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Pongsaklek Wonjongkam verteidigt Titel mit dominanter Vorstellung

Am Freitagnachmittag feierte Fliegengewichtsweltmeister Pongsaklek Wonjongkam seinen einundachtzigsten Profisieg in seiner insgesamt zwanzigsten Titelverteidigung des WBC- und linearen Titels. Der Thailänder dominierte vor heimischem Publikum seinen sieben Jahre jüngeren japanischen Herausforderer Takuya Kogawa und schlug ihn souverän nach 12 Runden nach Punkten.

Kogawa, dessen bisher bester Sieg 2009 gegen den ehemaligen Titelherausforderer Xiong Zhao Zhong gekommen war, zeigte viel Herz und Willen während des Kampfes, spielte aber im Endeffekt nicht in der selben Liga wie der Titelverteidiger und war Wonjongkam in beinahe allen Belangen klar unterlegen. Obwohl über den für Fliegengewichtler uralten Wonjongkam, der demnächst 34 Jahre alt wird und bereits 85 Profikämpfe auf dem Buckel hat, immer wieder spekuliert wird, dass er dem Alter in seinem nächsten Kampf Tribut zollen müsse, war heute wenig davon zu merken, dass der Thailänder sich rapide dem Ende seiner großartigen Karriere nähert. Zwar spielte er gegen Kogawa auch immer wieder seine Routine und Erfahrung aus, doch er zeigte auch immer noch sehr schnelle Hände und ein perfektes Timing.

Der größte Unterschied im Kampf war die Präzision der beiden Boxer. Während Takuya Kogawa deutlich aktiver war als Pongsaklek Wonjongkam, traf er deutlich weniger. Der Japaner zeigte vor allem in den hinteren Runden, als er schon merklich müde wurde, fehlendes Distanzgefühl, als viele seiner Schläge einfach zu kurz angesetzt waren um überhaupt treffen zu können. Zudem fing Wonjongkam viele der besseren Schläge mit seiner Deckung ab und sorgte somit für eine niedrige Trefferquote beim Herausforderer.

Der Titelverteidiger hingegen agierte weitaus ökonomischer. Er wartete auf Fehler des Japaners und bestrafte diese mit präzisen Kontern. Zudem hatte er immer wieder Erfolg mit seiner Lieblingskombination aus rechtem Jab und Overhand Left. Fast hatte es den Anschein, als dass er das Tempo gar nicht richtig anzog, da er den Japaner des Öfteren während des Kampfes, zum ersten Male in der zweiten Runde, gut durchschütteln konnte, ohne dass er daraufhin emphatisch nachsetzte.

Zudem fand sich Kogawa in den ersten Runden gleich zweimal auf dem Ringboden wieder, doch obwohl beide Male auch Treffer von Wonjongkam mit dabei waren, entschied der Ringrichter jeweils auf Ausrutscher.

Kogawa trug jedoch durchaus seinen Teil zu einem unterhaltsamen Kampf bei. Er schlug viel, wenn auch unpräzise, und zeigte sich äußerst kampfwillig. Die harten Konter des Weltmeisters nahm er stets gut, nur um daraufhin mit mehr Schlägen zurückzukommen. Zudem riss er jedes Mal, wenn er etwas angeschlagen war, beide Fäuste in die Luft, als wolle er signalisieren, dass er bereit wäre weiter zu fighten.

Jedoch blieb es schwer ihm Runden zu geben. Wonjongkam landete eindeutig die besseren und härteren Treffer und nach acht Runden hatte der Japaner höchstens die erste und siebte Runde eng gestalten können. Somit war es keine große Überraschung, dass die Punktrichter im beim WBC üblichen Open Scoring den Thailänder mit 79-73, 78-74 und 78-74 vorne sahen.

In der Folge wurde Takuya Kogawa nur noch wilder und unkontrollierter in seinen Schlägen. Immer wieder versuchte er sich in Kombinationen, die auch aufgrund seiner größer werdenden Müdigkeit nun amateurhaft aussahen. Wonjongkam wartete diese weiterhin geduldig ab um im richtigen Moment seine Konter zu setzen.

Der Sieg Wonjongkams war kaum mehr abzuwenden, und der Thailänder schien sich auch mit einem Kampf über die volle Distanz zufrieden zu geben. In der zwölften und letzten Runde ließ er seinen Gegner noch einmal angeschlagen durch den Ring taumeln, als er Kogawa nach einer weiteren wilden Kombination mit einem brillanten rechten Haken abkonterte, nach dem er sich direkt unter dem Rest von Kogawas Kombination wegduckte. Jedoch setzte Pongsaklek überhaupt nicht nach, und so konnte sich der Japaner über die Runde und damit zum Kampfende retten, was er sich auch verdient hatte.

Die Punktrichter sahen es enger als es eigentlich war, und gaben dem Titelverteidiger den Sieg mit einem Urteil von 118-110, 117-111 und 116-112. Für Pongsaklek Wonjongkam war es bereits der vierte Kampf dieses Jahr, doch erst die erste Titelverteidigung, da die anderen drei gegen leichte Gegner waren um Ringrost zu vermeiden. Der nächste Kampf könnte bereits gegen den Pflichtherausforderer und Ex-Weltmeister Edgar Sosa kommen, sollte dieser dieses Wochenende in Mexiko gegen Julio Paz erfolgreich bleiben.

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3 Kommentare

  1. MainEvent
    1. Juli 2011 at 12:54 —

    Gut gemacht!!!

  2. Ahmet
    1. Juli 2011 at 14:12 —

    Mich würde es vielmehr interessieren, wie man seinen Namen ausspricht.

  3. Ferenc H
    1. Juli 2011 at 15:02 —

    Giovanni Segura ist ins Fliegengewicht aufgestiegen also könnte Pongsaklek ja auch gegen ihn ran

    @Ahmet sprech den Namen einfach so aus wie er sich liest muss halt ein wenig üben 😉

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