Top News

Paulie Malignaggi von Showtime gefeuert

Manchmal fragt man sich schon, ob man nicht langsam im falschen Film ist – besonders bei Themen, die die USA und deren Sinn für Recht und Ordnung betreffen. Was für Stilblüten da gedeihen, ist beinahe schon lachhaft, wenn es nicht so traurig und dabei obendrein strohdumm wäre. Paulie Malignaggi hat seinen Job als Boxexperte und Co-Kommentator bei Showtime wegen angeblicher rassistischer Äußerungen verloren. Wer jetzt glaubt, er hätte sich auch nur annähernd rassistisch geäußert, ist allerdings auf dem (amerikanischen) Holzweg.

Malignaggi hatte 2 Tage nach seinem letzten Kampf im März 2017 seinen Rücktritt verkündet. Er blieb dem Boxen allerdings auf andere Art treu: Paulie  Malignaggi arbeitete als Boxexperte bei Showtime-Veranstaltungen in den USA und auch für SKY in Europa. Alles lief bestens, bis Showtime auf die Idee kam, ihm Rassismus vorzuwerfen. Was war passiert?

Anlass dieser ganzen Sache waren die Äußerungen von Devin Haney, der meinte, dass niemals ein „weißer Junge“ ihn schlagen könnte. “Wahrscheinlich hat er nicht über Lomachenko gesprochen”, sagte Malignaggi. “Ich nehme an, er sprach von Luke Campbell, der meiner Meinung nach der gefährlichere Gegner ist, gegen den Haney kämpfen würde.“ Malignaggi sagte weiter und dabei eher beschwichtigend: “Wenn Sie Anfang zwanzig sind, drücken Sie das wahrscheinlich nicht sehr gut aus. Es ist nicht so toll, im Jahr 2020 rassische (Aussagen) zu machen, besonders bei so vielen rassischen Spannungen in der Welt.” Eigentlich war Haney es, der mit seiner Aussage nach Rassismus klang.

Dann kam wohl der entscheidende Fehler von Malignaggi: Er ging auf die ethnische Herkunft von Boxern ein und sagte sinngemäß: “Vielleicht waren die irischen Kämpfer vor 100 Jahren besser. Und dann kamen die Juden und die Italiener. Ich glaube, der afroamerikanische Kämpfer wurde in den 70er, 80er und sogar 90er Jahren der dominanteste Kämpfer im Sport.” Er fügte aber gleich hinzu, dass es nicht großartig ist, die Rassendiskussion zu führen, weil dadurch Spaltung betrieben wird. Dann stellte er allerdings fest, dass “es nicht mehr die Zeit des Afroamerikaners im Boxen ist” – die Osteuropäer wären zunehmend besser. Das war dann für Showtime „Rassismus“ – und Grund genug, Malignaggi zu feuern. Da er es ablehnte, in einer Stellungnahme seine persönliche Ansicht zu widerrufen, bleibt es dabei: Maulkorb und Jobverlust bei Showtime. Malignaggi wird aber weiterhin für Sky als Box-Analyst tätig sein.

Eigentlich wäre es Davin Haney, der für seine Äußerung gerügt werden müsste, aber nein. Das mag nachvollziehen, wer kann. Aber solche Entscheidungen reihen sich ein in das neue Bild der US-Medien. Besonders seit Donald Trump Präsident ist, macht es scheinbar Schule, das Recht nach Belieben zu verdrehen und das mit unterschiedlichem Ausgang. Einerseits wird der Rassismus weitgehend immer weiter befeuert, andererseits kommen solche an den Haaren herbei gezogenen Entscheidungen zustande, die dann belegen sollen, dass man ja etwas gegen den Rassismus unternimmt. Es ist einfach nicht nachvollziehbar. Recht haben und Recht bekommen ist scheinbar in unserer Zeit schwieriger als je zuvor. Man erntet neuerdings auch auf Facebook 30 Tage Sperre und erfährt nicht einmal den Grund dafür. Scheinbar will man eine Statistik erfüllen, um zu sagen, dass soundsoviel Sperren verhängt wurden.

Ein ebenso lachhaftes Beispiel ist “Google”: Vor zwei Jahren (oder noch etwas länger) haben wir hier auf Boxen.de darüber berichtet, dass Mike Tyson zusammen mit Partnern in Kalifornien eine Cannabis-Farm betreibt. Ein halbes Jahr später (!) kam von Google eine Mahnung in regelrechtem Befehlston direkt an die Redaktion von Boxen.de, dass wir es zu unterlassen haben, eine herausragende Persönlichkeit wie Mike Tyson mit Drogen in Verbindung zu bringen. Es darf herzlich gelacht werden. Jeder weiß, dass Tyson nicht nur Produzent, sondern auch Konsument von Marihuana ist. Er selbst macht auch keinen Hehl daraus. Damals nicht und auch heute nicht. Selbst bei der Unterschrift des Kampfvertrages mit Roy Jones jr hatte Tyson einen Joint im Mund. Aber: Was Recht und Unrecht ist und wie welche Entscheidungen getroffen werden, kann man wohl neuerdings (zumindest in den USA) nur mit Wünschelrute und Würfelbecher erkunden.

Voriger Artikel

Eddie Hearn - Endspurt im Fightcamp

Nächster Artikel

Toni Yoka vs Johann Duhaupas

4 Kommentare

  1. 31. Juli 2020 at 22:22 —

    verdammt guter artikel.

  2. 1. August 2020 at 13:36 —

    Man könnte meinen das Showtime Malignaggi eh loswerden wollte, aus welchen Gründen auch immer und jetzt einen fadenscheinigen Grund vorgeschoben hat!?

    Da in dem Bericht Trump erwähnt wird……da hat man ein gutes Beispiel für einen der größten Rassisten überhaupt!!!

  3. 1. August 2020 at 14:16 —

    Wenn das so ist dann sollte Showtime sich schämen Rassismus als Modewort zu benutzen nur weil die sonst keinen Grund haben um einen unbeliebten Mitarbeiter los zu werden, das führt nur dazu das solchen Leuten nicht mehr geglaubt wird wenn es um “Rassismus” geht

  4. Besonders seit Donald Trump Präsident ist, macht es scheinbar Schule, das Recht nach Belieben zu verdrehen und das mit unterschiedlichem Ausgang
    ————————-

    Was nicht an Donald Trump liegt sondern an der tatsache, dass die Liberalen das rassen Thema immer künstlich aufrecht erhalten und dadurch gezielt Spaltung betreiben. Wer ständig in allem schwarz/weiß sieht, ist ein Rassist.

    Die Mainstream Medien Weltweit machen da mit, denn die sind alle genau wie Hollywood unter Liberaler kontrolle.

    Als Obama reihenweise Zivilisten im Nahen Osten durch Drohnen abschlachten ließ hörte man nichts im TV. Als Obama mehr Menschen Deportierte als je zuvor hörte man nichts.

    Aber sobald ein Republikaner im Amt ist, ist alles rassistisch. Die Demokraten leben von der Opfermentalität und rassismus. Es war die Partei des Klu Kluks Klans damals und sie ist es heute genauso. Deren Taktik “werfe deinem gegner vor was du selbst bist”.

    Selbst Malcom X hat das schon damals erkannt, aber im verblödungs TV, Magazinen und “Social media” können die Menschen leichter gebrainwashed werden als je zuvor.

    Übrigens gibt es gar kein Rassen Problem, es gibt auch kein Polizeigewalt Problem. Das sind themen die künstlich aufgebauscht werden weil 2020 Wahljahr ist. Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache.

Antwort schreiben