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Paul Williams wird von Erislandy Lara verprügelt und bekommt Sieg geschenkt

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kassierte Paul Williams 12 Runden lang eine gehörige Tracht Prügel von Erislandy Lara, bekam aber einen Sieg von den Punktrichtern zugesprochen, der komplett am Kampf vorbei ging. Williams zeigte eine erschreckend schwache Defensivleistung und ließ sich von nahezu jeder linken Geraden treffen, was ähnlich wie gegen Sergio Martinez seinen Niedergang hätte bedeuten sollen.

Anders als vielleicht erwartet ließ Erislandy Lara schon sehr früh seine Fäuste fliegen und sich nicht von Williams Workrate erdrücken. Zwar versuchte Williams den Punch Output hoch zu halten, doch Lara timte ihn von Anfang gut und fand immer wieder den Weg in die Halbdistanz gegen den deutlich größeren und längeren Williams. Die guten linken Geraden und rechten Haken, die der Kubaner an Williams Kinn anbrachte, konnten diesem aber erst einmal nicht viel anhaben. Trotzdem ging die erste Runde deutlich an Lara. Das überlegene Distanzgefühl und Timing von Lara blieb auch in der zweiten Runde ein wichtiger Faktor, und auch wenn Williams nun auch öfter sein Ziel fand, als er die Schläge vor Lara abfeuerte, war es doch eine linke Gerade von Lara, die Williams mitten in der Runde leicht ins Wackeln brachte.

Williams machte wieder seine alten Fehler und gab seine Größe regelmäßig auf, was ihn viel zu leicht zu treffen machte. Besonders die linke Gerade von Lara fand ihr Ziel mit zu hoher Regelmäßigkeit. Es sah beinahe so aus als hätte der Kubaner seinen Plan ausschließlich darauf ausgelegt die Schwäche, die Sergio Martinez bei seinem KO-Sieg über Williams aufgezeigt hatte, konsequent auszunutzen und Williams beim Hereinkommen mit leicht gerundeten linken Geraden zu erwischen. So ermutigte seine Ecke ihn auch immer wieder zwischen den Runden, dass er Williams KO schlagen solle.

Während Williams wenig einfiel, verschaffte er sich früh in der vierten Runde ein wenig Zeit mit einem Tiefschlag, der Lara zu Boden sinken ließ. Williams ließ daraufhin eine etwas bessere Runde folgen, in der er den Druck erhöhte und langsam seine gewohnt hohe Workrate besser etablieren konnte. Für eine neue Entwicklung sorge in der fünften Runde eine heftige Schwellung an der linken Seite der Stirn von Erislandy Lara, die wohl von einem Kopfstoß stammte. Paul Williams begann gleichzeitig seinerseits aus einem Cut am linken Auge zu bluten.

Das Momentum des Kampfes verschob sich währenddessen um die fünfte Runde herum langsam aber stetig. Lara wurde weniger aktiv und landete nicht mehr so häufig die linken Geraden, wenn Williams den Weg nach innen suchte. Stattdessen fand der Kampf mehr in der Nahdistanz statt, wo Williams trotz seiner Größe deutliche Vorteile hatte und seine Workrate kontinuierlich hochschraubte. Lara schien etwas müde zu werden, drehte dann aber in der siebten Runde wieder auf und brachte wieder etliche linke Geraden an Williams Kinn an, die dieser jedoch weiterhin gut nahm. Auch in der achten Runde blieb Lara wieder dominant mit seiner gewohnten Waffe, die langsam in ihrer Häufigkeit echten Schaden anzurichten schien.

Nach acht Runden hatte Lara sich wieder einen klaren Vorsprung auf den Punktkarten heraus geboxt, und der Druck lag nun auf Williams die restlichen Runden zu gewinnen um noch eine Chance über die Punkte zu haben. Doch das Muster blieb das Gleiche. Williams trottete vorwärts, landete den gelegentlichen Jab oder linke Gerade, während die linken Geraden von Lara deutlich öfter einschlugen, als es bei einem Topboxer der Fall sein dürfte. Besonders in der elften Runde kassierte Williams einige Schläge, die seinen Kopf bedrohlich zurück schnellen ließen und einen gefährlichen Eindruck für seine Gesundheit hinterließen. Sein großes Kämpferherz hielt ihn jedoch im Kampf und ließ ihn schlussendlich über die Runden kommen.

Sowohl Paul Williams als auch sein Trainer waren sich bewusst, dass sie den Kampf verloren hatten, und ein Urteil im Bereich von 117-111 schien angebracht. Die Punktrichter sahen jedoch Paul Williams überraschend mit 114-114, 115-114 und 116-114 vorne und bereiteten dem Kampf so ein äußerst unrühmliches Ende. Ohne Frage war der Kampf nicht für Paul Williams zu scoren, und im Sinne des Boxsports wäre eine Untersuchung bezüglich des Ergebnisses wünschenswert.

Erislandy Lara, der vor dem Kampf aus einem enttäuschenden Unentschieden gegen Carlos Molina kam, bewies sich in dem Kampf und sollte sich eigentlich trotz der offiziellen Niederlage endgültig für einen Titelkampf im Halbmittelgewicht empfohlen haben. Er verlor allerdings dank der Punktrichter seinen lupenreinen Kampfrekord. Paul Williams hingegen sollte ungeachtet des Urteils aus der vorderen Reihe rund ums Mittelgewicht verschwinden, und sollte sich auch Gedanken um seine boxerische Zukunft machen, nachdem er das zweite Mal in Folge großen Schaden in einem Kampf hinnehmen musste. Während Martinez ihn noch mit einem Schlag ausknockte, kassierte Williams heute so viele klare Treffer, dass er sich Gedanken um seine Gesundheit machen muss, sollte er weiterhin so defensivschwach in seine Kämpfe gehen. Vielmehr jedoch sollte sich der Boxsport an sich Gedanken machen, wie man Betrügereien wie dieser in Zukunft einen Riegel vorschieben kann.

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2 Kommentare

  1. xyz187
    10. Juli 2011 at 12:38 —

    Warum wundert mich das nicht ?

  2. Mark
    11. Juli 2011 at 13:57 —

    Naja ist doch egal, dafür bekommt ja Lara schließlich auch nen Apfelkuchen von Pedderson. Das viel mehr wert !

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