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Pawel Wolak muss zu Boden aber siegt durch umstrittenen Abbruch

Pawel Wolak, aufstrebender Halbmittelgewichtler aus den USA mit polnischer Herkunft, konnte am Samstagabend in Kalifornien einen Sieg über den kurzfristigen Ersatzgegner Jose Pinzon feiern. Pinzon ersetzte Julio Cesar Chavez Jr., der eigentlich gegen Wolak bei dessen erstem Kampf im Mittelgewicht hätte antreten sollen. Wolak stoppte Pinzon in sieben Runden, musste aber selber zu Boden und profitierte von einem Abbruch, der bei den Zuschauern nicht gut ankam.

Der Rhythmus des Kampfes war schnell etabliert: Wolak versuchte als deutlich kleinerer Boxer in den Infight zu kommen und marschierte dementsprechend vorwärts, während Pinzon im Rückwärtsgang versuchte den ganzen Ring zu nutzen und sich Wolak auf Distanz zu halten. Und Pinzon hatte durchaus Erfolg damit und boxte Wolak in der ersten Runde aus. Zwar kam der 29-Jährige recht häufig nahe an den Mann, doch fraß er dabei einige Treffer auf dem Weg herein. Vor allem die Aufwärtshaken, die Pinzon immer wieder schlug, fanden regelmäßig ihr Ziel durch Wolaks löchrige Deckung. Dieser wühlte wild, wenn er Pinzon stellen konnte, zu Körper und Kopf, konnte aber anfangs keine so deutlichen Treffer setzen wie der Mexikaner.

Wolak hielt sich gar nicht damit auf sich mit dem Jab seinen Weg in die Halbdistanz zu bahnen und bezahlte dafür früh in der zweiten Runde. Stumpf nach vorne gehend, kassierte er einen bösen linken Haken von Pinzon, der zuvor mit einem rechten Aufwärtshaken sein Ziel noch knapp verfehlt hatte. Wolak ging deutlich angeschlagen zu Boden, fand aber schnell wieder auf die Beine. Pinzon, der als deutlicher Außenseiter in den Kampf gegangen war, roch nun seine Chance auf die Überraschung und setzte nach, da noch volle zwei Minuten in der Runde zu gehen waren. Er ging nun selbst in die Offensive und verprügelte Wolak, der keine Defensive hatte, böse. Doch Wolak hielt sich auf den Beinen und Pinzon hatte schließlich zu viel Energie vergeudet um den Abbruch noch zu erzwingen, so dass Wolak etwa eine halbe Minute vor Ende der Runde wieder klarer wurde und zurück in den Kampf fand.

Das Schlimmste hatte Wolak nun überstanden und übernahm von nun an die Kontrolle. Pinzon war müde von der Energieleistung in der zweiten Runde, während Wolak frischer schien, obwohl er derjenige war, der in der vorherigen Runde kurz davor gewesen war gestoppt zu werden. Pinzon bewegte sich nun weniger, und Wolak hatte es deshalb leichter ihn im Infight zu stellen. Dort setzten sich Wolaks körperliche Stärke, seine Workrate und seine Schlagkraft klar durch und leiteten die Wende ein.

Besonders kurze rechte Geraden fanden immer wieder ihr Ziel in den nächsten Runden, die Wolak klar bestimmte. Pinzon kam mit dem Druck von Wolak überhaupt nicht mehr klar, wurde immer müder, und konnte sich seinen Gegner mit seinem Jab überhaupt nicht vom Leibe halten, auch wenn er es immer wieder probierte. Am Ende der fünften Runde war der Mexikaner das erste Mal richtig angeschlagen nach einer starken Kombination von Wolak, aber er zeigte sein Herz und überstand die Runde.

Die Prügel nahmen aber immer mehr zu, und der Schaden, den Pinzon erlitt, summierte sich langsam aber sicher, und in der siebten Runde hatte Ringrichter Jack Reiss genug gesehen. In der Pause zur siebten Runde hatte er bereits den Ringarzt zu Rate gezogen um Pinzons Zustand zu überprüfen, und, als Wolak weiter Treffer um Treffer setzen konnte, nahm Reiss Jose Pinzon aus dem Kampf. Der Abbruch rief gemischte Reaktionen hervor, da Pinzon nicht angeschlagen zu sein schien und zu diesem Zeitpunkt keine schlimmeren Treffer nahm als in den Runden zuvor. Zwar hatte Wolak ihn seit der dritten Runde zermürbt und niedergerungen, und der letzte Schlag, ein linker Haken, hatte Pinzon ziemlich durchgerüttelt, aber es hätte sicherlich bessere Momente für einen Abbruch gegeben, so dass Buhrufe aus dem Publikum nachvollziehbar waren.

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