noch die Wohnung sauber und kochen.
        ich glaube, dass es weder dienlich noch abträglich ist. Manche Dinge werden sich nur sehr langsam oder gar nicht ändern.
        Manche Männer wissen/wussten es nicht zu schätzen, wenn eine Frau den Haushalt führt, dass es immer sauber ist, ein feines Happi-Pappi auf einen wartet und die Haushaltskasse immer stimmt. Das ist im Grunde ein Manager-Job. und sowas kommt dann am Ende bei rum.

        Habe noch die Sprüche von meinem Vater in den Ohren:
        “ICH verdiene hier das Geld.”
        schon alles traurig.

        • 24. Januar 2020 at 08:22 —

          Die aufgesetzte und wirtschaftlich erzwungene “Emanzipation der Frau”, welche man uns schon seit Jahrzehnten als Bedürniss der Frau verkauft, dient ausschliesslich dem gleichen Zweck, wie auch das Projekt “Greta”:

          “Das proklamierte Hauptziel ad Absurdum zu führen.”

          • 24. Januar 2020 at 08:52

            ich weiß ja nicht, was du immer alles so liest. Ziehst du auch mal einfache Lösungen in Betracht oder denkst du grundsätzlich an Zebras, wenn du Hufgetrappel hörst?

          • 24. Januar 2020 at 09:08

            Dir ist wohl Feststellung, dass die aufgesetzte und wirtschaftlich erzwungene “Emanzipation der Frau”, welche man uns schon seit Jahrzehnten als Bedürniss der Frau verkauft, ausschliesslich dazu dient, die Emanzipation ad Absurdum zu führen, wohl zu kompliziert.

            Ich hatte gehofft, dass Beispiel mit dem Projekt “Greta” würde es etwas besser verdeutlichen, wie sich die Konsumenten der Mainstreammedien dazu benutzen lassen, die Ziele der Finanzelite entgegen der Ziele des Volkes durchzusetzen!

            Finanzkapitalistsiche Akkumulation ist doch nur dann kompliziert, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht!

          • 24. Januar 2020 at 09:15

            ..und dabei gehst davon aus, dass das Beispiel Greta hier angebracht ist.
            Ich rede genau von dieser Art zu denken! Ich sage nicht, dass ich immer Recht damit habe, aber mal so grundsätzlich auch eine einfache Sichtweise zulassen….
            Manchmal gehört das Getrappel eben zu Pferden.
            Wenn du so bist, wie ich denke (wie ein alter Freund von mir ist), dann wirst du dich in Verschwörungstheorien verlieren, eine Stimmung haben, die immer mehr in Wut abdriftet und abgehen wie ein Zäpfchen, wenn man diese Theorien in einer Bierrunde nicht teilt.

          • 24. Januar 2020 at 09:22

            Dann bin wohl nicht so, wie ein alter Freund von Dir ist; denn ich hab’s nicht so mit Verschwörungstheorien. Ich befasse mich lieber mit der Realität und deren Auswirkungen!

        • 24. Januar 2020 at 08:40 —

          und vielleicht ist diese werte Dame nichts weiter als eine morderne Version von einer, die damals im alten Paris den “Cancan” getanzt hat

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